Mitt Romneys Alptraum-Perspektive

In seiner Rede in Tampa äusserte sich US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney abfällig über Obamas Klimapolitik – nicht zu seinen Gunsten.

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney sprach an der Republican National Convention in Tampa, Florida. (Bild: Keystone)

In seiner Rede in Tampa äusserte sich US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney abfällig über Obamas Klimapolitik – nicht zu seinen Gunsten.

Zwei Sätze aus der Rede von Mitt Romney bei seiner Krönungsmesse in Tampa müssen weltweit aufschrecken: «Präsident Obama hat versprochen, den Anstieg der Ozeane zu verlangsamen und den Planeten zu heilen. Ich verspreche,  Euch und Euren Familien zu helfen.»

Der republikanische Präsidentschaftskandidat will sich an Obama messen und sich von ihm absetzen. Er versucht, witzig zu sein. Und er will seine Basis verführen. Doch was hinter diesen Worten steckt, ist blanker Zynismus. Nun bestreitet auch Romney, dass die Klimaerhitzung menschengemacht ist. In seiner Rede steckt die unverhohlene Botschaft, dass die USA im Falle seiner Wahl zum Präsidenten noch mehr Öl, noch mehr Gas und noch mehr Kohle fördern und verbrennen, noch weniger Auflagen für die Industrie haben und sich noch zögerlicher – wenn überhaupt – an künftigen internationalen Bemühungen zum Aufhalten der Klimaerhitzung beteiligen werden.

Das ist eine Alptraum-Perspektive aus dem Land, das mehr Schadstoffabgaben pro Kopf als jedes andere in die Atmosphäre abgibt.

Auch militärisch und politisch schickt Romney gefährliche Botschaften in den Rest der Welt. Der potenzielle künfte Oberste Befehlshaber der wirschaftlichen und militärischen Supermacht äußert er sich nicht einmal konkret dazu, wie er seine Versprechen – zwölf Millionen Arbeitsplätze und Schuldenabbau – in den USA umsetzen will. Aber in internationalen Fragen beschränkt er sich auf populistische Schlenker: Er will mit Putin Tacheles reden. Er lässt sein Publikum rufen, dass die USA nicht bei China verschuldet sein wollen. Und er kritisiert Obama dafür, dass er versucht, das Atomwaffenproblem mit dem Iran auf dem Verhandlungswege – statt militärisch – zu lösen.

Doch Romney sagt kein Wort über die FreundInnen und NachbarInnen der USA: Nichts über Kanada und Mexiko-Lateinamerika. Nichts über Europa. Und nichts über Afrika. Das mag die republikanische Vision dessen, was Romney das «größte Land der Geschichte» nennt. Aber es ist kein Konzept für eine internationale Politik.

Konversation

  1. Für mich ist alleine schon der Gedanke, dass Mitt Romney und seine Hintermänner an die Macht kommen ein Horrorszenario. Haben die US-Amerikaner die Bush-Ära schon vergessen? Kriege, Umweltverschmutzung und eine weltweite Bankenkrise waren die Folge dieser egomanen Entourage.

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  2. Man kann nicht laut genug vor Romney warnen, genauso wie man Bush jr. nicht laut genug kritisieren darf. Aber die Bankenkrise, die ist auf „Sozialdemokrat“ Bill Clintons Mist gewachsen. Und: in den letzten 100 Jahren hatten die USA acht Demokratische Präsidenten, Jimmy Carter war meines Wissens der einzige von ihnen, der keinen Krieg geführt hat.

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  3. auch wenn die 4 Jahre seiner Amtszeit nicht nur von Erfolg gekröhnt waren. Es gibt nichts anderes, als den sozial-demokratischen Weg weiterzugehen. Die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft, welche die Wirtschaft stärkt, und welche die künftigen Gefahren für die Umwelt in die Überlegungen mit einbezieht, sind das einzige Rezept, für eine friedliche Zukunft. Die Isolationisten wie es die Rechten nun einmal sind, haben keinenachhaltigen Rezepte, und schüren die Gefahr für Kriege.

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