Was ist eigentlich los mit Basel?

In den skurrilen Wirren um die Cüpli-Favela an der Art machten einige Entscheidungsträger der «Kunststadt Basel» eine schlechte Figur. Dabei wären nur ein wenig Gelassenheit und ein Quäntchen Mut vonnöten gewesen.

Hielt die Stadt eine Woche lang in Atem: eine harmlose Protest-Favela an der Art Basel. (Bild: Hans-Jörg Walter)

In den skurrilen Wirren um die Cüpli-Favela an der Art machten einige Entscheidungsträger der «Kunststadt Basel» eine schlechte Figur. Dabei wären nur ein wenig Gelassenheit und ein Quäntchen Mut vonnöten gewesen.

Die Favela ist weg. Die 44. Art Basel ist Geschichte. Und im Rückblick reibt man sich ungläubig die Augen ob der skurrilen Ereignisse, die sich vor Wochenfrist vor den Toren der renommierten Kunstmesse abspielten, tagelang für hitzige Diskussionen sorgten und recherchierenden Journalisten mitunter auch den Vorwurf einbrachten, eine Petitesse hochzuspielen.

Werfen wir doch einmal einen nüchternen Blick zurück.

Das TagesWoche-Video, das die polizeiliche Räumung des Messeplatzes dokumentiert, hat sich in Windeseile hunderttausendfach in Onlinemedien weltweit verbreitet. Selbst die sonst eher zurückhaltende Kunstfachpresse schaltete sich überraschend kritisch in die Debatte ein. So kommentierte etwa das deutsche Magazin «Art» schnörkellos und fadengerade: «Die Kunstwelt schreibt sich gerne Toleranz auf ihre Fahnen. Da sollte es auch möglich sein, dass ihre Akteure sie für ein paar Stunden selbst praktizieren.»

Die Favela-Farce
Lesen die Titelgeschichte über die Favela-Farce sowie das Interview mit dem Favela-Erbauer, dem japanischen Künstler Tadashi Kawamata, in der gedruckten TagesWoche vom Freitag, 21.6. – im Abo, als App oder am Kiosk.

Auch wenn offizielle Darstellungen vielleicht Anderes vermuten lassen könnten: Es handelte sich am vergangenen Freitag nicht um einen Aufmarsch gefährlicher Chaoten. Es gab keine Vandalenakte. Am Nachmittag wurde friedlich gegen die Art-Favela demonstriert – am Abend tanzten junge Frauen und Männer ausgelassen zu Reggaemusik. Erst nach dem Polizeieinsatz fielen böse Worte und flogen Klappstühle.

War das Ganze wirklich Grund genug für einen Polizeieinsatz mit Reizgas und Gummischrot – wie dies während der schweren Jugendunruhen in den fernen 1980er-Jahren ziemlich erfolglos praktiziert wurde?

Die traurige Seite der Lustig-lustig-Gesellschaft

Die Wirren um Tadashi Kawamatas Kunst-Favela warfen ein grelles Licht auf die unschöne Seite der Spassgesellschaft: Im Messepalast flanierte der Kunstadel am regimekritischen Werk eines Ai Weiwei vorbei, vor der Tür wurden Demonstranten aufgerieben.

Und danach wurde nobel geschwiegen.

Tagelang hielt es die Messe nicht für nötig, die Ereignisse zu kommentieren, die sich vor den Augen ihrer internationalen Gäste abgespielt hatten – Ereignisse, mit denen man im Vorfeld eigentlich hätte rechnen können.

So erfolgreich sich die Art von der Basler Bevölkerung abschottet – die «Welt da draussen» lässt sich nicht so einfach aussperren.

Tadashi Kawamata ist bekannt für polarisierende Kunstaktionen im öffentlichen Raum. An der Documenta 1992 in Kassel zum Beispiel wurden einige seiner Favela-Bauten von Demonstrierenden zerstört. Zu solchen Dummheiten liessen sich Basels jugendliche Kritiker glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt hinreissen. Gegenüber der TagesWoche, der Kawamata diese Woche in Paris ein exklusives Interview gewährte, meinte der Künstler aber: «Ich weiss um den provokativen Gehalt meiner Arbeiten.» 

Lässiges Spiel mit dem Feuer

So erfolgreich sich die Art Basel inzwischen von der Stadt und ihrer Bevölkerung abgeschottet hat – die «Welt da draussen» lässt sich nicht so einfach aussperren. Kaum hatten die lokalen Medien über das «Favela Café» auf dem Messeplatz berichtet, meldeten sich erste kritische Stimmen aus der (alternativen) Kulturszene.

Der Rest dieser Geschichte ist bekannt: Statt ein kreatives Szenario für den Fall der Fälle zu entwickeln, spielte die bedeutendste Kunstmesse der Welt lässig mit dem Feuer, rief 
die Feuerwehr, obwohl es gar nicht brannte – und entfachte so erst den Brand.

Mit Verlaub: So funktioniert Kommunikation nicht mehr im Zeitalter der sozialen Medien.

Gerne hätten engagierte junge (und wahrscheinlich auch ein paar nachdenkliche ältere) Menschen im Verlauf dieser Woche ein Zeichen anderer Entscheidungsträger vernommen. Etwa von jenen Regierungsräten, die im Verwaltungsrat der MCH Group sitzen und dort die Interessen der Baslerinnen und Basler als «Mitbesitzer» der Messe vertreten. Oder ein paar klare/klärende/kritische Worte des Regierungspräsidenten, der sonst selten eine Gelegenheit verpasst, sein Verständnis für die Bedürfnisse der Jugend- und Alternativkultur zu bekunden.

Im Gesamtregierungsrat sei der Polizei-Einsatz kein Thema gewesen, liess die Basler Regierung der TagesWoche via ihren Sprecher ausrichten. Und: «Die Kommunikation obliegt der Messe Schweiz und dem Justiz-­ und Sicherheitsdepartement.» Womit sich der Kreis wieder schliesst. Mit Verlaub: So funktioniert Kommunikation nicht mehr im Zeitalter der sozialen Medien.

Ist da noch ein Plätzchen für Unkonventionelles?

In den vergangenen Monaten wurden junge Leute, die in ihrer Stadt Unkonventionelles und Spontanes auf die Beine stellen wollten, verschiedentlich vor den Kopf gestossen. Der jüngste Eklat vor den neuen prächtigen (und mit viel Steuergeldern ermöglichten) Messehallen, aber auch die mangelnde Sensibilität bei der Aufarbeitung der Geschehnisse lässt für künftige Debatten über die Nutzung des öffentlichen Raums Ungutes erahnen.

Dabei wären in diesem Fall nur ein wenig Gelassenheit und ein bisschen Mut vonnöten gewesen.

Konversation

  1. Es ist keineswegs so, dass Nachricht und Kommentar zur Nachricht quasi natürlicherweise voneinander getrennt darstellbar sind. Die Realität des heutigen multimedial gebundenen – und auch des früher, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts rein printgebundenen – Journalismus insgesamt beruht zu einem sehr grossen Teil auf Agenturnachrichten, deren „Objektivität“ kein Mensch vor Ort des Geschehens einer „Nachricht“, innert nützlicher Frist verifizieren kann.

    Wann schafft es eine Nachricht über irgend ein Geschehnis in den Stand einer Agenturnachricht ? Wann muss eine Redaktion sich auf Agenturmaterial verlassen ? Wann lohnt es sich, eigene Recherchen zu tätigen?

    Alles Fragen, die weit vor der Frage nach der Trennung von „Nachricht“ und „Kommentar“ in einem Artikel oder in einer Meldung einer Radionachricht usw. stehen. Fragen, deren eine Antwort allerdings gegeben ist, bei allen Medienträgern, bei allen journalistisch verantwortlich Tätigen:
    Man trifft, angrefangen von Agenturkorrespondenten über Agenturredaktionen über Texte, Filmausschntte usw. bis hin zu einer Redaktion im Printbereich immer eine Auswahl.
    Interessant wäre es deshalb eigentlich, vor irgend einer Publizierung einer Nachricht die Frage nach den Auswahlkriterien der Nachrichtenagenturen, deren Texte oder Bilder man mehr oder weniger 1:1 übernimmt und die dann als quasi objektive Nachrichten gewertet werden sollen, zu stellen.

    Bis vor etwa 30 Jahren wurden solche Fragen, wenn sie denn schon gestellt wurden, allenfalls in Hochschulseminarien der wenigen publizistischen Lehrstühle in Europa aufgeworfen. Der Printjournalismus zog es vor, Nachricht und Kommentar mindestens semantisch am laufenden Band zu vermischen. Dafür ist gerade die damalige NZZ ein Musterbeispiel. Ich könnte diesbezüglich sehr wohl aus einem Nähkästchenversuch aus den späten Sechzigerjahren, an dem ich beteiligt war – die Sprache der NZZ über den Vietnamkrieg und die Sprache derselben Zeitung über die Kritik an diesem krieg des letzten Jahrhunderts untersuchend – berichten. Ich lasse es sein, weil es viel viel zu erklären und zu recherchieren gälte.

    Eines allerdings lässt sich in gebotener Zusammenfassungskürze festhalten:
    Es geht oft um Begriffe.
    Wann ist „Gewalt“ Gewalt?
    Wann ist „Terrorismus“ terroristisch? Welchen Unterschied gibt es zwischen „privatem“ Terror“ und Staatsterror ?
    Wann handelt beispielsweise ein Demonstrant „legal“, wann „illegal“?
    Sind alle polizeilich aufgestellten Regeln deshalb legal, weil sie von der polizeilichen Exekutive aufgestellt worden sind (etwa die Pflicht, eine Demonstration anmelden zu müssen, welche in einigen Rechtsstaaten als für die verfassungsmässig garantierte Meinungsäusserungs- und Redefreiheit als behindernd, also als nicht verfassungskonform angesehen werden) ?
    Wann sind „Rebellen“ oder „Aufständische solcherlei, wann sind bloss „Terroristen“ am Werk ?
    Wenn in Moskau „Femen“ in der Kathedrale nackt auftreten, ist das in Ordnung. Und wenn solche „Femen“ in der Klosterkirche Einsiedeln auftreten würden ? Oder sagen wir im Nationalratssaal des Bundeshauses in Bern oder im Bundestagsplenum im Gebäude des Berliner Reichstages ?

    Für solcherlei existiert schon längst ein sehr eingeschränktes, dafür mindestens in der westlichen Einheitsnachrichtenwelt herrschendes Vokabular. Um es auf einen bestimmten Punkt zu bringen:
    Wenn es in Putins Staat eine Femen-Demo gibt, ist bei uns selbstredend überall zu lesen, Putin würden die Freiheit von Russlands Bürgerinnen und Bürger malträtieren. Der Begriff „Freiheit“ fehlt in keiner Agenturnachricht über Feme-Demos, immer unter dem Vorwurfstonfall, dass sie in Russland, in der Ukraine, in Kairo oder weiss ich noch sonstwo fehlen würde.

    Meine Frage: Ist das nun Nachricht oder ist es schon Kommentar ?

    Selbstredend ist die Verteidigung eines bisher öffentlich zugänglichen kleinen Parks in Istanbul durch Anwohnerinnen und Anwohner Ausdruck von bürgerlichem freiheitlichen, nach Mitbestimmung drängendem Verhalten.
    Und wenn die Basler Messeleitung ein Favela-Cüplievent auf Allmendboden inszeniert, welches dann von ein paar Dutzend – vermutlich durchaus wachen – Zeitgenossinnen und Zeitgenossen und zahlreichen Zufallsanwesenden zu einem wirklichen Favela-Abend in karnevalistischer Manier erweitert wird?
    Ist das kritische Nachfragen nach den Einsatzbegründungen und den Einsatzmethoden durch die TW-Redaktion „linker“ Kommentargeist, während die Stellungsnahmen von Polizeileitung und dem veranwtortlichen Regierungsrat sowie von dem alleswissenden „Legalisten“ Buschweiler hier in derTW „Nachrichten“ sind, die nicht hinterfragt werden dürfen, weil sie doch eben „Nachrichten“ der legalen „Verantwortlichen“ seien?

    Die Schwierigkeiten der Print- und der TV- und Radiomedien heutzutage haben meiner Ansicht nach sehr wohl auch damit zu tun, dass diese Institutionen ihre Nachrichten meistens ziemlich kommentarlos von ganz wenigen großen Nachrichtenagenturen beziehen. Das hat ihre Glaubwürdigkeit weitherum enorm getrübt. Nicht zuletzt auch, weil diese Agenturen äusserst undurchsichtig sind und weit von Quellentransparenz entfernt ihre Semantik verkaufen.

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  2. Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre prinzipielle Bereitschaft auf Kritik durch Leserkommentare direkt einzugehen, dies ist nicht selbstverständlich. Ich schätze Ihre Arbeit und begrüsse das Projekt „Tageswoche“ grundsätzlich, ansonsten würde ich mir nicht die Zeit nehmen Sie zu kommentieren.
    Aber, und daran stosse ich mich momentan, hat sich meiner Meinung nach die Tageswoche in letzter Zeit, in trotzig-kindlicher Abgrenzung zur „neuen“ BaZ und den „Mainstreammedien“, fast schon zu einem Gesinnungsmedium der alternativen Szene entwickelt. Auf diese Art wird die Tageswoche zwar einen treuen Kern von Gleichgesinnten um sich scharen, ist aber chancenlos die nach rechts „abgestürzte“ BaZ als „die“ Zeitung von Basel ernsthaft zu konkurrieren, was doch schon die ursprüngliche Idee war. Wohl ist in diesem spezifischen Text der Status als Kommentar unmissverständlich, aber diese klare Trennung habe ich nicht während der ganzen Berichterstattung über dieses und verwandte Themen gespürt, und keinesfalls nur von Ihnen. (Wenn es Sie interessiert kann ich Ihnen gerne als Privatmitteilung einige Beispiele nennen). Ich war selber journalitisch tätig und ertappte mich auch ständig dabei mich selbst manchmal zu fest in die Berichterstattung einzubringen. Oft sind es nur die Wortwahl, kleine semantische Unterschiede, die die subjektive Meinung des Berichterstatters durchblicken lassen. Aber selbst wenn Ihre Gesinnung meiner nahe ist, möchte ich sie ausser in Ihren Kommentaren nicht spüren. Weil ich keine Zeitung möchte die nur meine Meinung bestätigt, sondern mich auch zum allfälligen Umdenken einlädt. Bitte nehmen Sie diese Kritik auch als Anerkennung Ihrer Arbeit an. Die BaZ kommentiere ich gar nicht mehr…

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  3. Es gibt zwei Sprichwörter, die diese Problematik ansprechen:
    „Gleich und gleich gesellt sich gern.“
    „Gegensätze ziehen sich an.“

    Bei „gleich und gleich gesellt sich gern“ verstehen sich die Menschen gut. Sie fühlen sich gegenseitig bestärt in ihrer Meinung. Es gibt ein Wohlfühlklima.

    Ganz anders ist die Situation bei „Gegensätze ziehen sich an“. Solche Menschen suchen die Herausforderung. Sie wollen am Widerstand wachsen. Das gelingt aber nur, wenn man das Gegenüber, das eine konträre Meinung hat, gelten lässt und als eine mögliche Option offenlässt.

    Auch Redakteure sind Menschen. Den einen gelingt es besser die eigene Meinung verdeckt zu halten, den anderen ein bisschen weniger. Weil hier bei der Tageswoche die Schranke zwischen Community und Redaktion durchlässig ist, ist die Möglichkeit gegeben auch die Redaktionsmitglieder immer besser kennen zu lernen.

    Bei der Favela-Geschichte ist mir Matthias Oppliger speziell aufgefallen, wie kaum persönliche Ansichten eingeflossen sind. Nun kann man entgegnen, dass er das und das weggelassen hat. Dazu ist zu sagen: Kein Mensch kann den vollkommenen Ueberblick über ein Geschehen haben. Und wenn das einer behauptet, dann lügt er. Es ist schlicht nicht möglich. Als Community sind wir ja hier eingeladen, eventuell nicht Berücksichtigtes zu ergänzen. Und wenn es verifziert werden kann, wird es auch im Text ergänzt.

    Zu vorgefertigter Meinung: Jeder Mensch ist frei eine vorgefertigte Meinung zu übernehmen oder sich mit Hilfe seines Gewissens eine eigene Meinung zu bilden. Also können Sie sich in dieser Hinsicht nur bei sich selber darüber Gedanken machen, sowie die anderen das ebenso nur bei sich selbst machen können.

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  4. Es ist niemandem verboten der Community beizutreten und seiner Meinung Ausdruck zu geben.
    Die Tageswoche übt keinen Einfluss darauf aus, wer sich an der Community anmeldet und wer nicht.
    Also. Kommet Ihr Kritiker. Nicht der Tageswoche, sondern der Inhalte der Artikel. Sagt was Ihr denkt.
    An das „zwanghaft unbedingt konträr“ glaube ich nicht wirklich. (Wissen Sie, es gibt tatsächlich ganz viele Menschen, die die Sache aus der Tageswoche-Sicht betrachten und die sich in anderen Zeitungen nicht wiederfinden können). Aber wenn Sie meinen. Nun, mich stört das nicht. Ich bin auch nicht zwanghaft derselben Meinung wie die Tageswoche. Ich beteilige mich, wenn ich es für nötig halte oder wenn ich vielleicht einfach Spass daran habe. Und ich lese die Kommentare mit viel Interesse. Und ich denke darüber nach.
    Die Tageswoche ist nicht Gott, der die Welt wieder in Ordnung bringt. Das müssen wir schon selber tun. Die Tageswoche bietet aber eine Plattform für Diskussionen und Meinungsbildung und das finde ich gut. Ich finde es sogar, in dieser Form wie es hier geschieht, einzigartig
    Irgendwie weiss ich jetzt noch immer nicht, wo Ihr Problem eigentlich liegt. Klare Trennung von Berichterstattung und Kommentar? Wozu soll das gut sein?
    Der Diskussion um das Dafür/Dawider darf gerne eine pointierte Aussage vorangehen. Das regt die Diskussion ja eben an. Im Gymnasium habe ich natürlich auch gelernt, mich möglichst neutral zu verhalten bzw. zu äussern, aber ehrlich gesagt, dies hat zu nichts geführt. Keiner fühlte sich genötigt, eine gegenteilige Meinung zu äussern (wozu auch, ich hatte ja beides bereits dargestellt). Also komplett sinnlos.
    Resultat: Es ist wie es ist oder es ist eben so. Beides Aussagen dich mich immer wieder in den Wahnsinn treiben.
    Ich halte Ehrlichkeit, Offenheit, Diskussionsbereitschaft und die Bereitschaft zum Richtungswechsel immer noch für das höchste Gut. Alles andere ist für mich Zeitverschwendung. Aber eben, das ist einfach meine Meinung und meine Art zu leben.

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  5. Nein, ich meine eine klare Trennung von Berichterstattung und Kommentar, die ich bei Herrn Leupin etwas verwässert sehe. Und besonders vielfältig ist die Berichterstattung der tageswoche in diesem Themenbereich ja wirklich nicht wenn wir ehrlich sind… mit ihrem zwanghaften „unbedingt eine konträre Berichterstattung zu den etablierten Medien haben müssen“ erinnert mich die Tageswoche zunehmend an die Weltwoche, im Grunde nur die andere Seite der gleichen Medaille. Und ich habe den verdacht, dass mit der „Community“ (!) von der Sie sprechen, nicht die gesamte Basler Gesellschaft gemeint ist, sondern nur ein ganz bestimmter Teil, der halt auch schon seine vorgefertigten Meinungen hat und sich diese von der Tageswoche bestätigen lässt. Wie trägt dies zur Meinungsbildung bei? Sie sagen: „So ein schwammiges Dafür-Dawider unterdrückt jegliche Art von Auseinandersetzung.“ ??? Eh? Ein Dafür-Dawider ist ja wohl die demokratischste und ehrlichste Art eine Auseinandersetzung und einen Diskurs zu führen? Ihre Ausführungen erinnern mich an einen Auspruch Hägars: „Demokratie ist, wenn alle meiner Meinung sind“

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    1. Sehr geehrter Herr «Maximilian R»

      Ich bin ganz Ihrer Meinung: Berichte und Kommentare sollen voneinander getrennt werden.
      Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um einen Bericht, sondern um einen Kommentar. Deshalb wird er im Vorspann auch mit dem Hinweis «Ein Kommentar von…» eingeleitet.
      Ich kritisiere in diesem Kommentar u.a. Mitglieder der rotgrünen Regierung. Hätte es sich um Mitglieder einer bürgerlich dominierten Regierung gehandelt, hätte ich genau gleich kommentiert, da ich parteipolitisch völlig ungebunden arbeite und keineswegs politisch «vorgefertigte Meinungen» vertrete, wie Sie monieren.
      Journalistische Kommentare sind keine Berichte, sondern meinungsgeprägt. Selbstverständlich darf man als Leserin oder Leser anderer Meinung als der Kommentierende sein und soll dies auch kundtun können – eine Plattform dafür bietet dieses Forum. Ich danke Ihnen fürs Mittun.

      Mit freundlichen Grüssen, Remo Leupin

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  6. Das ist tatsächlich schlimm, das wusste ich nicht. Gestern wurde ein Polizist in der Immengasse zu Brei geschlagen ?
    Liebe TaWo wie können sie sowas verschweigen, also das führt jetzt aber zu weit. Man muss sich das mal vorstellen ein Polizist der mal ein Mensch war ist jetzt Brei…

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  7. Eine schöne Realität haben Sie sich da konstruiert… Wie man gestern gesehen hat ist es für einzelne Polizisten ohne Kriegsmontur keinesfalls zu empfehlen sich unter die „friedlichen jungen Leute“ zu mischen…Auch ich war an der Favela anwesend, und wenn die Polizei nicht eingegriffen hätte wäre die „Party“ ausgeartet, eine Stunde später wären Hunderte unkontrolliert auf diesem nicht ungefährlichen Gelände gewesen, es hätte unweigerlich Verletzte gegeben. Erinnern sie sich noch an den Exzess im alten Kinderspital mit Schwerverletzen und einer komplett verwüsteten Spitraleinrichtung (die für ein Spital in Afrika bestimmt war). Das war das letzte Mal als die Polizei den Dingen ihren Lauf liess. Auch war die Stimmung keinesfalls so friedlich. Stundenlang wurde versucht die Musik friedlich abzustellen, ständig wurden die Polizisten verspottet. Wenn ein einzelner die Anlage hätte abstellen wollen wäre er zu Brei geschlagen worden wie gestern in der Immengasse. Die Agression ging ganz klar nicht von der Polizei aus. Die Aktion wurde geduldet, wenn es wirklich um eine Aussage gegangen wäre, dann wurde diese gemacht und die Aktion hätte nach dem xten Ultimatum friedlich beendet werden können. Wie hätte die Polizei denn sonst vorgehen können? Viele in der Basler linksalternativen Szene haben schlicht Freude an Gewalt gegen Ihr Feindbild Polizei, egal wie sich diese verhält. Es wird so lange provoziert bis sich diese wehrt, und dann wird mit Krokodilstränen gejammert wie grundlos brutal die Einsatzkräfte wieder eingeschritten haben.

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  8. Sie meinen, eine richtig langweilige Zeitung, die Ihre Neigung meistens nur in den Zwischenzeilen durchblicken lässt. So wie die NZZ zum Beispiel. Die Tageswoche ist, so wie ich das sehe, eben eine Zeitung und Plattform, welche die Vielfältigkeit auch über die Community herstellt. Also, tun Sie Ihre Meinung doch kund. Dass die Tageswoche ein Thema nicht einfach fallen lässt und auf ein anderes überspringt, finde ich persönlich herausragend. Man soll die Dinge zu Ende diskutieren, meine ich, und dazu ist es schon notwendig, dass eine Zeitung auf irgendeine Weise Stellung bezieht. Sonst kommt ja gar keine Diskussion in Gang. So ein schwammiges Dafür-Dawider unterdrückt jegliche Art von Auseinandersetzung. Sie mögen die vermeintliche Ausrichtung der Tageswoche nicht mögen. Ich sehe die Tageswoche eher so, dass diese sehr beweglich ist, und eben auf die Meinungen der Community reagiert. Schon öfter wurden gleichzeitig gegenseitige Meinungen publiziert. Also tun sie doch mit. Es scheint mir durchaus erwünscht zu sein.

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  9. Wenn Sie 6 Artikel zu dem gleichen Thema verfassen, dabei das Thema 6 mal aus dem gleichen Blickwinkel betrachtet wird und man schon vom Titel an bis zum letzten Wort Ihre Gesinnung herausspürt, dann hat das nichts mit unabhängigen Journalismus zu tun. SIe reden von „unlauter“ und „unprofessionell“… Nun, ehrlich gesagt, man spürt ständig, dass Sie die Fakten Ihrer Ananlyse anpassen und nicht umgekehrt, versuchen Sie sich bitte in Zukunft etwas aus Ihrer Berichterstattung „herauszunehmen“. Die Mediensituation in Basel ist ja fast wieder wie in in den 50ern wo die jeweilige politische Strömung ihre eigenen Medien hat und die der anderen Seite ignoriert. Wobei die tageswoche langsam noch peinlicher einseitig wird als die neue Baz. Aber eine unabhängige Zeitung für alle ohne politische Ausrichtung ist es was unsere Stadt wirklich bräuchte.

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