Hitzfeld und Ringier – eine unheilige Allianz

Das Medienhaus Ringier nimmt den Schweizer Nationaltrainer unter Vertrag. Ein Unding.

Schulbesuch des Schweizer Fussball Nationaltrainers Ottmar Hitzfeld in der Klasse A2a in Wald am Donnerstag, 30. August 2012. (KEYSTONE/Alexandra Wey) (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Das Medienhaus Ringier nimmt den Schweizer Nationaltrainer unter Vertrag. Ein Unding.

Der Stolz ist aus der Zeile herauszulesen: «Ringier nimmt Hitzfeld unter Vertrag» titelt «Blick online». Der Trainer der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft werde künftig für das Medienhaus Ringier Kolumnen schreiben und als Berater tätig sein. Ein Deal, der jeder Bananenrepublik würdig wäre: Der Nationaltrainer im Bett mit dem grössten Boulevardverlag des Landes. Es ist ein Unding.

Es ist allerdings nur auf den ersten Blick unverständlich, dass der Schweizerische Fussballverband diese Zusammenarbeit nicht verhindert hat. Wie wichtig es dem SFV ist, mit Hitzfeld einen Trainer mit Weltruf angestellt zu haben, wurde schon klar, als sein Vertrag 2011 verlängert wurde, obwohl sportlich wenig bis gar nichts dafür sprach. Mit ein Grund: Der Mann kommt bei den Sponsoren einfach verdammt gut an.

Wenn da nun durch die Verbandelung mit Ringier auch noch die Sicherheit geschaffen wird, dass vom Boulevard keine Angriffe gefahren werden, die die Strahlkraft Hitzfelds mindern könnten, kann das dem SFV nur gelegen kommen. Was nichts daran ändert, dass der Verband diese Kooperation niemals hätte zulassen dürfen.

Und was die journalistische Unabhängigkeit der Ringier-Mitarbeiter angeht: Da bringt dieser Vertrag zwischen Verlag und Nationaltrainer vielleicht sogar etwas Ehrlichkeit ins Geschäft.

Natürlich wird bei Ringier weiterhin davon gesprochen, dass es keine Vorgaben zur Berichterstattung über Hitzfeld und das Nationalteam gebe. Doch bereits vor dieser Offizialisierung der guten Beziehungen war Hitzfeld von «Blick» und «Sonntagsblick» auffällig freundlich begleitet worden. Fast so freundschaftlich, wie es der Umgang zwischen Hitzfeld und Ringier-CEO Marc Walder ist.

Selbst nach einer indiskutablen Leistung wie dem 0:1 in Montenegro wurde nicht die leiseste Kritik an Hitzfeld laut. Schuld waren immer die Spieler. Ein interessantes Muster der Berichterstattung, das so sonst bei Boulevardzeitungen nicht zu beobachten ist.

Für Gewöhnlich ist immer der Trainer das schwächste Glied einer Fussballmannschaft und wird entsprechend schnell und hart kritisiert. Bei Hitzfeld und Ringier ist diese Regel ausser Kraft gesetzt. Jetzt auch offiziell.

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