Die grosse Verliererin heisst Eva Herzog

Die Basler SP-Finanzdirektorin hat sich einer Sache verschrieben, die den Urwerten ihrer Partei widerspricht. Unbeirrbar kämpft sie für die Unternehmenssteuerreform III. Das wird Folgen haben.

Steckt im Loch, das sie selbst ausgehoben hat: SP-Finanzdirektorin Eva Herzog hat sich vor der Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform in die Bredouille manövriert.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Die Basler SP-Finanzdirektorin hat sich einer Sache verschrieben, die den Urwerten ihrer Partei widerspricht. Unbeirrbar kämpft sie für die Unternehmenssteuerreform III. Das wird Folgen haben.

Die Basler Finanzdirektorin steckt im Dilemma. Bis zum bitteren Ende wirbt Eva Herzog für die Unternehmenssteuerreform III. Sie hat SVP-Finanzminister Ueli Maurer Rückendeckung gegeben, hat in der Mitgliederzeitung des Gewerbeverbands die Reformgegner attackiert. Ihre Verbündeten sind die Feindbilder der eigenen Partei. Die Gegner: Das sind ihre eigenen Genossen.

Am Sonntag dürfte es eng werden, Gegner und Befürworter der USR III liegen in den Umfragen gleichauf. Herzogs Problem: Gewinnt sie, verliert ihre Partei. Dann werden die Sozialdemokraten Herzog vorwerfen, den Ausschlag gegeben zu haben. Werden ihr vorhalten, die SP um einen historischen Sieg gebracht zu haben.

Das wird Folgen für den weiteren Karriereverlauf der ehrgeizigen SP-Frau haben. In zwei Jahren will Herzog Anita Fetz im Ständerat beerben, dafür braucht sie den Segen ihrer Partei und vor allem der eigenen Basis.

Sollte Jans einen Wechsel vom Nationalrat in den Ständerat anpeilen, hat Herzog ein Problem.

Und diese Beziehung ist zunehmend gestört. Die Basler Parteibasis, deutlich linker positioniert als Herzog, respektiert die an Wahlen so erfolgreiche Finanzdirektorin, ihren politischen Kurs teilt sie oft nicht. Die Delegierten liessen sich von Herzog nicht beeindrucken, als es darum ging, wie sich die SP Basel-Stadt zur USR III stellt. Sie stützten sie auch nicht, als Herzog vor den letzten nationalen Wahlen gegen eine weitere Ständeratskandidatur von Fetz agitierte.

Herzog wird intern gefürchtet. Geliebt wird sie nicht. Sie hat im Abstimmungskampf Parteiliebling Beat Jans in einem Streitgespräch in der TagesWoche öffentlich abgekanzelt. Ist im «Blick» gegen Parteipräsident Christian Levrat wie gegen einen politischen Erzfeind ins Feld gezogen. Hat deren Argumente für nichtig erklärt, viele Bedenken für unberechtigt.

Jans hat ihr die Demütigung nicht verziehen. Unlängst lagen in Basler Briefkästen Flyer mit seinem Konterfei. Dort bat Jans um Geld für die Kampagne und um ein Nein an der Urne. Sollte er einen Wechsel vom Nationalrat in den Ständerat anpeilen, hat Herzog ein Problem. 

Blinder Furor

Eva Herzog hat den Stolz ihrer Partei verletzt. Weniger durch ihr Engagement für die USR III, das sie mit kantonalen Interessen rechtfertigen kann. Sondern durch den blinden Furor, mit dem sie kämpft. Bundesrätin, heisst es, könne sie nur noch für eine andere Partei werden.

Lehnt das Volk die Reform ab, ist die Lage ein wenig entspannter für Herzog. Der Groll der Partei dürfte dann schneller abebben. Beschwerdefrei würde es gleichwohl nicht weitergehen. Herzog würde im Abseits stehen, gemeinsamen mit der geballten Finanz- und Politikmacht in diesem Land, die trotz unendlicher Ressourcen das Volk nicht überzeugen konnte. 

Keine eigene Rolle

Auch ihre Glaubwürdigkeit könnte Schaden nehmen: Bei einem Nein muss sie an einer besseren Lösung mitarbeiten, von der sie immer gesagt hat, dass sie nicht existiere. Eine, die weniger Steuerausfälle bringt oder zumindest kalkulierbare. 

Die Basler Finanzdirektorin hat sich einer Sache verschrieben, die den Urwerten ihrer Partei widerspricht. Sie hat sich nicht von der Angstmacherkampagne der Befürworter abgesetzt, hat keine Rolle eingenommen, die sie überparteilich erscheinen liess. Hat die Ängste vor einem massiven Abbau bei Bildung, Sozialem und Gesundheit nicht aufgenommen, oder Sorgen, dass sich Firmen auf Kosten der Bevölkerung immer mehr bereichern.

Egal, wie es am Sonntag herauskommt: Eva Herzog wird verlieren.

Konversation

  1. @ Melony:
    Tendenziell haben Sie ja recht.
    Andererseits – dass das denunziatorische Schleimvieh und die Prinzessin auf der Erbse auf Ihren Beitrag aufspringen, erschwert mir die Sympathie für Ihren verständlichen Einschub.
    Es gibt Leute, die bessere Argumente und etwas Humor mit „hate speech“ verwechseln.
    Da würden noch ganz andere Leute aus diesem Forum rausfliegen.
    Mir ist jeder rhetorisch amoklaufende Antifaschist lieber als Ihre zwei Mitstreiter. Die beiden haben etwas ganz Anderes im Hinterkopf.

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  2. @Daniel Hage: ich vermute mal, dass Sie die TaWo als Daniel Hage raus geschmissen hat und dies mit gutem Grund.

    Und nun kommen Sie zurück mit einem Pseudo, um noch mehr Dreck über andere zu schütten. Ich habe Sie entlarvt und nicht denunziert.

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  3. @Meloni Ich kann mich Ihrer Ansicht nur anschliessen. Ergänzend muss ich aber noch erwähnen, dass gleichzeitig auch, sehr fragwürdigt, nach sehr unterschiedlichen Normen redigiert bzw. zensuriert wird.
    Ich bin völlig davon überzeugt, dass es mit auch entscheidend ist, WER angegangen wird.
    Wenn sie den von Ihnen beanstandenden Tex, AN M.Seiler, der bis jetzt noch nicht zensuriert ist, mit dem folgenden, VON M.Seiler AN Herrn Hürlimann, der umgehend zensuriert wurde, vergleichen, wirft das die Frage nach Seriosität auf. Natürlich kann ich falsch liegen, mit meiner Ansicht. Es kann auch schlicht und einfach an der Kompetenz der jeweiligen Verantwortlichen liegen. Entsprechende Rechtfertigungen dürften wohl folgen. Wie auch immer, wenn die Tageswoche überleben will und wenn Sie in dem Zusammenhang auf die Community setzen will, muss hier dringend nachgebessert werden.

    Hier ist ein verborgener Kommentar
    «.Lesen Sie eigentlich Ihre Artikel, bevor Sie sie zur Veröffentlichung freigeben ? Ich empfinde Ihre Texte, die mich eher an kirchliche Sermone erinnern denn als eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit den realen Gegebeheiten, als eine einzige Ansammlung von oberlehrerhaften, ideologisch starren „Belehrungen und Zurechtweisungen“ an alle Leute, die ausserhalb der von Ihnen akzeptierten Leitplanken denken; bei Ihnen heisst es nicht „“Man“ weiss alles und damit basta“ sondern „Hürlimann weiss alles und basta“. Ich verfolge dann jeweils mit Amusement die Kommentare, die grösstenteils von Leuten zu stammen scheinen, die sich nach der Schule zurücksehnen, wo sie als Leitfigur eine Lehrerschaft hatten, die ihnen die Richtung vorgab und das Denken abnahm.
    Was nun „DISKUSIONFÄHIGE TEXTE“ angeht: Eine klare Aussage – die komischerweise hier zu „Stammtisch“, „Ich polier Dir die Fresse“ etc. führt – schätze ich allemal mehr, als die – übrigens auch typisch schweizerische – Herumdruckserei in Halbsätzen mit einer Diktion, die das Verständnis erschweren, um wohl besonders „originell“ rüberzukommen.

    PS: Ich habe nur unter diesem Nick veröffentlicht, und wer sich in Basel auskennt, weiss schon lange, wer ich bin. Mir werden übrigens in der BaZ mehr Kommentare aussortiert als hier – ca. 95 %, und das nun wirklich nicht, weil ich strammer Blocherianer wäre.»

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  4. @seiler
    scheuer kontrollblick in die abstimmungsrealität? – wie zu erwarten schicken die kmu-geprägten kantone die usr3 unaufgeregt bachab.
    (wenn ich die finanzministerin von bs wäre – gott behüte – hätte ich bis zum umfallen dafür gekämpft …. zumindest bleibt uns die strukturelle etablierung des klumpenrisikos – pharma-abhängkeit – wohl erspart)

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  5. @Melony… das ich ende vergangenes Jahr ca ein viertel Jahr absent war- egal untter welchem Namen oder Pseudonym- das hatte damals zuallererst einmal Gesundheitliche und als Private Gründe ! Das ich danach nicht mehr unter altbekanntem Namen hier „reüssierte“ das strimmt , wer ich dann unter Pseudonym eigentlich bin oder war das habe ich freilich Nie wirklich verhehlt, sowohl meine notorischen tippfehler als auch meine verbliebene Selbstbezichiguing als 2Gränzzaunbrünzler“ sprachen ja doch von anfang an Bände- wenn ich mich hätte partout verbergen wollen so hätte ichs anders aufgegleist- da gibt es von Ihrer seite nullkommaNull zu „entlarven“ , den Strauss brauchen SIE sich wirklich nicht anstecken zu wollen ! Inhaltlich habe ich aber Tausendprozent RECHT, ich habe einen Inhaltlichen Beitrag zum Artikel da oben geleistet und werde- anstatt dass er auf den Inhalt meines Kommentras zu dem ich voll und ganz stehe Irgendwie einginge- von M. Seiler mit immer neuem Verunglimpfungsdreck eingdeckt- vor einer Woche sogar aus heiterem Himmel zu einem TaWo Artikel zu dem ich mich gar nicht zu Wort gemeldet hatte- SIE dagegen scheinen auf dem Rechten Seiler-Auge BLIND zu sein und auf der anderen Seite das Gras wachsen hören zu wollen- das aber IST Denunziatorisch,
    Tendenziös und Inhaltlich falsch- BASTA !

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    1. Die TaWo ist sehr grosszügig in der Auslegung ihrer Kommentarfunktion. Keine andere Zeitung schaltet Kommentare sofort frei. Wir alle sind gefordert – nicht nur die TaWo-Redaktion – für Respekt und Anstand zu sorgen.
      Jeder darf seine politische Meinung vertreten. Darum geht es gar nicht. Sondern um die Kultur, wie wir miteinander umgehen.

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