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  • Wir brauchen Kühe. Und dazu gehört das Schlachten

    Was die gewürzte Kürze anbelangt gebe ich Ihnen sogar recht: Argumente haben längere Beine als abgelaufene Sprichwörter und die gekürzte Würze bekommt ihnen schlecht.

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  • Wir brauchen Kühe. Und dazu gehört das Schlachten

    @ Pablo de Pubol Vielen Dank für das Bereitstellen des Links zum "Fleischatlas". An diesem hilfreichen „Atlas“ habe ich mich auch schon orientiert. Ich möchte Ihren Beitrag zum Anlasse nehmen, auf drei Dinge zu reagieren, die mir in diesen und anderen Diskussionen öfters aufgefallen sind. 1/ Was mich irritiert ist das Wort „missionieren“ im Beitrag von Pablo de Pubol und anderen. Der "Fleischatlas" zeigt doch, wie real und katastrophal die Auswirkung des Fleischkonsums für Tier, Umwelt und Mensch sind. Wenn etwas so verheerende Auswirkungen hat, dann kann man nicht mehr von „missionieren“ sprechen. Es ist, als würde man jemandem sagen, der eine Krankheit bekämpft, einen Krieg oder eine Umweltkatastrophe verhindern möchte oder einen Wirtschafts- oder Politikskandal aufdecken will, er solle aufhören zu missionieren. Hier reden wir nicht von „missionieren“, weil wir es mit echten Problemen und echten Skandalen zu tun haben. Die Fleischproduktion ist ebenfalls ein echtes Problem und ein echter Skandal. (Auch zeigt der Fleischatlas, wie grotesk die Idee ist, dass Vegetarier/innen zu Umweltproblemen beitragen, weil sie Tofu essen - viele sind übrigens nicht besonders scharf auf Tofu. Ganz im Gegenteil, der Fleischverzehr ist es, der zu massiven Umweltproblemen.) Aber selbst wenn Fleisch umweltverträglich wäre, es bleibt das Problem, was dadurch mit Tieren geschieht. 2/ Immer wieder sagen Leute: „Ich finde Fleisch gut, ich esse mit Genuss und Vergnügen Fleisch!“ Blickt man in den Fleischatlas, so sieht man, dass die Fleischproduktion zu gigantischem Tierleid, zu Ungerechtigkeit gegenüber Menschen, zur Verschwendung von Ressourcen und zu massiven Umweltproblemen führt. Es ist also als würde man sagen: „Ich finde gigantisches Tierleid, Ungerechtigkeit gegenüber Menschen, Verschwendung von Ressourcen und massive Umweltprobleme super, und ich trage mein Teil mit Genuss und Vergnügen dazu bei!“ Ist das nicht eine fragwürdige Haltung? Natürlich werden einige antworten, dass sie auf gutes Fleisch achten, Biofleisch, Glücksfleisch. Man soll versuchen ehrlich zu sein. Mehr als einmal sass ich mit Familien am Tisch, an dem die Eltern sagten: „Wir essen ganz selten Fleisch, und dann nur Bio.“ Und die Kinder ergänzten: „Ja, und wir nehmen jeden Tag Wurstbrote in die Schule mit.“ 3/ Es mag sein, dass wir Fleisch seit Jahrtausenden essen. Das wir aber jeden Tag Fleisch in diesen Mengen zur Verfügung haben, ist ein wirklich neues Phänomen. Dazu musste im Laufe des 19.Jh. die Tierhaltung zur Massentierhaltung werden, gigantische Schlachthöfe mussten eingerichtet und Vertriebswege etabliert werden. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. war das voll etabliert. Die Ernährungsideologie dahinter war, dass Fleisch Kraft gibt, gesund sei und männlich sei. Fleisch ist das Vorzeigenahrungsmittel unserer Leistungsideologie. Mit Fleisch kann man zeigen, das man jemand ist. Vor dem 19. Jh. war Fleisch eine Speise, die sich nur wenige leisten konnten. Die Ideologie ist also nicht der Fleischverzicht, sondern ganz im Gegenteil der Fleischverzehr. Fleisch ist die Glaubenssache, nicht Vegetarismus. Und man muss schon seeeehr viel Glauben aufbringen, um sich die Probleme des Fleischkonsums (wie sie der "Atlas" darlegt) nicht mehr zu Herzen zu nehmen.

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  • Die Befreiung der Tiere ist ihr Ziel

    In einigen Kommentaren ist hämisch davon die Rede, dass sich Leute mit Tierschutz- & Tierrechtsanliegen wohl für bessere Menschen halten. Ha! Es ist nicht leicht zu sagen, was einen besseren Menschen ausmacht, aber vielleicht können wir uns einigen, dazu gehört, dass man nicht blindlings verurteilt, nicht gleich aggressiv reagiert, keine Unwahrheiten verbreitet, nicht ohne Grund Leid und Schaden zufügt. In einigen Kommentaren wird aber blindlings verurteilt, blitz-aggressiv reagiert und Unwahrheit verbreitet. Sophie (eine der interviewten Aktivistinnen) hingegen sagt: «Viele Leute reagieren aggressiv und fühlen sich von uns angegriffen, dabei verurteilen wir niemanden für sein Verhalten.» Anscheinend halten sie sich in dieser Hinsicht nicht für bessere Menschen, sondern sind es einfach. Macht genau das aggressiv, die tun was, wir nix (wie r.o. es ausdrückt)? Was ich übrigens mit „Unwahrheit verbreiten“ meine: „Roden für Wohlstands-Vegetarier/Veganer. Palmöl und Soja auf Kosten des Wildlife.“ (Bajassd’Amour) Das ist so falsch, dass man gar nicht weiss, wo anfangen. Weltweit gerodet für Soja wird, weil ca. 80% des weltweiten Anbaus in Futtermittel für Huhn, Schwein, Rind investiert werden. Das Problem ist Fleischkonsum, nicht Fleischverzicht. Im Zürcher Zoo wird Kindern erklärt, dass Orang-Utans keinen Lebensraum mehr hätten wegen des Bedarfs an Palmöl, das in Schokoladen und Fertigpizzas stecke. Oooooh! Und nachher gibt es im Zoo-Restaurant allerlei Schokolade (Palmöl) und als Tages-Hit Rindfleisch-Burger (Soja). So nachhaltig kann Zoo-Pädagogik sein.

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  • Das Geschäft mit den Tieren boomt – und keiner protestiert

    @Bajassd’Amour. Mir scheint, Sie argumentieren gezielt an der Sache vorbei: (1) Mit „Knuddeltiere“ meinte ich Jungtiere. Alle Zoos führen eine Liste mit den aktuellen Jungtieren (Basel 2x, unter „Aktuell“ & unter „Tiere“). Darum gehen die meisten Leute in den Zoo, das zeigen Umfragen. Sind diese Leute alle allernaivst? (2) Wenn ich schreibe „Ziele von Zoos können auf andere Weise besser eingelöst werden“, meine ich: „besser“. Dazu gehören, da gebe ich Ihnen Recht, keine Massen-Südpol-Reise-Safari-Tauchgänge, weil die nicht besser sind. Bessere Alternativen habe ich ausreichend genannt. Viele Zoos bezeichnen sich als „wissenschaftlich“ geführt, es fehlt aber die wissenschaftlich zuverlässige Grundlage für die Behauptung, dass Zoos im Hinblick auf Bildung, Forschung & Artenschutz den besseren Job als die Alternativen machen. Die Behauptung ist in erster Linie Ideologie, Zoos sind darin wie Homöopathie. Das Interview mit Olivier Pagan ist interessant, u.a. weil es auf gesellschaftliche Widersprüche in unserem Umgang mit Tieren aufmerksam macht. Leider ist es von den üblichen Inkohärenzen durchzogen. Sehr schön ist diese Frage des Interviewers: „Warum kauft der Zoo Basel nicht, statt Geld in neue Gehege zu pumpen, ein Stück Land für die Tiere vor Ort?“ Damit sind wir wieder bei den Alternativen.

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  • «Wer will schon deprimierte Tiere sehen? Pinguine werden mit Antidepressiva aufgemuntert»

    Schade, meine beiden Fragen an Sie waren ernst gemeint, nicht als Provokation, kam offenbar nicht so an, darum finde ich Ihre Antwort jetzt eher enttäuschend. Noch ein Wort zu den „ach so bösen Zoobefürwortern“: Im Interview habe ich nicht die Befürworter und Besucher kritisiert, sondern die Institution Zoo/Aquarium. Zoobesucher und –befürworter halte ich nicht für böse (ebenso wenig wie Jungs, die mit überhöhter Geschwindigkeit innerorts fahren). Ich halte sie vielmehr für gedankenlos, weil sie nicht überlegen, was sie eigentlich tun. Vermutlich fehlt ihnen auch etwas die Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen. Und wenn man sie auffordert, zu überlegen und sich hinzuversetzen, reagieren sie mit beinahe kindlichem Trotz, z.B. mit „Jetzt esse ich erst recht Fleisch, ätsch!“ (s. meine Antwort auf Roland Fischer): Gutun Apputut!

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