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  • Kein Freispruch für Fidel

    Ich finde zuoberst, dass dieser Text von Herrn Kreis dem journalistischen Anspruch (man lese die bisherigen Leserreaktionen, denen noch einiges hinzugefügt werden könnte), den die TagesWoche einhalten sollte, nicht gerecht wird. Ich frage mich, ob und wieso es nicht einen anderen, hinreichend kenntnisreichen Autor gegeben hat, der Mittelamerika im allgemeinen und Kuba im besonderen aus vertiefter eigener Anschauung hätte betrachten können. Sich mit dem Titel "Kein Freispruch für Fidel" zu einem Richter aufzuspielen, den es ohne Kläger bzw. Anklage ja bekanntermassen nicht gibt, zeigt zudem ein nicht unbeträchtliches Mass an Selbstüberschätzung. Substantielle Kritik wäre ganz anders zu üben gewesen, was wir aber lesen mussten, ist weitgehend Mäkelei. Für dieses Niveau braucht es die TagesWoche nicht.

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  • Regierung will eine 50-Meter-Schwimmhalle im Gartenbad Eglisee bauen lassen

    Ich halte den ersten Satz "Das Schwimmen ist in Basel-Stadt während der kalten Jahreszeit eine qualvolle Sache." für sehr gelungen. Dass dem nicht so bleiben kann, sollten sich alle längst einig sein. Ich frage mich daher besonders, wieso Christoph Eymann, der meiner Kenntnis nach dem Schwimmen gegenüber im allgemeinen und den verschiedenen Schwimmsportarten im besonderen aufgeschlossen ist, in diesem Zusammenhang eine Art persönliche Verhindererrolle zugesprochen wird? - Vor allem braucht es eine breite Befürwortung für eine feste 50m-Halle, z.B. direkt angrenzend an die St. Jakobhalle. Platz hätte es dort noch, und nutzbare Abwärme käme vermutlich genug von der Eishalle. Dass jetzt im Rahmen der Sanierung der St. Jakobhalle nicht zugleich das Schwimmhallenprojekt mit realisiert wird, wird der Schwimmbegeisterung in Basel, man schaue den Sommer über nur auf die Abertausenden Rheinschwimmer, nicht gerecht.

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  • Warum immer mehr Eltern auf Privatschulen setzen

    Dass jetzt um die Zeit des Schuljahresbeginns von der Tageswoche die "Privatschulen" so wohlwollend in den Fokus genommen werden, haben die öffentlichen Schulen nicht verdient. Mir scheint zudem, dass der Ruf der öffentlichen Schulen in BS ungerechtfertigt schlecht ist. Dabei gibt es vielerlei Gründe, die öffentlichen Schulen als wirkliche gesellschaftliche Errungenschaft zu verteidigen und zu stärken, was überhaupt nicht ausschliesst, auch substanzielle Kritik zu äussern, im Gegenteil. Die "Privatschulen" mögen weiter ihre Berechtigung für einen kleinen Teil der Schülerinnen und Schüler haben, aber schon aus Gründen der gesellschaftlichen Integration ist es wünschenswert, den Schülerinnen und Schüler aller gesellschaftlichen Schichten dieselben guten schulischen Bedingungen zu eröffnen, was am einfachsten und effektivsten nur über eine gut geführte öffentliche Schule mit guten und inhärent motivierten Lehrerinnen und Lehrern möglich ist.

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  • Mieter sollen nun doch früher ausziehen

    Es wäre vermutlich nicht unwichtig zu wissen, ob damals 2013 bei der Abstimmung zum Claraturm dem Stimmvolk bekannt war, dass das Warteck-Ensemble zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) gehört. Wenn nicht, wäre der knappe Pro-Entscheid somit nicht auf vollständiger Faktengrundlage zu Stande gekommen und damit anfechtbar. Und dann steht die Frage, was eigentlich geschehen müsste, dass sich Appellationsgericht oder Bundesgericht einmal tatsächlich inhaltlich mit der Frage auseinandersetzen, ob denn nun eine Neubebauung auf diesem ISOS-Areal zulässig ist, oder nicht? Meines Erachtens liegt eine gewisse Tragik darin, dass nach gegenwärtigem Stand der Claraturm realisiert werden könnte, bloss weil eine Einspruchsfrist formal nicht eingehalten werden konnte. Und machen wir uns nichts vor, eine gute Renovation der Warteckhäuser würde angesichts des missglückten Messeplatzes allemal mehr hermachen, als jeder, zudem mit vorgeschobenen Argumenten ("Wohnungsnot") herbeigeredete Turmkoloss, der paradoxerweise die Mieten im Kleinbasel noch weiter steigen lassen wird!

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