Das geht noch dichter – lasst uns Basel neu bauen!

Die Architekten von Christ & Gantenbein würden gerne den Rheinpark neben der Dreirosenbrücke abreissen, um dort ein neues Quartier zu errichten. Wenn die Abrissbirne schon da ist, haben wir noch ein paar Ideen zur Verdichtung der Stadt.

Begehrte Fläche: Die Architekten Christ & Gantenbein wittern beim Bau neben der Dreirosenbrücke nicht ausgenutztes Potenzial.

Das Gebäude der Wohnbau-Genossenschaft neben der Dreirosenbrücke ist wirklich eine Zumutung. So wenige Wohnungen für so viel tolle Aussicht! Noch dazu hässlich! Weg damit, wer braucht schon bezahlbaren Wohnraum aus den 80er-Jahren? Das kann sich Basel wirklich nicht mehr leisten. Also auch so vom Image her. Und seit der Nordtangente haben die Bewohner schon zehn ruhige Jahre dort gelebt. Das reicht.

Christ & Gantenbein brachten es unlängst in der NZZ so auf den Punkt:

Wenn wir den Mut haben, die Stadt an dieser Stelle noch einmal völlig neu zu denken, wird hier langfristig ein lebendiges, durchmischtes Quartier mit direktem Bezug zum Fluss entstehen. Deshalb sprechen wir uns dafür aus, die bestehenden Wohnbauten abzubrechen und unerschrocken optimistisch eine neue Zukunft zu planen – so wie unsere Vorgänger in den siebziger Jahren.

Unerschrocken! Mut! Back to the 70ies! Endlich sagt es mal jemand. Die Wohnbaugenossenschaft Nordwest sieht das anders. Ihr gehört das Gemäuer schliesslich, pff, natürlich wollen sie keinen Abriss. René Thoma hängt sich an Begriffe von Identität und günstigem Wohnraum.

Um Traditionen und Emotionen können sich doch die Ländler kümmern. Wir sind hier in einer Weltstadt, come on! Und die wächst. Also: Platz machen!

Hochhaus zum alten Schützenhaus

Okay, der Schützenmattpark kann nachts ungemütlich werden. Aber zu der Zeit gehört der (Neu)-Basler auch nach Hause. Das könnte aber ganz in der Nähe sein, in einem neuen Hochhaus, auf der Fläche vom Restaurant Schützenhaus, dem Parkplatz und dem kleinen Grünstreifen daneben. Die werden komplett überbaut, um den Raum optimal auszunutzen.

Bau und Lage passen zu Familienwohnungen. Die Mamis können den Nachwuchs also direkt rüberschieben in den Park, erreichen ÖV und Lebensmittelläden in Gehdistanz. Sollten sich die Autos über den zusätzlichen Fussgängerverkehr zwischen Hochhaus und Park stören, wäre eine Brücke eine adäquate Lösung. Vielleicht könnte man sogar eine Rutsche integrieren, wenn es in der Stadt schon keine Schuhgeschäfte mehr mit Rutschbahn gibt. Wäre das nicht ein guter Start für ein «lebendiges, durchmischtes Quartier mit direktem Bezug» – halt dieses Mal zum Park?

Generationenleben über dem Kannenfeldplatz

Beim Kannenfeldplatz gibt es doch auch noch freie Flächen. Auf der ganzen Parklänge entlang der Strassburgerallee liegt ungenutzes! Bau! potenzial! Das geht nicht. Wo heute Kindergarten und Polizeiposten sind, kommt neu eine Mehrgenerationen-Überbauung hin. So voll durchmischt. Kita und Kindsgi können unten einquartiert werden, mit Zugang zum Park.

Als kantonales Bauprojekt achtet die Bauführung auf eine grösstmögliche Durchmischung, günstiges Wohnen und Innovation. Deshalb werden sowohl Studenten- Sozial-, Alters- und Familienwohnungen geplant. Die Bewohner könnten je nach Qualifikation in der Kita mitarbeiten oder in der Buvette, die im Kannenfeldpark angedacht ist. Vielleicht erst mal als Pilotprojekt, nur um sicherzugehen. Es gäbe also etwas für jeden (nur leider nicht für die Gutverdiener, aber die werden sicher in Rheinhattan fündig).

Die Uni muss weg, die Uni muss her

Die heutige Zeit erfordert Kompromisse, das muss auch der Kanton Basel-Stadt kapieren. Auch und vor allem mit den Baselbietern. Was würde die Ex-Treuhänderin Monica Gschwind mehr freuen als eine zusätzliche direkte Einnahmequelle? Also lasst die Abbruchbirne über den Petersplatz schweben und das Kollegiengebäude zu Kleinbeton machen. Die Studenten können derweil nach Augusta Raurica an den Baselbieter Unistandort pendeln. Oder sonstwo in Liestal unterkommen.

Am Petersplatz jedenfalls schlägt die Stunde des Neuanfangs, äh, Neubaus. Acht Stockwerke hoch. In die unteren drei kehrt die Universität zurück, oben ist genügend Platz für jede Menge Wohnungen. Das wäre ein würdiger Unicampus, die Innenstadt wird vorbildlich verdichtet. Und dank der neuen Bewohner wird auch der Aussenraum – in diesem Falle der Petersplatz – optimal genutzt, ganz im Sinne von Christ & Gantenbein.

Potenzial, das nicht mehr brachliegt: Das neue VoltaMitte

Und jetzt Hand aufs Herz: Wer eine gute Idee hat, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Wir schlagen vor, dass die innovativen Architekten ihr Motto «unerschrocken optimistisch eine neue Zukunft planen» auch am eigenen Bau am Voltaplatz umsetzen. Der will sich nämlich nicht so recht ins Quartier einfügen. Vielleicht hilft da eine Überarbeitung, im Sinne von: «Wenn wir den Mut haben, die Stadt an dieser Stelle noch einmal völlig neu zu denken …»

Konversation

  1. Die biologisch perfekte Lösung steht in jedem Wald und beherbergt Abertausende Individuen: Der Ameisenhaufen.
    Da könnte man sich ein Vorbild nehmen!

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  2. Verdichtung ist eine Illusion, die nicht funktionieren kann. Man kann zwar verdichtet wohnen, aber nicht verdichtet leben. Jeder Bewohner eines Hochhauses braucht Nahrungsmittel, die auf einem vielfachen der Fläche eines typischen Einfamilienhausgrundstücks wachsen. Zudem braucht er Rohstoffe, die gefördert werden müssen, er will Ferien machen und irgendwo hin fliegen oder fahren, sich auf einem Sportplatz austoben, irgendwo arbeiten, auswärts essen, Kulturelle Anlässe besuchen, alles braucht Platz. Ökologisch gewinnt man also nicht viel, wenn man die Menschen zum Wohnen in einen kleinen „Kaninchenstall“ einsperrt. Ebenso ist es ein Irrtum zu glauben, die Menschen seien nun einfach mal da und man müsse sie irgendwo unterbringen. Das Gegenteil ist wahr: Aus dem Biologieunterricht wissen wir, dass sich Lebewesen vermehren, solange sie Nahrung und Lebensraum finden. Das ist auch bei den Menschen nicht anders. Das Ziel muss eine Stagnation der Weltbevölkerung sein. Da es wohl nicht in Frage kommt die Menschen verhungern zu lassen, muss man den Wohnraum knapp halten. Wenn grosse Wohnungen nicht erschwinglich sind, wird man sich nach dem zweiten Kind fragen, ob man sich noch ein drittes, viertes, oder noch mehr leisten will. In vielen Industrieländern hat das mit der Bevölkerungsstagnation die letzten Jahrzehnte gut funktioniert. Nur leider gibt es in letzter Zeit in einigen Städten einen starken Bauboom, welcher die Einwohnerzahl wieder anwachsen lässt. Und nein, das Problem sind nicht vereinzelte neue Einfamilienhäuser, sondern ganz neue Wohnblocksiedlungen an den Stadträndern, welche von riesigen Palmölplantagen am anderen Ende der Welt mit Nahrung versorgt werden.

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  3. Tower of Jutice!

    Ich wäre dafür, auf dem Gelände des jetzigen Strafgerichtes an der Schützenmattrasse 20 einen „Tower of Jutice“ zu errichten, wo auch das Zivilgericht, Betreibungsamt, Stawa etc. Platz haben. …

    Die protzigen und nicht funktionalen Gebäude an der Bäumleinsgasse werden abgerissen und durch wegweisende Moderne Architektur ersetzt.

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  4. Ein Hochhaus für alle Ämter mit Publikumsverkehr wäre nicht schlecht. Dann muss man nicht von Amt zu Amt laufen, sondern fährt Lift. In Lörrach im Hochhaus beim Bahnhof ist das zum Teil so. Sehr angenehm. Auch würden dadurch viele attraktive Liegenschaften in der Stadt frei werden.

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  5. Nicht der Rheinpark gehört abgerissen, sondern der übelriechende Schandfleck namens Rhein muss endlich eingedohlt und zubetoniert werden.

    Damit könnte man gleich 3 Fliegen mit einer Klappe schlagen.

    Sowohl Herzstück als auch Autobahnausbau liessen sich oberirdisch und somit viel günstiger verwirklichen. Zudem hätte man endlich genügend Platz für den langersehnten zentralen Wohnraum (Prime Locations), und das ganze erst noch ohne dass man Schrebergärtner oder Villenbesitzer enteignen müsste.

    Wenn schon radikal, dann radikal.

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  6. @Georg II und @Stimme der Freude

    Es gibt einen klitzekleinen, aber nicht unerheblichen Unterschied: Das Zentrum von Birsfelden soll umgebaut, erweitert und ergänzt werden, weil die Gemeinde dies so will und eine entsprechende Planung bei Harry Gugger Studio (per Architekturwettbewerb) in Auftrag gegeben wurde. Das Zentrumsareal gehört zudem der Gemeinde.

    Das Areal des Birsfelder Hafens gehört dem Kanton, ergo ist es ein öffentliches Areal. Daselbst gibt es seit geraumer Zeit politische Stimmen, welche den Hafen mittel- bis langfristig weiterentwickeln wollen und das Areal auch als Wohngebiet ausgestalten möchten. Hansjörg Fankhauser hat, in Absprache mit SRH, Gemeinde und Kanton eine erste Entwicklungsskizze für das Hafenareal vorgelegt. Ergo ist es legitim auch weitere Ideen einzubringen.

    Natürlich können Liegenschaften zurückgebaut/abgerissen werden. Logischerweise können Areale neu und intensiver genutzt werden. Es ist aber die EigentümerIn, welche darüber befindet. Im speziellen Fall, die Wohnbau-Genossenschaft Nordwest.

    Ansonst gilt: Basel-Stadt hat genügend Areale, welche modellhaft/visionär überbaut werden können (Lysbüchel, Rosental, Klybeck, Wolf…). Da könnten die Architekten sich abarbeiten und Vorschläge einbringen. Auch Christ & Gantenbein.

    Auf fremden Arealen und ungefragt den Kuckuck zu spielen finde ich eher fragwürdig. Auch, wenn die NZZ solche Überlegungen initiiert hat.

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    1. „Auf fremden Arealen und ungefragt den Kuckuck zu spielen finde ich eher fragwürdig. Auch, wenn die NZZ solche Überlegungen initiiert hat.“

      Also, wenn ich Sie richtig verstehe, dann wollen Sie Architekten im Besonderen den Mund verbieten, sich zu Gebäuden zu äussern, ihre Meinung kund zu tun, wenn sie danach gefragt werden, wenn es nicht öffentliche Gebäude sind? Also im Grunde genommen eine Zensur. Ich bitte Sie, solch eine Forderung sollte eine Beleidigung ihrer Intelligenz und Redegewandtheit sein!

      Sie haben sich mit ihrem Riesenbeitrag in etwas verrannt, weil Sie nicht gesehen oder bemerkt haben, dass dies lediglich ein von der NZZ angeregtes Gedankenspiel im Feuilleton und nicht ein ernst gemeintes, gefordertes Projekt ist. Und nun versuchen Sie mit solch einer abstrusen Forderung, dass man sich nur zu öffentlichen Gebäuden äussern darf, sich aus der Affäre zu ziehen.

      Doch, ich finde, jeder – auch Architekten – dürfen ihre Meinung zu jedem Gebäude kund tun. Erst recht, wenn sie danach gefragt werden. Sie dürfen auch Gedankenexperimente machen, welche uns aus einer gewissen Komfortzone holen. Man muss sie ja nicht teilen und gleich umsetzen. Aber wenn sie Diskussionen anstossen, was spricht dagegen?

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  7. Ob Glosse und lustig, ist vermutlich eine Geschmacksache und interessiert mich mässig.

    Aber! Und da find ich’s jetzt eher unlustig: Wenn zwei Architekten, Emanuel Christ und Christoph Gantenbein, öffentlich Besitz ergreifen und fremdes Eigentum als hässlich titulieren und dieses, nach ihrer Einschätzung, missratene Wohnentlein in der Öffentlichkeit zum Abriss freigeben, ist das eher frivol. Die beiden Herren sind nicht die Besitzer der besagten Liegenschaft. Sie haben auch keinen Auftrag sich über die Zukunft des Rheinparkgebäudes Gedanken zu machen. Das Gebäude gehört der Wohnbaugenossenschaft Nordwest (ob der Boden auch der Genossenschaft gehört, weiss ich nicht). Aber anyway. Wo kommen wir hin, wenn Architekten fremde Liegenschaft quasi als vogelfrei erklären, medial okkupieren, um daselbst ihre fantastische Architektur (oder haben sie visionär gesagt?) zu implantieren. Das ist eine ungehörige und plumpe Art von Akquisition.

    Ich staune ob der Gelassenheit von René Thoma, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung des wgn. Vielleicht denkt er sich so seine Sache…

    Zudem, bevor wir’s vergessen, das Rheinparkgebäude ist bewohnt und die BewohnerInnen fühlen sich dort aufgehoben. ob sich Christ & Gantenbein darüber Gedanken machen und auch an die Zukunft der BewohnerInnen gedacht haben, sei dahingestellt.

    Ich meine, da wäre es doch lustiger, wenn Christ & Gantenbein ihre Verdichtungsvision beim Erweiterungsbau des Kunstmuseum realisieren würden. Der bisherige «Kühlschrank«-Sockelbau könnte doch gut und gerne um einen Aufbau mit 30 Stockwerken optimiert werden. Statisch dürfte dies bei dem vielen Beton kein Problem sein. Als Edelwohnraum-Ghetto mit lichtdurchfluteten Loft’s mit Rheinblick und museumseigenem Direktzugang, sowie einem Generalticket für sämtliche Vernissagen und Diners in der Bel Etage.

    Damit könnte man der Stadt einen superben Leuchtturm an prominenter Adresse verpassen. Und, dies als kleiner Nebeneffekt, wären auch die Finanzprobleme des Kunsttempels bis ins nächste Jahrtausend gelöst. Die Loft’s könnte man für ein Schnäppchen zwischen 1 bis 3 Mio. € an finanzkräftige Expats verklickern (Joint Venture mit Roche, Novartis & Co.). Für die Stadt in jedem Fall eine Win-Win-Situation. Ob Christ & Gantenbein dafür allerdings die richtigen Architekten sind müsste halt in einem, vom Präsidialdepartement moderierten Echoraum, evaluiert/extrahiert werden. Das könnte gut und gerne Teil der Meisterprüfung von Lukas Ott sein. Hier könnte er seine Theorie zur Praxis werden lassen…

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    1. Die Architekten wurden von der NZZ nach ihrer Meinung gefragt? Welche Gebäude ihnen nicht gefallen und welche in ihren Augen erhaltenswert sind. In diesem Kontext ist die Aussage der Architekten zu verstehen. Oder haben Architekten kein Recht auf eine eigene Meinung und die Äusserung derselbigen?

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    2. Und wer war denn das schon wieder, der sich in unglaublich gleichförmigen Sermon über «die Entwicklungsmöglichkeiten des Birsfelder Hafens» ergeht, und dazu noch den Abriss von günstigem Wohnraum daselbst befürwortet, um das Steuersubstrat im «überalterten» Gemeindebann zu erhöhen?

      Ich glaube, es war der Meury. Weiss er nicht mehr, was er gestern noch gesagt hat, oder ist er einfach (mangels Gegenrede) von sich selbst berauscht?

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    3. „Wenn zwei Architekten, Emanuel Christ und Christoph Gantenbein, öffentlich Besitz ergreifen und fremdes Eigentum als hässlich titulieren und dieses, nach ihrer Einschätzung, missratene Wohnentlein in der Öffentlichkeit zum Abriss freigeben, ist das eher frivol.“ Wenn eine unaufgeforderte Präsentation mit Lösungsvorschlag (an unsolicited proposal…) bei Ihnen als „frivol“ ankommt, dann fragt man sich echt, welches Adjektiv Sie bei Häuserbesetzern anwenden würden?

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    4. @meury: dieser Beitrag kann nicht ihr ernst sein: über die hässlichen BL-Agglo-Einfamilienhäusli darf man ungefragt herziehen und sie tausendfach dem Abriss preis geben, aber über eine GENOSSENSCHAFT (!!) dürfen sich zwei Architekten keine Gedanken machen? Any way, come on: grobes foul.

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    5. @Margot

      Starker Kommentar. Ein bisschen wie nachtreten. Danke!
      Aber in jedem Fall aus der anonymen Schutzzone. Sicher ist sicher.
      Wenn sich Frau schon als Schiedsrichterin aufspielt und Rote Karten verteil, respektive Fouls feststellt: Schiedsrichterinnen orientieren sich an Spielregeln und sind nie anonym.

      Habe ich etwas über Agglo-Häuser gesagt?
      Will ich ihr EFH ungefragt abreissen?
      Bin ich Genossenschaftsvertreter?

      Zudem: Kern der Frage ist nicht die allfällige Hässlichkeit irgendwelcher Gebäude. Die Kernfrage war, ob sich bestimmte Areale besser nutzen und optimaler verdichten liessen.

      Ein bisschen Fakten: Gemäss einem Beitrag der bz (Nachbesserung) https://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/basel-stadt/rhypark-plaene-kein-hirngespinst-auch-kanton-hat-sich-schon-gedanken-ueber-abriss-gemacht-132806574 hat die Berichterstattung ein paar Fakts übergangen.

      Offensichtlich gehört der Boden auf welchem das WGN-MFH steht der Stadt. D.h. das Land ist im Baurecht an die Genossenschaft abgegeben worden. Ergo läuft ein Baurechtsvertrag. Wie lange, weiss ich nicht. Aber solange der Vertrag läuft wird dort gar nichts abgerissen. Da die Siedlung zwischen 1983 bis 1986 gebaut wurde, dürften die Häuser noch intakt sein. Mit 32 Jahren sind sie noch nicht abbruchreif. Ich gehe davon aus, dass ein 50-jähriger Pachtvertrag besteht. Würde heissen, dass die Rhyparkanlage noch weitere 18 Jahre unangetastet stehen bleibt. Danach wird ein Baurechtsvertrag verlängert, oder die Liegenschaft wird von der Stadt zum aktuellen Marktwert übernommen/abgekauft. Erst wenn die Stadt Besitzerin der Liegenschaft geworden ist, kann sie einen Abbruch, oder wie man heute sagt: Rückbau, in Erwägung ziehen.

      Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Überlegungen von Christ & Gantenbein Makulatur sein. Aber schön haben wir darüber gesprochen…

      PS.: «Auf Anfrage bei der Eigentümerin Immobilien Basel-Stadt hiess es zunächst, man habe sich nur Gedanken über die Zukunft des Restaurants «Rhypark» gemacht« (bz). Offensichtlich haben die Architekten den Auftrag falsch verstanden, oder über’s Ziel hinausgeschossen. Kann ja mal passieren…

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  8. A propos „häslich“ und „abreissen“: der neue Anbau am Kunstmuseum wäre ein guter Kandidat.

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  9. Wobei in etwas haben die Architekten recht: der Zugang zum Rhein ist schlecht gelöst. Das ist bei den alten Wiener Gemeindebauten, welche mit Torbögen arbeiten, besser gelöst.

    Anbei: Diese Idee stand vor ein paar Wochen in der NZZ und jetzt erst wird dieser Artikel entdeckt und alle basler Medien schreiben gleichzeitig darüber und quasi voneinander ab. Wahrlich, ein Armutszeugnis für den Medienplatz Basel. Tageswoche inklusive.

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    1. Zu Ihrem zweiten Abschnitt: Die Frage, die sich mir gestellt hat, wieso die Architekten ihre Überlegungen nicht in einer Basler Medienpublikation veröffentlicht haben. Die Architekten sind doch Basler, und die Idee betrifft Basel. In Zürich kennt doch niemand diesen Rheinpark. Ich finde das Gebäude schön, beim Spazieren abends leuchtet das Gebäude immer sehr schön von der Kleinbaslerseite her betrachtet.

      Aber auf dem Bruderholz gäbe es auch noch Platz zu verdichten und die Zukunft der Stadt neu zu denken. Die Hochhausüberbauungen neu dort könnte man mit den Hochhäusern bei Rheinhattan gelungen mit einer Seilbahn verbinden. Da könnte man sehr viele Menschen reinbringen wegen dem Wachstum, und wäre sehr dynamisch gedacht. Machen die Zürcher bei ihrem See so mit der Seilbahn, habe ich gehört, die sind schon viel weiter, Stichwort Greater Zurich Area (vom Bodensee bis Möhlin AG).

      Am meisten stört mich der Rhein. Der muss weg, zu alt. Das ist allen klar. Und verschwendet zu viel Platz, und seine Bewohner würde man besser in einem angesagten Restaurant essen (schafft Arbeitsplätze), anstatt sie ihr easy Leben leben zu lassen, das geht ja gar nicht. Da es darum geht in der heutigen Architektur, angedacht vermutlich in der Romantik, ins Lied der Natur emphatisch einzustimmen, könnte man einfach der entleerten Uferlinie entlang einen ganzen Hochhausriegel vom Kraftwerk oben bis nach Frankreich unten hinstellen. Natürlich mit dezent gekonnten Durchbrüchen, so ästhetisch-sensibel gestaltet, dass es keinem in den Sinn käme, diese seien von Menschen gemacht.

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    2. Das Ganze stand gemäss meiner Erinnerung entweder im Kultur- oder Inlandteil. Und es wurden diverse Architekten zu Gebäuden befragt, die sie für schützenswert und abreissbar hielten. Sie wurden also von der NZZ befragt. Es wird hier dargestellt, als ob die Architekten von sich aus die NZZ anschrieben, was total falsch ist!

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    3. Aus der Einleitung zur Artikelserie der NZZ vom 12. Mai (Link verdankenswerterweise schon von Schorsch gepostet):
      «Wir haben im Feuilleton deshalb einmal Platz geschaffen, damit Architekturbüros einen grossen Abrissplan für die Schweiz festlegen können. ‹Bestimmen Sie die Architektur, die Sie gerne abreissen lassen wollen», lautete die Anfrage quer durchs Land.›»
      Es wäre durchaus hilfreich gewesen, wenn Frau Weyer diesen Zusammenhang erwähnt hätte.

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  10. Sollte dieser Beitrag lustig sein?
    Ich bin enttäuscht, dass hier Ideen sogleich polemisch niedergemacht und ins Lächerliche gezogen werden. Bringt niemandem etwas, solche Schreibe.

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    1. Sollte ihr Kommentar eine Kritik sein? Wir sind enttäuscht, dass hier unsere Ideen sogleich polemisch niedergemacht und ins Lächerliche gezogen werden. Bringt niemandem etwas, solche Schreibe.

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    2. Ja.. echt. Ich finde die Ideen durchaus diskutabel. Mit dem Wort „peinlich“ halte ich es so wie auf dem Pausenplatz der Primarschule gelernt: „So peinlich“ schreien meistens die Grossmäuler, auf die das Adjektiv am meisten zutrifft. Ich hoffe, sie sind eine Ausnahme.

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    3. Sorry Herr Walter, aber auch ich finde Ihren Beitrag peinlich. Dünnhäutig und kritikunfähig sein kommt nicht gut im Journalismus! Da habe ich mehr von Ihnen erwartet. Leider ist auch der Beitrag von Frau Weyer nicht wirklich lustig, da habe ich mehr erwartet.

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    4. Wenn eine Idee an die stadtverachtende Bau- und Raumentwicklungspraxis der 70er Jahre anknüpft, ist ein polemisch niedermachender Beitrag darüber meines Erachtens nicht ganz falsch… Ein wenig lustig ist er auch.

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    5. War es wirklich nur ironisch gemeint? Bin mir da nicht ganz so sicher. Z.B. das Mehrgenerationenhaus – das ist eine gute Idee!
      Wenn wir unsere Stadt wirklich ausbauen wollen, dann reicht es, wenn wir den Architekten, egal ob bei der Stadtbildkommission oder im Architekturbüro, wieder mal klar machen dürften, dass sie letztlich die Diener der Bauherren sind und nicht umgekehrt. Dann liesse sich die existierende Bausubstanz genügend ausbauen, damit neuer Wohnraum entsteht und Platz für neue Schulhäuser anstatt der ewigen Provisorien.

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