Verkehrsfrei? Ein klarer Fall fürs Lastrad

Die Kurierzentrale präsentiert stolz ihr neues Gefährt, um innerhalb der Verkehrs-Sperrzone Innerstadt sperrige Güter auszuliefern. Der Kurierdienst UPS hat ein ähnliches Gefährt ebenfalls schon im Einsatz. Dabei gäbe es noch ganz andere Lösungen.

Der Stolz der Kurierzentrale: Das neue Transportvelo names Citycruiser mit einer elektrischen Motoreinheit. Damit sollen flotte Lieferungen jederzeit möglich sein. 

(Bild: Kurierzentrale Basel)

Ganz einzigartig in Basel ist der Citycruiser der Kurierzentrale doch nicht: Seit einigen Wochen ist auch der Kurierdienst UPS mit solchen Gefährten unterwegs wie hier vor dem Schmiedenhof.

(Bild: Nils Fisch)


Dabei gäbe es sogar elektrofreie Varianten. Daniel Spehr war in Asien unterwegs und hat die dortige Lastenvelo-Kultur im Bild dokumentiert.

(Bild: Daniel Spehr)


Bett gefällig? Damit liessen sich auch verkehrsfreie Innenstadtwohnungen bequem beliefern.

(Bild: Daniel Spehr)


Na, schon bei Zalando bestellt? Die Lieferung kommt prompt.

(Bild: Daniel Spehr)


Wieso auch teuer transportieren lassen, wenn man mit eigener Muskelkraft und einem Velo Grosstransporte fahren kann?

(Bild: Daniel Spehr)


Idee für Basel Tourismus: Die Einführung von Tuktuks in der Innenstadt. 

(Bild: Daniel Spehr)


Der LKW unter den Velotransportern.

(Bild: Daniel Spehr)

Das Verkehrskonzept Innerstadt, ein Basler Reizwort seit seiner Einführung Anfang Jahr. Besonders Transporte wurden damit zu einer Herausforderung. Geliefert werden darf montags bis samstags nur noch zwischen 5 und 11 Uhr morgens – danach muss Ruhe herrschen. Wer die Rush Hour um 11 Uhr miterleben will, der begebe sich derzeit in die Grünpfahlgasse: Lastwagen um Auto um Lastwagen zwängt sich durch die enge Gasse, um pünktlich wieder aus der Innenstadt zu sein. Danach herrscht weitgehend Ruhe.

Doch natürlich ist Basel nicht die weltweit einzige Stadt mit einer solchen Regelung. Deshalb hält das, was sich international schon bewährt hat, jetzt Einzug am Rheinknie. Gestern stellte die Kurierzentrale Basel ihren neuen Citycruiser vor: Ein Elektrogefährt mit Velo-Antrieb, das höchstens 20 Stundenkilometer drauf hat. Die etwas vollmundige Ankündigung, das einzige Gefährt dieser Art in Basel und der Schweiz zu sein, stimmt dann allerdings nur bedingt. Seit Kurzem ist auch der Lieferdienst UPS mit ähnlichen Mobilen unterwegs.

Ohne Velo kein Transport

Weltweit gehören Velotransporter oder Lasträder zu den wichtigsten Mitteln des Gütertransports. Da stapeln sich die Kisten, Flaschen, Stoffballen auf den Zweirädern, dass man sich fragt, wie dieses Gefährt je wieder anhalten soll ohne gleich umzufallen. Nicht nur das Rad zu steuern ist eine Herausforderung, es ist vor allem die Lade- und Stapeltechnik, die das Geschick der Transporteure fordert.

Fotograf Daniel Spehr dokumentierte auf seinen Reisen die Lasträder. Wir zeigen eine Auswahl der kreativen Lösungen für den kostengünstigen – und nebenbei umweltfreundlichen – Gütertransport, den die Verkehrssicherheit in unseren Breiten schon im Vornherein verhindert.

Konversation

  1. Wer sich in der Veloszene umhört weiss, dass schweizweit Besitzer einer Rikscha bei der Strassenverkehrszulassung scheitern, weil die Fahrzeugs 110cm oder 125cm Meter breit sind. Das MFK schreibt einen Maximalbreite von 1 Meter vor, was sie aus Mangel einer Regel für Rikschas von der Maximalbreite der Veloanhänger abgeleiten. Das Angänger in grosser Zahl anzutreffen sind, macht die Vorschrift Sinn. Die eher selten anzutreffenden Dreirädrigen kämpfen mit einem Designproblem: Die Ladefläche befindet sich beim einem Radabstand von 1m nicht zwischen, sondern über den Hinterrädern. Das macht das Fahrzeug instabil und auf eine Federung muss verzichtet werden. Beim Gespräch mit dem Experten der neu geschaffenen Abteilung Langsamverkehr des ASTRA wollte man von den Einwänden nichts wissen.

    Ich wünsche dem Unternehmen mit den CityCruisern trotzdem von Herzen viel Erfolg und weiterhin den Segen von bisher weniger veloaffinen Kreisen. Zu hoffen ist, dass sie auch nach den Wahlen im Herbst die Velothemen vorwärts bringen und nicht bekämpfen, wie etwas die Strasseninitiative oder einen leistungfähigen, genussvollen und sicheren Veloring.

    Notiz: Dreirädrige Fahrzeuge gelten seit 1.6.2015 als rikschaarige Motorräder und sind ohne Sonderbewilligungen aus der Innenstadt ausgeschlossen. Gerne erfährt der interessierte Leser mehr über das Kunststück, welches die Kurierzentrale in Zusammenarbeit mit der MFK zustande gebracht hat.

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  2. ich ha e quatrocyle und dörf nid dermit ummefaare wägs 135cm breit isch. d’IG Velo findet das in ornig wäg ich jo de andere Velofaarer denn würd dr scho knappi platz ewäg nää.
    dr rächtverdraier vo dr polizey het gfunde wenns nur fünf cm schmeeler wär und ich immer e behinderete MIT USWIIS derbii hät, wär’s kai problem.
    jo au dr fäärimaa het sini klaine sorge 🙂

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    1. lustig
      demnächst muss die fähre noch anlegegebühren bezahlen.
      oder zum fahren täglich eine sonderbewilligung einfahren.
      adie Basel

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  3. Dieser «Citycruiser» mag rechtlich ein Velo sein, praktisch ist er es für mich nicht. Dabei gibt es seit schon Jahrzehnten auch bei uns «richtige» Lastenvelos zu kaufen, z.B. den legendären «Long John», den man ja auch schon in Basel gesichtet hat (www.longjohn.org).

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  4. die elektrobike gehören genauso verboten,
    wie die autos, weil da atomstrom drinsteckt.
    mir sind die unteren bilder ehrlicher und würden
    die innen stadt echt für touristen aufwerten.
    auch transporte auf dem kopf ( Hanoi ) wären
    schön anzusehen. oder alte holzschiebe wagen
    etc.

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