Die bizarre Angst der SVP vor der gelben und grünen Gefahr

Zuerst versenkt das Baselbiet mit dem Margarethenstich eine Tramverbindung, aus der es für wenig Geld viel Profit hätte herausschlagen können. Dann fordert die Basler SVP eine generelle Ausdünnung des Tramnetzes. Gehts noch?

Schlimmer als Wespen: Die SVP sieht in diesen Trams die gelbe Gefahr. (Bild: BLT/facebook)

Manch einer rieb sich nach der Abstimmung über den Margarethenstich die Augen: Für den vergleichsweise bescheidenen Betrag von 7,3 Millionen Franken hätte das Leimental einen direkten Tramanschluss an den Bahnhof SBB erhalten. Basel-Stadt, die BLT und der Bund hätten ohne Murren mitbezahlt. Aber selbst die Schlaf- und Pendlergemeinden von Binningen bis Ettingen, die am meisten von der neuen Verbindung profitiert hätten, lehnten, teilweise deutlich, ab.

Ein ebenso überraschender wie kurzsichtiger Entscheid, der sich rächen könnte. Spätestens dann, wenn der Bahnhof SBB auf der Margarethenbrücke einen neuen Zugang erhalten wird, wie das in den Plänen zum S-Bahn-Herzstück vorgesehen ist. Dann muss das Projekt neu aufgegleist werden. Und so günstig wie jetzt wird es nicht mehr zu haben sein.

Bus statt Tram? Das ist die Verkehrspolitik der 1960er-Jahre.

Es war ein Entscheid, der – orchestriert von der Baselbieter SVP – vom Sparwahn und von der ewigen Angst der Autopendler vor Rotlichtern und anderen vermeintlich willkürlichen Hürden geprägt war.

Nun tritt auch die Basler SVP auf den Plan, deren Politik sich von denselben Ängsten leiten lässt. In einer Medienmitteilung verlangt die über das Baselbieter Abstimmungsergebnis «erfreute» Partei «angesichts der zweiten verlorenen Tram-Abstimmung innert drei Jahren eine Neuausrichtung der regionalen Verkehrspolitik».

Wer liest, wie sich die Basler SVP das vorstellt, greift sich an den Kopf. Die Partei fordert allen Ernstes eine «Ausdünnung» des Tramnetzes in der Stadt. «Die heutige Situation des Tramnetzes mit Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen infolge von Baustellen ist mittelfristig wirtschafts- und standortfeindlich für Gewerbe und Industrie», heisst es wörtlich. Zur Aufrechterhaltung des Netzes von BVB und BLT seien deshalb «vermehrt Busverbindungen einzuplanen».

Bus statt Tram? Das ist die Verkehrspolitik der 1960er-Jahre, von der Basel zum Glück mehr oder weniger verschont geblieben ist.

Bürgerlicher Angriff auf den ÖV

Man könnte diesen Vorschlag als Schnapsidee einer Partei abtun, die unüberlegt gegen alles schiesst, was nur im Geringsten nach Rot-Grün aussieht.

Bloss will nicht nur die Extrempartei SVP das Basler Tram ins Depot schicken. Den Anfang hatten die traditionellen bürgerlichen Basler Parteien gemacht, als sie das Referendum gegen das Erlenmatt-Tram ergriffen – eine zugegebenermassen teure Linie, die man aber spätestens dann, wenn das Entwicklungsgebiet Klybeck erschlossen werden soll, wieder auf die Tagesordnung wird setzen müssen. Es folgte der Gewerbeverband, der mit seiner Initiative «Zämme fahre mir besser» den Grundsatz der Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs aus dem Gesetz streichen will.

Und jetzt der Wunsch einer Ausdünnung des Tramnetzes.

Beim Margarethenstich offenbart sich eine Allianz aus Agglomerations-Kleingeist und rechtsbürgerlicher Auto-Turbopolitik. Es geht um die Autopendler und deren Wunsch nach freier Fahrt – möglichst überall hin und immer, auch wenn dies bei den wachsenden Pendlerzahlen noch so weltfremd ist. Sie wollen kein Tram, das die Strassen eigentlich vom Autoverkehr entlasten könnte, weil sie beim Abbiegen der Tramzüge kurz zum Anhalten gezwungen würden.

Hat sich der Lieblingsfeind aus dem Bau- und Verkehrsdepartement neue Schikanen ausgedacht?

Natürlich hätte das Rotlicht die Fahrt von der Binninger Basler- in die Basler Binningerstrasse unterbrochen. Es ist aber eine Fahrt, die alles andere als frei ist, die spätestens ein paar Hundert Meter weiter in Richtung Kernstadt zum Stopp führt, weil es an der Heuwaage unwiderruflich zur Kreuzung mit Tramlinien kommt.

Aber das will man als Pendler und Autolobbyist offensichtlich nicht sehen. Das erklärt auch die Hysterie, mit der auf einen Pilotversuch der Basler Regierung mit Dosierungsanlagen bei Einfallsachsen in die Stadt reagiert wird. Bevor dieser Versuch überhaupt öffentlich kommuniziert wurde, hat man in Riehen bereits Unterschriften für eine Petition dagegen gesammelt und im Grossen Rat Vorstösse mit besorgten Fragen eingereicht. Es reichte, dass die «Basler Zeitung» über ein amtsinternes Arbeitspapier berichtet hatte.

Bewährte Dosieranlagen

Gross ist die Empörung, dass damit künstlich Stau provoziert würde. Dass sich der vielgenannte Lieblingsfeind aus dem Bau- und Verkehrsdepartement neue Schikanen gegen die Autofahrer ausgedacht hat. Dabei wird ausgeblendet, dass die Dosierungsanlagen einzig den Sinn haben sollen, unvermeidbare Staus während der Stosszeiten von der Kernstadt an deren Ränder zu verlagern.

Wie das «Regionaljournal BS/BL» von SRF kürzlich erst berichtete, haben sich solche Dosierungsanlagen in den Städten Zürich und Luzern, die dieses System bereits seit 20 oder gar 30 Jahren kennen, bewährt.

Vom Glauben abgefallen

1986 wurde die Birsigtal- mit der Birseckbahn zur neuen Linie 10 zusammengeschlossen. Die Zugpendler aus dem Baselbiet mussten nicht mehr am Aeschenplatz oder an der Heuwaage aussteigen. 2001 wurde die Linie an den Bahnhof SBB angebunden. Das waren wie ein paar Jahre zuvor die Einführung des Umweltschutzabonnements vorbildliche Projekte, die vom Glauben an den Nutzen eines Ausbaus des öffentlichen Verkehrs geprägt waren.

Damit scheint es in einer Zeit, in der sich Konflikte zwischen Verkehrsträgern zu absurden Ideen hinaufschrauben, vorbei zu sein.

Konversation

  1. Busse sind nicht immer schlecht, sicher aber bei hohen Fussgänger- und Veloaufkommen ungesund. Das gilt ausgeprägt in Bahnhofsnähe und der Innerstadt.

    Zum Resultat Binningen: Die Notwendigkeit des ÖV-Ausbau muss immer und immer wieder dargelegt werden, damit das gewonnene ÖV-Niveau gehalten aus wirklich einleuchtenden Gründen ausgebaut werden kann. Z.B. anlässlich der europäischen Mobilitätswoche, an Veranstaltungen der Lungenliga (Feinstaub), des Lufthygieneamts (Ozon) oder einem innovativen Standortmarketing (Lärmsanierungen). Alarmierende Werte stehen einem unzureichenden ÖV-Anbindung in die Quartiere an Hanglage gegenüber. Es wäre an der Zeit, die längst angedachte Lösung mit Mini(elektro)Busse/TAXIs endlich umzusetzen.

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  2. Es geht ganz einfach darum, dass die SVP auch in Basel ein Instrument ist um Interessen von Lobbyisten demokratisch durchzusetzen. Die Zielgruppe sind verunsicherte Konservative die blind vor Angst sind und die Manipulation so nicht bemerken.

    Die SVP Basel wird zum Grossteil durch Gelder aus Zürich finanziert.
    Sowie die Lobby der SBB ebenfalls.
    Darum geht es.

    Aber wenn wir das thematisieren dieser Machenschaften weiterhin als Kantönligeist abtun, wird diese simple Strategie auch noch weitere 50 Jahre erfolgreich angewendet werden.

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  3. Ich habe das Gefühl, dass einige der Befürworter nun tatsächlich einen Margarethenstich erlitten haben. Die Vorlage wurde ABGELEHNT – also sucht euch eine andere Spielwiese für eure Argumente und verunglimpft andere Sieger. Stilvoll verlieren sieht anders aus!

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  4. Dass die neue Tramverbindung demokratisch abgelehnt wurde mag man bedauern muss aber akzeptiert werden. Hingegen verstehe ich nicht, dass nun alle die Köpfe hängen lassen, inkl. Zoo und Ozeaniumplaner. Was ist das für eine Einstellung? 7,3 Mio. Franken kann man doch organisieren. In den 1960er Jahren machten sich grosse Teile der Basler Bevölkerung für den Kauf von Picasso-Bildern stark. Wieso lässt sich das nicht mit einem Crowdfunding wiederholen? Unter Führung der Tageswoche oder einer anderen Gruppe oder Institution! Wer macht den ersten Schritt?

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  5. Für alle, die es noch nicht bemerkt haben: beim Margarethenstich ging es um die Anfing zum Bahnhof SBB, welche ja seit 2001 bereits besteht. Direkt aus dem Leimental an den Bahnhof, mit dem Stich wären es im besten Falle wenige Minuten schneller gewesen, aber Angesichts einer Fahrzeit von 30 Minuten, was machen da 3-4 Minuten aus ? Das propagierte Express Tram ist ebenfalls noch Illusion, den erst muss komplett Doppelspurig ausgebaut sein plus Ausweichgeleisen, der motorisierte Verkehr nimmt auch zu. Bei Bahnübergängen wie in Therwil allmorgendlich ein ziemliches Chaos, wenn er 10er und 17er im 3-4 Minuten Takt durchsausen.
    Die SVP verlangt eine Gesamtbetrachtung aller Verkehrsträger – Auto, Velos, ÖV . das ist Fakt und macht auch Sinn.

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  6. Leider wird immer nur das Argument der Zeitersparnis von 2 Minuten an den Bahnhof aufgeführt. Dies wäre ein Nebeneffekt der neuen Linienführung gewesen. Der grösste Vorteil des Margarethenstichs wäre aber gewesen, dass die Leimentaler Pendler schneller an ihren Arbeitsort zB Roche gelangt wären. Nun fährt der 17er halt weiterhin an die Schifflände, was eben nicht dem Kundenbedürfnis entspricht. Wäre ich Direktor der BLT würde ich den Betrieb des 17er aus betriebswirtschaftlichen Gründen einstellen.

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  7. Herzlichen Dank für diesen übersichtlichen klärenden Artikel. Die Angst der SVP vor Trämlis wird deutlicher. Ob es aber so einfach ist, die SVP-Anhänger Auto fahren zu lassen, und die Linken und Grünen das Trämli, bezweifle ich. Ich wäre für ein generelles Stadtverbot für Autos, für Velo- und Fusswege überall in der Stadt und gute Parkplätze am Rand der Stadt. Der Tric von Seiten der Tierfreunde, eine eventuelle Ablehnung des Margarethenstichs mit einer Erschwerung, das Ozeanium zu realisieren, zu kombinieren, finde ich übrigens genial.

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  8. Darum liebe ich die Tageswoche: sicher jeden Monat 1 mal wird auf den Baselbieter gedrescht. Das Klischee vom arroganten Städter, der weiss, was für den gemeinen Rampass gut ist, wird nachhaltig zementiert.

    Mein Verbesserungsvorschlag für die Dosieranlagen: am Wochenende umpolen, so dass die Ausfahrt aus der Stadt erschwert wird. Dann kann sich auch der Beppi am künstlichen Stau abarbeiten bevor er auf der Autobahn – über Baselbieter Boden notabene – in den Süden brettern kann.

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    1. Lieber Timm Meier, was schreiben Sie da? Sollten wir uns nicht eher vereinen, BS und BL? Sie als BL(?) bezichten auf arroganter Weise die armen Städter, arrogant zu ein? Ein besseres Votum für ein ganzes Kanton Basel haben Sie nicht aussprechen können.

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  9. Der (von mir auch sonst begrüsste) Volksentscheid hat einen „Kollateralnutzen“, den auch einige Linke begrüssen dürften: Uns bleibt vielleicht das völlig bescheuerte Ozeanium an der Heuwaage erspart.

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  10. Naja, vieles wurde hier bereits geschrieben. Aber meines Erachtens wurde ein ganz wichtiger Aspekt nicht erkannt. Im Baselbiet und vor allem in den Gemeineden nahe der Stadt da will man keine 5 Minuten Zeitersparnis. – Da will man schon lange endlich eine richtige Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Das soll nun endlich eine S-Bahn gebaut werden welche all die Gemeinden direkt mit dem Bahnhof verbindet. Und dazu braucht man nun wirklich keine Unterstützung der Städter, das kann Baselland schon selber realisieren und finanzieren, da braucht man weder Bundesgelder noch Beiträge aus dem Stadtkanton. Baselland hat ausreichend finanzielle Mittel, Geld ist in Massen vorhanden. Die wenigen welche von den Aussengemeinden in die Stadt wollen, können gerne zu Fuss gehen, ist billiger und gesünder.

    In der Stadt dafür, soll das eingesparte Geld für bessere Projekte eingesetzt werden. Verkehrsberuhigungsprojekte, Dosieranlagen, Reduktion der Verkehrsfläche welche dem Motorisierten Individualverkehr (MIV) benutz wird zu Gunsten von Öffentlichem und Nichtmotorisiertem Individualverkehr. Verringerung der Fahrspuren überall dort wo mehr als 1 Spur pro Richtung für den MIV vorhanden ist. Zusätzliche innerstädtische ÖV-Verbindungen wie die Achse Feldbergstrasse – Bahnhof-SBB. Damit die Fussgänger welche aus den Aussengemeinden kommen nicht so oft behindert werden wenn sie bei ihrem Fussweg durch die Stadt die Strassen überqueren wollen.

    Ich bin eigentlich froh wurde dieses Projekt verworfen. Somit werden jetzt endlich mittel und Raum frei für Nachhaltige Verkehrslösungen, in der Stadt wie in der in der Agglomeration auf welche ihre Bewohner richtig stolz sein können werden. Sie werden es sich vom Munde abgespart haben und ganz alleine ohne fremde Unterstützung verwirklicht.

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    1. Wenn ich 30 Jahre weiterdenke, würde ich das gelbe Birsigbähnchen so etwa ab Binningen in den Boden verlegen und dann als U-Bahn durch die Stadt führen.
      Ein Seitenast könnte dann auch nach Osten abbiegen und als drittes Untergeschoss im Bahnhof Basel selber enden.
      Dann bräuchte es keinen Stutz, nur dass es halt teurer würde.
      Aber irgendwann kommt man da um etwas tief Eingreifendes nicht herum. Es kann doch nicht sein, dass Massenverkehrsmittel von simplen Autos einfach ausgbremst, angefahren etc. werden.

      In Zürich haben sie mit der Glattal-S-Bahn den gleichen Unsinn gebaut: Täglich ein Unfall, der Auto und Tram ruiniert.

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    2. Sie haben recht – die Kunst ist es 20-50 Jahre vorauszuschauen und entsprechend zu planen. Städte- und Verkehrsplanung findet in der Zukunft statt, nur BS verhindert in der Gegenwart und teils Vergangenheit.

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  11. Dies scheint ja wieder einmal Qualitätsjournalismus a la Tageswoche zu sein. Schade dass ihr euch niveaumässig mit solchem Gekritzel rapide an der BaZ vorbei direkt dem Blick annähert. „Gotts eigentlich no!“ – die Abstimmungsgewinner so zu verunglimpfen und das erst noch ohne eine Analyse des Resultates gemacht zu haben, die auch die nötige Qualität besitzt. Mit Behauptungen und Verunglimpfungen polemisch herumpoltern ist populistisch und unbedingt anzuprangern. Wehret den Anfängen Herr Spirgi – das ist Journalismus unter der Gürtellinie.

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  12. Die Initiative „Zämme fahre mir besser“ des Gewerbeverbands Basel-Stadt verlangt, dass der Langsamverkehr, der öffentliche Verkehr und der motorisierte Individualverkehr vor vermeidbaren Behinderungen und Gefährdungen geschützt werden. Der Grundsatz des Vorrangs des öffentlichen Verkehrs (siehe § 30 der Kantonsverfassung) bleibt entgegen den Ausführungen des Autos dabei erhalten. Mehr Informationen unter: http://www.zämme-besser.ch

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  13. Es ist wirklich kaum zu glauben: Da handelt die Baselbieter Regierung mit der Stadtbasler Regierung einen Betriebsvertrag für den Margarethenstich aus, der der BLT über Jahre hinaus den Alleinbetrieb dieser hochrentablen neuen Tramlinie garantiert und der BLT damit viel Geld in die Tasche spült – und die Bevölkerung (inkl. Homburgertal!) schickt diesen Superdeal ihrer Regierung an der Urne bachab und entzieht ihrem eigenen Trambetrieb damit jährliche Mittel in Millionenhöhe. Na ja, gegen solche Dummheit ist wohl kein Kraut gewachsen!

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  14. alles richtig – warum wurden diese Argumente in BL nicht gehört bzw. laut genug geäussert? Es ist war nicht mal eine Vorlage im gewohnten links-rechts-Schema, alle ausser der SVP waren dafür. Quo vadis, Baselbieter Verkehrspolitik?

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  15. Städte mit mittelalterlichen Grundrissen, wie z.B. Basel, haben schlicht zu wenig Platz , um allen Verkehrsträgern nebeneinander genug Strassenfläche zu bieten. Deshalb müssen die umwelt- und platzschonendsten Verkehrsarten bevorzugt werden. Schadstoffarme wie Tram und, subsidiär, Elektrobusse sind zu favorisieren. Massentransporte sind mit meist einer Person pro Fahrzeug nicht möglich. Zudem wollen diese Vehikel noch abgestellt werden. „Parkierdruck“ und Stau entsteht durch zuviel motorisierten Individualverkehr. So gesehen ist der Baselbieter Entscheid ein Weg in die Sackgasse, so fährt man den Individualverkehr gezielt an die Wand. In der Stadt Basel wird in den kommenden Jahren dem mit dem Auto in die Stadt fahren Wollenden die rote Karte gezeigt. Dies sind wir der Lebensqualität (Luft zum Atmen, weniger Lärm) der Wohnquartiere der Stadt Basel schuldig.

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  16. Die Analyse greift zu kurz. Schon der Titel ist falsch. Die SVP hat keine Angst vor den gelbgrünen Trams, sondern sie schürt und instrumentalisiert diese Angst, um eine allgemeine Unzufriedenheit zu schüren und damit, wie sie hofft, mittelfristig einen politischen Wechsel herbeizuführen. Sack und Esel halt, und das ohne Rücksicht auf Verluste.

    Übrigens wiederholt Herr Spirgi schon im ersten Absatz auch einen Fehler, der wohl mitverantwortlich für die Abstimmungsniederlage war: Der um ein paar Minuten schnellere Anschluss an den Bahnhof wäre zwar ein willkommener Nebeneffekt gewesen, war aber mitnichten das Hauptargument für die neue Linie. Direkte Anbindung an entstehende Arbeitsplätze im Kleinbasel, Anbindung an den 36er, Entlastung der Innenstadt und Redundanz im Netz waren meines Erachtens viel wichtigere Punkte, die ich aber vor der Abstimmung kaum je gehört habe.

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  17. Heidiland braucht doch keine Drämmlis!
    Zur Not fährt man mit dem Traktor oder Pferdewagen in die Stadt.
    Arbeitsplätze braucht es auch nicht. Die Leute sollen auf den Feldern arbeiten oder Geissen treiben gehen.
    Die Universität kann man dann in eine Landwirtschaftliche Schule umbauen, vielleicht noch mit Abteilung „Kuhglocken-Klang“ und „kulinarischer Patriotismus“.
    Das braucht auch keine AKWs, früher fuhren die Züge ja auch mit Dampf.
    Dann dürfte auch das Ausländerproblem gelöst sein, denn jeder etwas anders oder weiter denkende Mensch ist nach vier Wochen weg aus diesem „Heidischen Paradies“.
    Satire-Ende!

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  18. Diese Artikel spricht mir aus dem Herzen.

    Vielleicht hätte Links-Grün in Basel weniger Probleme mit seiner Verkehrpolitik, wenn es weniger dogmatisch vorgehen würde und z.B. Bereiche der Innenstadt zu Randzeiten, etwa werktags von 10 Uhr bis Mittag und von 13–16 Uhr für den Autoverkehr freigeben würde, um das lokale Gewerbe zu unterstützen und um der Freiheit willen. Ich sage das als überzeugter Velo- und ÖV-Fan, der kein Auto besitzt.

    Ich verstehe nicht, warum manche Kreise eine Art «Feindschaft» zwischen verschiedenen Verkehrsträgern heraufbeschwören wollen und warum vernünftige ÖV-Ausbauprojekte wie jetzt der Margarethenstich systematisch bekämpft werden. Es müsste doch gerade hartgesottenen Auto-Fans einleuchten, dass der ÖV für weniger Verkehrsstaus sorgt, da weniger Autos unterwegs sind!

    Die Abschaffung des Trolleybuses in Basel halte ich übrigens immer noch für einen grossen Fehler und das Erlenmatt-Tram wurde kurzsichtigem und -fristigen Denken geopfert, auch wenn 68 Millionen Franken sicher kein Pappenstiel sind.

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  19. Deshalb braucht es die Einführung von Road Pricing. An den gesunden Menschenverstand bei gewissen „Gaspedaldurchdrücker“ zu appellieren, ist leider nicht möglich. Erst wenn sie die Handbewegung an die Gesässtasche machen und einen gewissen Geldbetrag abdrücken müssen, werden sie vielleicht gescheiter.

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    1. Damit kommt man nicht weit: Im Westen von Basel sind wohl so gegen 40`000 Arbeitsplätze, deren Arbeiter täglich zweimal von Osten und Süden her durch die Stadt geschoben werden müssen. Das Problem lässt sich nicht einfach mit „rechts hinten“ lösen. Wer sowas baut, benötigt Konzepte des professionellen Menschen-Massen-Transports zu den Arbeitsplätzen und zurück.
      Drämmli wirkt da eher romantisch-naja.
      Also entweder nach unten: U-Bahn
      oder nach oben: Schwebebahn.

      Und dann braucht es noch einen Autobahnring darum herum, den hat heute jede grössere Stadt.

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    2. Vielleicht sind es auch etwas weniger Arbeitsplätze, aber Potential hat die GHegend ja mit ihren geplanten Überbauungen.

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    3. Den Autobahnrings um Basel haben wir längst, es fehlt nur der südliche Teil durch das Gebiet unserer Nachbarn aus der Agglo – denselben, die den Margarethenstich und eben auch ELBA versenkt haben. Was lernen wir daraus? Freie Fahrt für Pendler wird vor allem dann gefordert, wenn der eigene Wohnort nicht betroffen ist.

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    4. Ja und von diesen 40’000 Arbeitsplätzen (?) sind auch nicht wenige durch weit Ausserkantonale besetzt, die sich weder für den MG Stich interessieren noch darüber abstimmen könnten.

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  20. Schön, wie hier pauschal alle Agglomerationsbewohner als „Kleingeistig“ beleidigt werden. Anscheinend haben nur linke Stadtmenschen das recht, „gut und richtig“ zu sein. Welch Arroganz!

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    1. Erkläre ich Ihnen gerne. Bei der Umstellung der Tageswoche-Homepage gingen alle LogIns verloren. Und da man auf dem alten Profil die E-Mailadresse nicht wechseln konnte, war ich zuletzt mit einer ungültigen E-Mailadresse angemeldet. Und da diese nicht mehr existiert, konnte ich auch mir die neuen LogIn-Daten für meinen alten Namen (ohne II.) nicht zusenden lassen. Also musste ich einen neuen Account eröffnen und wollte, dass man weiss, dass ich nach wie vor da bin. Jetzt dürfen Sie sich gerne auf die Schenkel klopfen – nur ich wüsste nicht wofür.

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    2. Ich bin mit Ihnen bis auf das „linke“ vor dem „Stadtmenschen“ einverstanden. Wer behauptet, er wisse, warum der Margarethen-Stich abgelehnt wurde, der muss eine sehr einfache Sicht auf die Sache haben.

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    3. Da gebe ich Ihnen recht – denn ich kenne die Gründe für die Ablehnung auch nicht. Ich denke, die sind vielschichtig und diffus und gehören erforscht. Noch einmal solch ein Debakel kann sich unsere Region nicht leisten! Derweil krümmen sich die anderen Agglomerationen vor Lachen, dass wir diese Bundesgelder einfach nicht wollen.

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  21. Das wahre Ziel dieser «Querdenker» ist die Abschaffung des subventionierten U-Abos.

    Und das wahre Ziel der «Dosierer» ist die Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs.

    Beides nicht wirklich zeitgemäss (und sektiererisch «bizarr»).

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    1. Es fehlen die realistischen Visionäre, welche mit Begeisterung und Emotionen wieder Abstimmungen zu solchen Projekten gewinnen! Mir schwant Böses beim Gedanken ans Herzstück! Andere Regionen lachen sich ab unserer Zerstrittenheit ins Fäustchen und bauen munter dank Bundesgelder.

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