Sechs Jahre TagesWoche: kein Projekt mehr, sondern ein Unternehmen

Wir wollen den besten Journalismus in Basel bieten. Das bleibt unser Ziel Nummer eins. Doch dafür müssen wir Geld verdienen. Und dabei brauchen wir Sie.

Grün, gross und stark: Die TagesWoche muss künftig aus eigener Kraft bestehen. (Bild: Montage Hans-Jörg Walter)

Die TagesWoche wird sechs Jahre alt. Das ist allerdings kein Anlass für eine gemütliche Feier. Dafür ist das Umfeld, in dem wir uns bewegen, zu stürmisch. Das Verlagshaus Tamedia plant ab 2018 eine zentrale Redaktion für Inland, Ausland, Wirtschaft und Sport, für zwölf Tages- und zwei Sonntagszeitungen. Die NZZ Regionalmedien lagern das Korrektorat nach Bosnien aus – aus Spargründen.

Oscar Olano, Verwaltungsratspräsident TagesWoche.

Vor wenigen Tagen berichtete die TagesWoche, dass die «Basler Zeitung» und die «Südostschweiz» einen gemeinsamen Mantelteil planen. Der «Südostschweiz»-Verleger Hanspeter Lebrument erklärte: «Selbstverständlich macht man einen gemeinsamen Mantel, um Stellen einsparen zu können.» Das sind nur die Meldungen der letzten Monate. Aus der Erosion im Medienmarkt ist eine Lawine geworden. 

Dabei ist die Krise der Grossen die Chance der Kleinen. Die Chance liegt im Regionalen. Die Nachfrage nach lokalen Informationen erlitt bisher keinen Einbruch, denn viele Menschen möchten nach wie vor über ihre nähere Lebenswelt informiert sein. Was die grossen Medienunternehmen wegsparen, eröffnet Nischen für kleine Medienhäuser.

Der Kampf ums Überleben hat auch sein Gutes. Die gemeinsame Idee verbindet und eint, das Überflüssige fällt weg.

Pascal Mangold, Verwaltungsrat TagesWoche.

Vor sechs Jahren haben Baslerinnen und Basler die Initiative ergriffen zur Gründung der TagesWoche. Engagement, Idealismus und eine grosszügige Startfinanzierung machen aber noch kein erfolgreiches Unternehmen. In manchen Phasen machte das junge Projekt mehr durch hausgemachte Schlagzeilen als mit aufsehenerregendem Journalismus von sich reden. Doch wir haben unsere Lektionen gelernt.

Heute sind wir kein Projekt mehr, sondern ein funktionierendes Unternehmen, das sich hohe Ziele setzt: Wir wollen den besten Journalismus in Basel bieten. Dieses erste Ziel war die Triebfeder, die zur Gründung der TagesWoche geführt hat. Da­ran halten wir fest. Neu ist seit diesem Jahr Ziel 2: Wir müssen ­eigenwirtschaftlich genügend Geld verdienen, um Ziel 1 erreichen zu können. Da kommen Sie ins Spiel. Wenn Sie möchten, dass die TagesWoche weiterhin existieren kann, brauchen wir Ihre Spende, ein Abo, Ihre Meinung.

Der Kampf ums Überleben hat auch sein Gutes. Die gemeinsame Idee verbindet und eint, das Überflüssige fällt weg. ­Stiftungsrat, Verwaltungsrat und die Mitarbeitenden der TagesWoche sind zusammen gewachsen und bekennen sich stärker denn je zur gemeinsamen Vision des Unternehmens. Wir sind bereit für diese Herausforderung und freuen uns auf unser siebtes Unternehmensjahr. Gemütlich wird es nicht – aber hoffentlich erfolgreich.

Konversation

  1. ladet ein zur offenen Diskussion wie früher beispielsweise im Unternehmen Mitte. Das hier digital und online austragen zu wollen bringt nichts. Meine Meinung.

    Meine Meinung habe ich schon letztens zum gleichen Thema hier geschrieben, aber ich würde das lieber von Angesicht zu Angesicht mit den Verantwortlichen aus Redaktion und Geschäftsführung diskutieren.

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  2. Im Moment betreibt die Tageswoche wohl den besten Kampagnenjournalismus der Stadt.
    Siehe Berichterstattung über Conradin Cramers Habilitation. Da wird versucht ein Skandal heraufzubeschwören und damit einen bürgerlichen Regierungsrat zu beschädigen. Dass ein linker Regierungsrat ähnlich handelt, wird in der Berichterstattung ausgeblendet.
    Kampagnenjournalismus für die eigene Parteien-Klientel – so schafft man Leserbindung.

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    1. Aber, aber Georg. Wir sind baff angesichts Ihrer Aufregung. Von Skandal ist nirgends die Rede, der besagte Artikel wertet in keiner Art und Weise. Und wenn wir uns nicht täuschen, gehören doch Sie zu unseren treusten Lesern. Mit schelmischen Grüssen vom Dienstpult.

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