Diese Museumsstrategie ist ja gut, aber eine Frage bleibt

Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hat ihre Museumsstrategie vorgelegt. Und konnte zum Glück der Versuchung widerstehen, angesichts schwelender Krisen dem Hyperaktivismus zu verfallen.

Eine Strategie ist eine Strategie ist eine …

So schillernd wie die Häuser, die dieses Papier planerisch umreisst, kommt die Museumsstrategie nicht daher. Soll sie auch gar nicht, denn inhaltlich steht die Museumsstadt Basel nach wie vor sehr gut da, was ein Blick ins aktuelle Ausstellungsprogramm eindrücklich bestätigt.

Dass die Basler Museen reibungslos funktionieren, ist keine Selbstverständlichkeit. Die finanzielle Krise des Kunstmuseums sorgte über Wochen für Schlagzeilen. So auch die Nachricht, dass der Bund sich finanziell gleich aus mehreren privaten Häusern zurückzieht und das Historische Museum sein Musikmuseum nur dank einer ausserordentlichen Spende zu retten vermochte.

Auf dem richtigen Weg

Der Kanton sieht sich also zu strategischem Handeln gezwungen. Es ist höchste Zeit.

Manch einer dürfte jetzt bemängeln, dass er in den 27 Seiten vergeblich nach der Wunderformel zur Lösung aller Probleme sucht. Aber die kann es gar nicht geben. Nicht übermütiges Vorpreschen ist gefragt, sondern ein pragmatisches Vorgehen und gut überlegte Hilfeleistungen für die finanziell kriselnden Museen. Mit den angekündigten Betriebsanalysen befindet sich das Präsidialdepartement auf dem richtigen Weg.

https://tageswoche.ch/kultur/museumsstrategie-ohne-heilsversprechen/

Hyperaktive Massnahmen haben bereits genug Schaden angerichtet – waren es doch gerade unüberlegte Handlungen, die das Kunstmuseum und das Historische Museum in die finanzielle Bredouille schlittern liessen. Beim Kunstmuseum hatte man nicht genügend darüber nachgedacht, wie das Haus den massiv erweiterten Betrieb meistern kann. Und das Historische Museum wollte das Präsidialdepartement auf Biegen und Brechen zu einem modernen Haus der Geschichte umwandeln.

Nur noch eines

Das vorgelegte Strategiepapier ist gut, weil es Wege umreisst und sie nicht aufdrängt. Weil es der Versuchung widersteht, die prinzipiell gut aufgestellte Basler Museumslandschaft umzugraben. Und weil es ein schlankes Papier ist.

Unter dem Strich bleibt aber die Frage: Warum – um Gottes Willen – waren sieben Jahre nötig, um diese Museumsstrategie zu Papier zu bringen?

Konversation

  1. Sprigi erzählt aber hier nur die halbe Geschichte, um dann die Frage zu stellen, warum es gedauert habe, bis er berichten durfte. Andernorts wurde über die beabsichtigte Superdirektion über alle Museen berichtet, die vom Regierungsrat bachab geschickt wurde. Die Tatkräftigen haben das Verbockte dann ihren Nachfolgern überlassen. Dies soll erdauert werden.

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  2. Woooowww das ist nun das Resultat nach all diesen Jahren? Eine Meisterleistung des Präsidialdep. „Das vorgelegte Strategiepapier ist gut, weil es Wege umreisst und sie nicht aufdrängt.“ Naja ein Strategiepapier ist eigentlich keine Bestandesaufnahme der möglichen Optionen sondern ein richtungsweisendes Dokument an welchem man sich orientieren kann.
    Es bleibt festzuhalten Frau Ackermann hat etwas geliefert was in allen Belangen unzureichend ist, aber immerhin sie hat geliefert…

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  3. Hab mir das Strategiepapier angeschaut und bin positiv überrascht. Nun geht es um die Umsetzung. Die beiden Damen die sich den Job teilen werden überzeugen einzeln und gemeinsam. Für mich ist der Schlüssel zum Erfolg bei den öffentlichen Museen Basels im Operations Management, dem Marketing und der Kommunikation. Bei allen Museen fehlt ein professioneller Auftritt welcher den Kunden ins Zentrum der Aktivitäten setzt. Die Oeffnungszeiten und die Museum Shops scheinen aus einem anderen Jahrhundert zu stammen. Der Internetauftritt ist wirr und ungenügend. Die Benchmarks setzen hier nicht so sehr die Privaten (Fondation Beyeler) sondern die öffentlichen Museen von Weltruf (Louvre, MOMA, British Museum, Rijksmuseum, etc). Am Inhalt liegt’s in Basel nicht. Die Direktoren und Kuratoren sind ausgezeichnet, aber das kommerzielle Management bleibt irgendwo auf der Strecke.

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