Wer davonläuft, kann keinen Kampf gewinnen

Warum soll jemand der SP und ihren Argumenten folgen, wenn sie bei der ersten Gegenwehr davonläuft? Bundesrätin Sommaruga könnte vom Prattler Boxer Arnold Gjergjaj lernen, wie man für seine Ziele hinsteht.

(Bild: Tom Künzli)

Warum soll jemand der SP und ihren Argumenten folgen, wenn sie bei der ersten Gegenwehr davonläuft? Bundesrätin Sommaruga könnte vom Prattler Boxer Arnold Gjergjaj lernen, wie man für seine Ziele hinsteht.

Der Basler Boxer Arnold «The Cobra» Gjergjaj bereitet sich auf den wichtigsten Kampf seiner Karriere vor. Am 21. Mai steigt er gegen den früheren Weltmeister David Haye in dessen Heimat London in den Ring. Und er will unbedingt gewinnen, um damit die Chance auf einen Titelkampf zu erhalten. Für sein grosses Ziel gibt er alles und bereitet sich akribisch vor. Er feilt an seinen Stärken und arbeitet an seinen Schwächen. Er studiert den Gegner, um im Ring nicht überrascht zu werden.

In der Politik ist das nicht anders. Wer in der Ring steigt, will für seine Überzeugungen kämpfen. Das hat am Dienstag auch Roger Köppel getan. Der SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Chef hat Bundesrätin Sommaruga angegriffen, weil die Personenfreizügigkeit auch auf Kroation ausgeweitet werden soll. Köppel warf der Sozialdemokratin unter anderem vor, sie verstecke sich hinter Worthülsen und lasse sich von der EU erpressen. Sommaruga verliess darauf den Saal und kurze Zeit später die gesamte SP-Fraktion ebenfalls. Das ist einfach nur schwach.

Beleidigt abgezogen

Warum soll jemand der SP und ihren Argumenten folgen, wenn sie bei der ersten Gegenwehr nicht für ihre Überzeugungen eintritt, sondern davonläuft? Dass die SVP sehr direkt angreift, dass Roger Köppel gerne provoziert und auf die Person spielt, und dass die Erweiterung der Personenfreizügigkeit die SVP in ihrem Kerndossier angreift, muss die Bundesrätin gewusst haben. Dass mit entsprechend massiver Kritik zu rechnen war ebenfalls. Hätte sie sich so akribisch wie die Kobra auf ihren Gegner vorbereitet, hätte sie Köppel vielleicht ins Leere laufen lassen. Sie hätte ihm vielleicht mit einem süffisanten Lächeln einen Treffer verpasst – doch das tat sie nicht. Sie und ihre Entourage sind ob der Attacke im Ring einfach beleidigt abgezogen.

Stellen Sie sich vor, die Kobra steigt in den Ring, kassiert zwei Treffer und hört dann einfach auf, und zwar mit der Begründung: «Er hat mich geschlagen.» Da würden selbst die treusten Fans das Handtuch werfen.

Konversation

  1. Sommaruga ist seit längerem einer auf die Person zielenden Hetzkampagne von Köppel ausgesetzt. Dieser ist durch Argumente kaum mehr zu erreichen. Er spult seine aggressive Botschaft ab. Es braucht viel Geduld, sich diese stupide Hetzte immer wieder anhören zu müssen. Dass sie sich dem für ein Mal entzogen hat ist mehr als verständlich. Dies nicht zu begreifen ist einfach nur schwach.

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  2. Sie hat ihn ja ins Leere laufen lassen. Was sonst, nach all den Versuchen auf Köppels penetrant verächtlichen, unschweizerischen „Stil“ moderat zu reagieren, kann denn eine anständige Frau tun, als so einem den Rücken kehren?

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  3. Danke für diesen Kommentar und die zutreffende Analyse.

    Das Besorgniserregende an der Situation ist, dass die Anhänger dieses Demagogen sein Gerede für die Wahreit halten. Hätten sie auch nur 15% seiner Intelligenz und einen Bruchteil seines Einkommens, er wäre nie gewählt worden… So betrachtet geht die Bildungspolitik dieser Partei voll auf. An Stelle von kirchlicher Doktrin tritt heute das Glaubensbekenntnis dieser unsäglich unschweizerischen „Völchler“. Denen würde ich auch so oft wie möglich aus dem Weg gehen und sie wenn immer möglich ins Leere laufen lassen. Oder wie Knackeboul es so treffend sagt, sie zu entwaffnen. Manchmal hilft es da auch einfach, diskrwtvund kommentarlos die Blase zu leeren.

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  4. Was für ein bescheuerter Artikel. Irgendwo darf’s auch mal reichen mit dem Anhören von Profilierungs- und Beleidigungskampagnen eines Köppels, der den Status als Politiker missbraucht um seine Weltwoche und sein Ego weiter aufzublasen, ein machtgeiler kleiner Berlusconi.
    Da ist kein Überzeugungsfeuer eines gestandenen Politikers, dem man auch mal einen emotionalen oder verbalen Ausrutscher verzeiht – sein unverhohlenes Grinsen bei „gelungenen“ Sprüchen verrät den berechnenden selbstgefälligen Lausbuben. Und wie ER danach die beleidigte Mimose gibt – was für ein unwürdiges Theater.
    Lasst sie verhandeln, schickt sie nicht in TV – Shows, sondern direkt zu den Europäern, weil sie ja alles besser wissen. Gut möglich dass dann das grosse Maul auch mal schweigt.
    Und liebe SPler, seid doch bitte nicht nur solidarisch und empört bezüglich der Sache, sondern legt euch ins Zeugs für eine Bundesrätin, die das Departement ausbadet, das doch eigentlich ein SVP Bundesrat hätte übernehmen können. Nur wollte sich wohl keiner der Kritik und dem Druck eigenen Partei aussetzen.

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  5. Dass sich Beat Jans hier öffentlich einmischt ist bemerkenswert, und beweisst, dass die SP selbst in der Position ist, die Köppelattacke aufzuarbeiten. Die Reaktion von Somaruga, den Saal zu verlassen, beweisst wie empört und beleidigt sie war! Gefühle können in der Politik nicht einfach verdräng werden! Sie gehören zur polotischen Kultur, wenn in Auseinandersetzungen auf die Frau gespielt wird.
    Die SP und Frau Somaruga befinden sich nun in einem Lernprozess, welcher wenn einmal abgeschlossen, das Konzept für zukünftige Köppel oder Martullo Ausbrüche bilden wird!

    Dank der Auseinandersetzung und Beabeitung der Presse ist eine solche Aufarbeitung überhaupt möglich. Hr. Jans sollte also dankbar sein, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die SP in Zukunft verhalten wird! Denn eines ist sicher: Lausbube Köppel sowie Beltzefrau Martullo werden die politischen Gegner noch einige Jahre mit Wortattacken aus der Fassung bringen wollen!

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  6. Keine Antwort von Jans betreffend den ’stundenlangen beleidigenden Aussagen von Köppel‘. Da qualifiziert sich einer selbst.

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  7. Meiner Meinung nach hat Frau Sommaruga genau das Richtige getan:
    Köppel ist nicht in den Ring gestiegen, um für seine Ueberzeugung zu kämpfen . Dass Köppel keine Ueberzeugung hat, sondern wie seine Partei bloss darauf bedacht ist, durch Provokation und populistisches Geschrei in den willfährigen Medien die nötige Beachtung zu finden, die das eigene Machtstreben befriedigt, ist seit Jahren bekannt.
    Köppel und Co. geht es um Macht, dazu ist ihnen jedes Mittel recht, Anleihen zur Festigung der eigenen Position besorgt man sich gern auch einmal bei der Pegida, AfD oder le Pen.
    Während Zyniker wie Köppel ihre Intelligenz und rhetorische Brillanz in den Dienst einer menschenverachtenden und letztlich kriegstreibenden Bewegung stellen, sind andere in der Parteileitung so unbedarft, das von ihnen nachgebetete Gelabber allen Ernstes zu glauben.
    Frau Sommaruga hat nicht nur richtig gehandelt: sie hat auch ein Beispiel dafür gegeben, wie verantwortliche Medien mit diesem rechten Gewäsch umgehen sollten: Statt jeden feuchten Furz dieser Partei zu einem politischen Ereignis hochzustilisieren, wäre es endlich angebracht, deren Urheber mit Nichtbeachtung zu begegnen und sie im verdienten Abseits, in das sie sich selber hineinmanövriert haben, zu belassen.
    Eine „wohlfeile Gegenrede“ bedeutete nichts anderes, als sich auf die geistige Ebene der Menschenverächter zu begeben, die sich feige zurückziehen, wenn es darum geht, aus dem Chaos, das sie mithilfe eines verblendeten und uninformierten Stimmvolks angerichtet haben, heraus zu finden. Es genügt, wenn sich Parteien bis in die SP die politische Agenda von einer rechtsextremen Gruppierung nach wie vor diktieren lassen.

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  8. @FAV:
    Aufarbeiten?? Nein. nur lernen sich auf diesen Neuling einzustellen. Das ist alles. Auf anständige Leute muss man sich nicht einstellen. Auf die anderen schon.

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  9. @ Markus Schöpfer

    Sie glauben doch nicht im Ernst, die SP hätte auf die substanzlose „Auseinandersetzung und Bearbeitung der Presse“ gewartet, um bei der SP eine „Aufarbeitung“ auszulösen. Was gibt es denn bei der Konfrontation mit Flegeleien überhaupt „aufzuarbeiten“?

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