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  • Lorenz Nägelin: Der Wiederholungs-Kandidat der SVP im Boot der Bürgerlichen

    Lorenz Nägelin will uns weismachen, dass wir alle doch froh sind, nicht dem EWR beigetreten zu sein. Das es uns damit, d.h. mit Abschottungspolitik, besser geht. Die Zahlen zum BIP im internationalen Vergelich vermitteln dazu ein anderes Bild. Reales BIP pro Kopf ( mittlere jährliche Wachstumsraten in %): 1990-2000 2000-2010 2010-2014 gesamt 1990 - 2014 Schweiz 0.5 1.0 0.6 0.7 Italien 1.6 -0.2 -1.5 0.3 Frankreich 1.6 0.6 0.3 1.0 Deutschland 1.6 1.0 1.3 1.3 Österreich 2.2 1.1 0.5 1.4 USA 2.2 0.7 1.2 1.4 EU (28 Länder)-- 1.0 0.5 -- (Quelle: BFS-VGR, ESPOP, STATPOP, OECD: Annual National Accounts) Nach der EWR-Ablehnung und bis 1996 waren die Wachstumsraten in der Schweiz sogar negativ oder Null. Nebst einer Immobilien-Krise wird für das im Jahresdurchschnitt rund 1,3 % schwächere Wachstum gegenüber unseren EU-Nachbarn dieser Nicht-Beitritt verantwortlich gemacht. Ab dem neuen Jahrtausend, also mit dem Beginn des Abschluss der ersten Bilateralen, sieht das dann wieder ganz anders aus – wir können über diesen Entscheid im Nachhinein also alles andere als „froh“ sein bzw. die Konsquenzen von Abschottung sind deutlich. Abschottung wie sie die SVP und ihr Regierungsratskandidat Lorenz Nägelin will, gefährdet eine stabile Wirtschaft und – wichtiger – Arbeitsplätze. Ist das sozial? Will das jemand hier in Basel?

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  • Conradin Cramer: Der Mann ohne Makel

    Steuern senken...klingt vielleicht in vielen Ohren ganz nett, auf den ersten Ton...aber wovon zahlen wir dann unsere tolle Infrastruktur, die gerade auch Grossunternehmen wie Novartis und Roche so schätzen?Ganz zu schweigen von unserer Bevölkerung..Schulen, Gesundheit, Abfallentsorgung....irgendwo wird das Leistungsabbau mit sich bringen, zuerst auf dem Buckel des Personals und dann....Ein Blick ins Baselbiet reicht für eine wage Prognose. Sind wir uns dessen bewusst? Wollen wir das? Ich jedenfalls nicht!

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  • Am Samstag darf bis 20 Uhr geshoppt werden – vielleicht

    Eine Sache ist es, wenn z.B. das Stücki - wo es v.a. morgens unter der Woche menschenleer ist - beschliessen würde später zu öffnen, und sich damit die Einsatzzeiten des Personals verschieben. Tatsache ist aber, dass dies eben nicht geschieht. Gerade in Zentren werden die Ladenöffnungszeiten maximal ausgeschöpft. Selbstverständlich bei minimalen Personalaufwand, um möglichst hohe Renditen trotz fehlender Kundschaft während der Hälfte des Tages zu erzielen. Eine andere Sache ist spezifisch der Samstag abend: Ja, Samstag ist der umsatzstärkste Tag. Aber längere Ladenöffnungszeiten führen nicht unbedingt zu mehr Umsatz, sondern zu einer Verlagerung. Zudem frage Dich doch selbst, was Du am Samstag abend um 20:00Uhr in der Regel machst. Vielleicht schon unterwegs an einen FCB-Match, oder ein schönes Essen im Kreise der Familie oder mit Freunden? Der Einschnitt für das Verkaufspersonal ist da wirklich massiv! Zu Lohnzuschlägen bei Samstagsabend-Arbeit: Dies kann nur über einen GAV geregelt werden, nicht aber über das kantonale Ladenschlussgesetz. Das Arbeitsgesetz kann nur auf Bundesebene geändert werden. Und ein GAV darf rechtlich nicht mit dem Ladenschlussgesetz verknüpft werden (das Bundesgericht hat dies gerade am Fall Basel entschieden). Und eine GAV wollen wir nach wie vor! Wir sind da auch immer noch aktiv. Für uns ist klar: "Keine Stunde mehr, ein GAV muss her." Unsere Forderung ist und war immer deutlich, .v.a. gegenüber den Arbeitgebern... Was ich allerdings keinesfalls glaube, ist das wir die Probleme die der Detailhandel auf Grund des starken Frankens mit längeren Öffnungszeiten lösen, wie gesagt, dies führt nur zu Verlagerungen des Umsatzes (die Seco-Studie ist wirklich lesenswert). Die Gewerkschaften fordern schon lange und laut, die Kursanpassung. Es leidet ja nicht nur der Detailhandel, sondern die ganze Wirtschaft.

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  • Am Samstag darf bis 20 Uhr geshoppt werden – vielleicht

    Auch ich bin Gewerkschaftssekretärin - hier in Basel - und kann Pascal Pfister nur beipflichten: Die Mehrheit des Verkaufspersonals ist gegen längere Ladenöffnungszeiten! Und ja wir haben sicher mehr Grenzgängerinnen und Grenzgänger als der Kt. AG. Tatsächlich sind weniger als ein Viertel aller Beschäftigten im Detailhandel Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Zu Deinem Vorschlag die Zentren später zu öffnen: Das wäre ja heute zulässig! Offensichtlich funktioniert hier also der viel genannte Wettbewerb nicht, was folglich gegen jede Form der Deregulierung spricht. Zudem: Wenn eine Filiale der Grossverteiler um 8:00 öffnet, beginnt die Verkäuferin der Gemüseabteilung oft meist schon um 7:00. Und das entsprechende gilt auch nach Ladenschluss.

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  • Am Samstag darf bis 20 Uhr geshoppt werden – vielleicht

    Das Basler Stimmvolk hat bereits dreimal Liberalisierungsschritte an der Urne abgelehnt. Der Grosse Rat hat die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten erst letztes Jahr abgelehnt. Und nun standen eigentlich die Sonntagsverkäufe zur Diskussion, und schon nutzen die Liberalisierer die Gelegenheit um die Ladenöffnungszeiten auch am Samstag auszudehnen. Das ist Salamitaktik und damit ist dies die eigentliche Zwängerei! Nicht aber das Referendum, welches sich für die VerkäuferInnen und ihr Grundrecht auf Privatleben einsetzt. Es gibt genügend Studien (zum Beispiel vom Seco), die zeigen, dass jede Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten zu Lasten des Verkaufspersonals geht: höhere Wochenarbeitszeiten zum gleichen Lohn, zunehmende Prekarisierung und negative Flexibilisierung. Dies alles ohne Zuschläge wie sie andere Beschäftigte (Pflege, Schichtarbeit, etc.) erhalten. Das Referendum ist darum richtig und wichtig!

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