Virtuelle Realität – ein mächtiges Spielzeug

Die VR-Technologie wird marktfähig: Wer sich eine entsprechende Brille aufsetzt, wird Teil einer neuen Wirklichkeit. Das kann verstörend sein, bietet aber auch ungeahnte Anwendungsmöglichkeiten.

An employee displays the Google Inc. Daydream View virtual reality (VR) headset during an event at Google's Kings Cross office in London, U.K., on Tuesday, Nov. 15, 2016. After being criticized for not paying its fair share of British tax, Alphabet Inc.s Google unit is trying to show its a good corporate citizen by offering five hours of free digital skills training to all U.K. residents. Photographer: Simon Dawson/Bloomberg via Getty Images

(Bild: Getty Images/Bloomberg)

Die VR-Technologie wird marktfähig: Wer sich eine entsprechende Brille aufsetzt, wird Teil einer neuen Wirklichkeit. Das kann verstörend sein, bietet aber auch ungeahnte Anwendungsmöglichkeiten.

Die Schlagzeilen sind bereits geschrieben: «Virtual Reality (VR) – Mann stirbt beim Sex mit Avatar» oder «Jugendlicher Täter spielte VR-Shooter-Games». Und danach laufen Fortschrittsskeptiker Amok, füllen Kommentarspalten und werden VR-Games verbieten wollen. Sie vergessen dabei, dass eine Headline noch keine wissenschaftlichen Zusammenhänge erklärt und dass Menschen bei jeder Tätigkeit sterben können.

Fakt ist: Die virtuelle Realität ist ein mächtiges Spielzeug und wird uns künftig begleiten. Sie hat im vergangenen Jahr deutlich an Bedeutung gewonnen, weil mit Google, Sony und Facebook grosse Technologie-Konzerne VR-Brillen für jedermann auf den Markt gebracht haben.

Wer sich so eine Brille aufsetzt, wird Teil einer neuen Wirklichkeit und vergisst für einen Moment alles andere. Virtuelle Erlebnisse können deshalb sehr verstörend sein. Die Auswirkungen werden derzeit erforscht, einzelne Resultate stimmen nachdenklich. Wer zum Beispiel gewisse Reaktionen von Spielern von Horrorgames gesehen hat, pflichtet  allen VR-Gegnern sofort bei. Einige Probanden brechen während des Spiels schluchzend zusammen.

Dank VR können wir Fehler begehen, ohne dass wir sie je ausbaden müssen.

Fakt ist aber auch: Die virtuelle Realität bietet unzählige nützliche Möglichkeiten und wird heute bereits bei der Pilotenausbildung oder etwa im Militär zum Training von Fallschirmspringern eingesetzt. Und die künftigen Anwendungsmöglichkeiten – etwa in der Medizin oder der Stadtplanung – sind enorm.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten durch das Wettsteinquartier spazieren und die Auswirkungen der beiden Roche-Türme erleben, bevor sie wirklich gebaut worden sind. Oder Sie könnten den geplanten Veloring befahren und selbst nachvollziehen, ob die Behauptungen der Gegner oder der Befürworter stimmen, bevor der Ring realisiert worden ist.

Dank VR können wir Fehler begehen, ohne dass wir sie je ausbaden müssen. Und zumindest das wäre ein unglaublicher Gewinn. 

 

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