Muhammed Muheisen: Alltag in der Krise (2)

Muhammed Muheisen ist Krisenfotograf für die AP. Der Jordanier, der in Jerusalem aufgewachsen ist, fotografiert seit zehn Jahren für die Agentur und war im Irak, im Jemen, in Pakistan, Afghanistan und in China. Und überall hat er neben der täglichen, von Newsterminen diktierten Arbeit das Leben dokumentiert, das im Alltag inmitten der Krise, der Armut […]

Eine Angehörige der christlichen Minderheit in Pakistan betet während einer Ostermesse in Islamabad. (Bild: Mohammed Muheisen, AP /Keystone)

Mohammed Anham, 65, und sein Sohn Abdullah, 10, schauen einen Ringerfilm durch das Fenster eines Kaffeehauses, nachdem sie das Fasten des Ramadan gebrochen haben. (Bild: Peter Sennhauser)

Der Besitzer eines Teppichladens in Kabul zeigt einen handgeknüpften Teppich mit dem Antlitz des US-Präsidenten Barack Obama. Er hat ein Jahr an dem Teppich gearbeitet und will ihn nicht verkaufen. (Bild: Muhammed Muheisen, AP / Keystone)

Abduallah Ismatt, 10, arbeitet an einem Motor vor einer Werkstatt in Islamabad. (Bild: Muhammed Muheisen, AP / Keystone)

Eine chinesische Familie ruht sich während eines Besuchs des Sommerpalastes in Bejing aus. In China, sagt Muhammed Muheisen, brauchte er länger, das vertrauen der Menschen für seine Fotos zu gewinnen. (Bild: Muhammed Muheisen, AP / Keystone)

Muhammed Muheisen ist Krisenfotograf für die AP. Der Jordanier, der in Jerusalem aufgewachsen ist, fotografiert seit zehn Jahren für die Agentur und war im Irak, im Jemen, in Pakistan, Afghanistan und in China. Und überall hat er neben der täglichen, von Newsterminen diktierten Arbeit das Leben dokumentiert, das im Alltag inmitten der Krise, der Armut oder des Aufruhrs stattfindet.

«Es gibt ein Energiefeld zwischen Menschen, und wenn ich mich jemandem nähere, dann muss ich ihnen verdeutlichen, dass ich ihr Freund bin. Es kann vorkommen, dass jemand die Kamera als Übergriff deutet, und dem muss ich rechtzeitig entgegnen. Man kann nicht einfach vorbei schleichen und ein Bild schnappen. Das entspricht nicht dem ethischen Verständnis meiner Berufsgattung.»

«Ich möchte, dass die Menschen geradezu wünschen, dass ich Ihr Bild aufnehme. Und dafür muss ich zuerst eine Beziehung aufbauen. Wenn das nicht gelingt, wird es schwierig. Das ist mir in China passiert. Ich habe die Sprache nicht gefunden: Die Körpersprache, die Zeichen, die es braucht, um zu vermitteln, dass die Kamera keine Bedrohung ist und ich den Menschen nichts Böses will. Dabei dreht sich alles um die Energie, die Ausstrahlung, die man den ihnen entgegenbringt.»

«In China brauchte ich drei Wochen, um nur schon die Haltung der Menschen zu verstehen. In Pakistan und Afghanistan ist das einfacher.»

«Ich fotografiere gerne Kinder, weil sie das Vergnügen, die Lebensfreude zum Ausdruck bringen, die es eben auch in Kriegsgebieten gibt. Dies sind die Bilder, welche den Lesern in anderen Teilen der Welt zeigen, dass es auch in den Krisenzonen ein normales Leben gibt.»

Konversation

Nächster Artikel