Warum ich Ja sage zur Energiestrategie 2050

SP-Nationalrat Beat Jans sagt Ja zur Energiestrategie 2050. Denn sie entwickle bewährte Instrumente weiter, statt sie abzuschaffen. Davon profitierten Umwelt, Wirtschaft und Konsumenten.

SP-Nationalrat Beat Jans sagt Ja zur Energiestrategie 2050. Denn sie entwickle bewährte Instrumente weiter, statt sie abzuschaffen. Davon profitierten Umwelt, Wirtschaft und Konsumenten.

Das Geld bleibt hier, das Gewerbe profitiert, die Haushalte werden auf lange Sicht entlastet und die Umweltrisiken werden kleiner. Es gibt viele Gründe, der Energiestrategie am 21. Mai zuzustimmen.

Sie wird die Abhängigkeit der Schweiz von Energieimporten Schritt für Schritt senken. Statt jedes Jahr rund zehn Milliarden Franken für Erdöl-, Erdgas- oder Uranimporte in Länder wie Russland, Saudi-Arabien oder Niger zu schicken, sollte die Schweiz auf einheimische erneuerbare Quellen setzen und bei neuen Geräten, Fahrzeugen und Gebäuden die Energieverschwendung vermeiden.

Zu diesem Zweck setzt die Energiestrategie im Wesentlichen auf drei bewährte Instrumente. Erstens wird das Gebäudesanierungsprogramm weitergeführt und ausgebaut. Es hat dazu beigetragen, den Schweizer Brennstoffverbrauch um rund einen Viertel zu senken.

Die durchschnittlichen Energiekosten der Haushalte wurden so um mehrere Hundert Franken jährlich gesenkt. Bei einem Ja zur Energiestrategie 2050 wird das Programm mit Steuerabzügen ergänzt und somit noch wirksamer. Bei einem Nein würde es 2019 auslaufen, obwohl es ein Erfolg war.

Der Strompreis wird um vier Prozent erhöht, damit schon in den nächsten zehn Jahren rund zwei Atomkraftwerke durch echten Schweizer Strom ersetzt werden können.

Zweitens wird der Bau von neuen Solar-, Biomasse-, Wasser- und Windkraftanlagen erleichtert werden. Zu diesem Zweck soll der Fonds für erneuerbare Stromproduktion aufgestockt werden. Dank diesem konnten bis heute erneuerbare Anlagen gebaut werden, die zusammen gleich viel Strom produzieren wie ein Atomkraftwerk. Bei einem Ja am 21. Mai wird der Strompreis um rund vier Prozent erhöht, damit schon in den nächsten zehn Jahren nochmal rund zwei Atomkraftwerke durch echten Schweizer Strom ersetzt werden können.

Der schrittweise Umstieg von Atom- auf erneuerbaren Strom ist der einzig richtige. Denn die uralten Atomkraftwerke werden aus Alters- und Sicherheitsgründen nach und nach abgestellt werden. Weil Atomstrom inzwischen teurer ist als Solarstrom, wird niemand in der Schweiz neue AKW bauen.

Einfach auf erhöhte Stromimporte zu setzen, wäre dumm. Denn dann entstehen die Arbeitsplätze in dieser zukunftsträchtigen Branche im Ausland statt bei uns.

Gaskraftwerke sind wegen des Klimaschutzes keine Option und einfach auf erhöhte Stromimporte zu setzen, wäre ebenfalls dumm. Denn dann entstehen die Arbeitsplätze in dieser zukunftsträchtigen Branche im Ausland statt bei uns.

Als Drittes werden die Auflagen an Autoimporteure verschärft. So wird der CO2-Ausstoss der importierten Fahrzeugflotte um rund 30 Prozent sinken. Das entlastet einen Haushalt mit Auto um rund 400 Franken pro Jahr. Auch dieses Gesetz haben wir schon, wir entwickeln es lediglich im Gleichschritt mit der EU weiter.

Die peinliche Stromlücken- und Hochkosten-Angstmacherei der SVP ist schon seit vierzig Jahren falsch. Sie wird sowohl von den Experten als auch von den Praktikern widerlegt.

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Und wie argumentiert die andere Seite? Der Gastkommentar von FDP-Politiker Daniel Seiler: «Warum ich Nein sage zur Energiestrategie 2050

Konversation

  1. Ich gebe NR Beat Jans auf der ganzen Linie recht, möchte jedoch noch ergänzen:
    Atommüll-Entsorgung, Zwischen- und Endlagerung müsste seit dem Beginn des Atomzeitalters DAS Thema sein und sollte aktuell als Grundlage für die bevorstehende Abstimmung richtungsweisend sein. Keine der alternativen Energien bedingt zeitbombenähnliche Zwischen-, bzw. Endlager für die Entsorgung von hochbrisantem Müll..
    Bei den Atommüll-Zwischenlagern sprechen die Fachleute von 40 Jahren Garantie. Dann kommt das Endlager, dieses sagt die Wissenschaft muss 1 Million Jahre halten. Was für ein Erbe hinterlassen wir den kommenden Generationen? Und nebenbei, haben wir aus Tschernobyl und Fukushima am Ende doch nichts gelernt?
    Einfach mal als Denkanstoss:
    ARD Endlager: Wohin mit unserem Atommüll? (Auch die Schweiz kommt darin vor)
    18.04.2017 | 29 Min.
    http://www.ardmediathek.de/tv/Faszination-Wissen-BR-Fernsehen/Endlager-Wohin-mit-unserem-Atomm%C3%BCll-/BR-Fernsehen/Video-Podcast?bcastId=26774544&documentId=42227686

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  2. Beleuchtung mittels LED? Das kriegen wir hin.
    Aber Heizen? Entweder wandern wir mal wieder aus in Richtung des „Landes, in dem Milch und Honig fliessen“, wie anno Domini 58 v, Chr., wo uns dann jemand anderes zur Vernunft brachte oder, wie gestehen uns ein, dass es schlicht acht Monate zu arschkalt hier ist, als um sich die Heizung wegzusparen. Da hilft auch kein dickerer Pullover, weil die Behandlung der Erkältung danach viel teurer ist, als das bisschen Erdöl, um die Bude zu heizen.
    Die Idee, mit Strom zu heizen, hat hoffentlich niemand? oder?

    Der einzige Ort, wo es in der Schweiz ohne Heizung gehen würde, wäre mitten im Gotthardtunnel: Dort soll es gegen 40 Grad warm sein.
    Das einzig Blöde ist, dass es dort dunkel ist.

    Molla oder AKW hin oder her.

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  3. Und ich finde, wir brauchen endlich wieder einmal eine energiepolitische Vision und die Energiestrategie geht in die richtige Richtung. Sie zeigt uns einen Weg auf, der auch mit Unsicherheiten verbunden ist, der uns aber wegführt von der Atomkraft und die erneuerbaren Energien wie auch das Sparen von Energie stärkt. Deshalb stimme ich JA am 21. Mai!

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  4. Jans präsentiert uns hier eine «Wette auf die Zukunft», deren Einsatz er nicht selbst bezahlen muss.

    Das ist etwa so seriös, wie eine Mauer zu Mexiko hochziehen zu wollen und Mexiko dafür bezahlen zu lassen.

    «Sozialdemokratie» im 21. Jahrhundert: «Nespresso»-Politik (gefriergetrocknetes Kaffeepulver in glänzender Alukapsel).

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    1. @Kol Simcha: Meckern aber selber keine Vorschläge unterbreiten. Das gängige Muster vieler Kommentierender hier.

      Ganz kurz zur Erinnerung:
      Die Welt ist endlich, die Ressourcen sind endlich, also funktioniert das mit dem ständigen Wachstum nicht auf ewig (nicht mal auf lange Zeit).
      Die Umstellung von Wachstum auf Nachhaltigkeit ist also zwingend, auch wenn sie lange dauert, viel kostet und selber zu Hauf Energie verschlingt.
      Wir können also durchaus heute damit beginnen – wenn wir wollen. Die meisten wollen aber nicht, vermutlich weil sie nur Kosten und keinen Nutzen sehen. Aber das ist ein anderes Problem.

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