Lang lebe die TagesWoche!

Die TagesWoche kämpft – und dank Ihrer Hilfe kommt sie ein gutes Stück weiter. Ein Update aus der Geschäftsleitung.

Die TagesWoche freut sich des Lebens und sagt Danke. (Bild: Nils Fisch)

Vor zwei Wochen haben wir öffentlich gemacht, dass wir eine Deadline haben und Geld verdienen müssen. Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben darauf mit vielen Mails, Kommentaren und im persönlichen Gespräch reagiert. Einige haben uns angerufen und eine Spende in Aussicht gestellt. Viele haben Abos gelöst, darunter sind Leserinnen und Leser, die zu uns zurückkehren. Es gab auch solche, die uns mit konkreten Vorschlägen und Businessideen unterstützten.

Das ist grossartig – vielen herzlichen Dank für Ihr Engagement! Es gibt nichts Schöneres als das Gefühl, von der Leserschaft, vielleicht sogar von einer Stadt getragen zu werden.

Dr. Sibylle Schürch, Geschäftsführerin TagesWoche.

Die Fakten:

• Wir sind bis zum 30. März 2020 abgesichert. Diese Deadline zeigt unser Finanzplan, wenn wir von der heutigen Situation ausgehen – also mit dem Geschäftsmodell, den Einnahmen und Ausgaben von heute rechnen.

• Die Stiftung für Medienvielfalt hat 2016 informiert, dass ihre Ressourcen ab 2017 für ein langfristiges Engagement von einer Million Franken reichen. Stiftungsrat, Verwaltungsrat und TagesWoche haben vor einem Jahr ein neues Geschäftsmodell mit Finanzplan ausgearbeitet und gemeinsame Ziele gesetzt.

• Wenn wir mit dem heutigen Modell weiterarbeiten, werden es rund 77 Prozent sein, die wir künftig selber erwirtschaften müssen. Aber nicht schon binnen eines Jahres – das ist aktuell in dieser Branche illusorisch. Darum hat die Stiftung eine Zusatzfinanzierung gesprochen – wir haben im Juni darüber berichtet.

• Dieser gemeinsam ausgearbeitete Plan wird nun verfolgt. Für die Rechnung 2017 zeichnet sich eine Punktlandung ab, das Budget 2018 ist beschlossen und liegt genau im Plan.

• Wir kümmern uns seit Juli 2017 intensiv darum, neue Einkünfte zu erschliessen. Dabei ist aufgefallen, dass Falschannahmen und Gerüchte kursieren – dass uns die Millionen nachgeworfen würden und wir Geld gar nicht nötig hätten. Um damit aufzuräumen, haben wir vor zwei Wochen Tacheles geredet.

• In einer Branche, in der im Monatstakt Abbaupläne und Entlassungen bekannt werden, sind drei gesicherte Jahre ein Glücksfall. Dafür sind wir dankbar und wir werden diese Zeit mit Geschäftssinn zu nutzen wissen.

Der Plan:

• Natürlich ist es schwierig, in der heutigen Medienbranche Geld zu verdienen. Wir sind nicht blauäugig. Würden wir alleine auf Abos setzen, dann bräuchte es 12’000 Enthusiasten oder 3000 Unternehmerabos, um so wie bisher weiterzumachen.

• Wir fokussieren selbstverständlich auf weitere Einnahmequellen. Als zuverlässiger und innovativer Geschäftspartner gehen wir Partnerschaften ein und suchen neue Werbepartner, während die Stiftung nach weiteren Investoren Ausschau halten wird.

• Was bleibt, sind der Stiftungsauftrag, unsere Werte und unsere Motivation.

Ein besorgter Freund bot mir am Montag seine Unterstützung an mit den Worten: «Medienberichte vom Wochenende lassen mich vermuten, dass du bei diesem Wellengang wahrscheinlich mit dem Surfbrett zur Arbeit gehst.»

Wer mit mir redet, weiss: Es geht uns sehr gut. Was in der TagesWoche abgeht, ist fantastisch. Wir sind voller Energie, schlagkräftig, dankbar und hochmotiviert. Stiftungsrat, Verwaltungsrat und TagesWoche kennen keine Gräben mehr, sondern arbeiten an gemeinsamen Zielen mit Zuversicht und Freude. 

Sie finden in der TagesWoche ein eingeschworenes Team, eine Führungscrew, die ich «Dream-Team» nenne, zwei Redaktionsleiter (bei uns gibts auch für Männer Teilzeitpensen und Co-Leitungen; das Wort Chefredaktor ist uns zu altbacken) und auf jeder Position Cracks, sei es in der Produktion, Bildredaktion, Administration oder im Marketing. Wir surfen nicht, sondern segeln hart am Wind auf unser nächstes Ziel hin.

Meinem besorgten Kollegen habe ich geantwortet: «Es kommt gut, lang lebe die TagesWoche!»

PS: Was Sie weiterhin tun können, ist ein Abo lösen oder eins verschenken, uns etwas spenden und mit oder über uns reden. Danke!


Ein Zeitungsentchen.

Eine Bemerkung sei hier zum Schluss noch erlaubt: Es stimmt, dass man nicht immer alles glauben sollte, was in der Zeitung steht. Der Mensch ist nun mal ein erfindungsreiches Wesen, produziert gerne mal eine Zeitungsente. Unlängst hat ein schlecht informierter Journalist, der das Telefon nicht gern in die Hand nimmt, geschrieben, die TagesWoche-Redaktion habe die Hoffnung auf ein Überleben ihres Mediums aufgegeben und Schiffbruch erlitten.

Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Auch haben wir nicht etwa wie behauptet keinen, sondern gleich zwei Redaktionsleiter. Und beide sind – wie das gesamte Team –  guter Dinge, was die Zukunft der TagesWoche anbelangt. Auch dank Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser. (gbr)

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