Eskalation unter der Dreirosenbrücke – das sagt ein Augenzeuge

Der Basler Journalist Alain Gfeller ist zufällig mit seiner Tochter unter der Dreirosenbrücke, als ein Polizeieinsatz ausser Kontrolle gerät. Ein Polizist erhält einen Schlag, die Tochter weint und Gfeller sagt: «Das war absehbar.» Seine Schilderung einer unnötigen Eskalation.

Eindringen in die Spielzone: Der Ort der Kontrolle, nachdem die Polizei wieder abgezogen war.

Was geschah vergangenen Donnerstagnachmittag auf der Kleinbasler Seite der Dreirosenbrücke? «Angriff auf Polizisten bei Personenkontrolle», meldete das Justiz- und Sicherheitsdepartement per Medienmitteilung. Die Meldung wurde von den Medien breit aufgegriffen.

Demnach kontrollierte die Kantonspolizei am Donnerstag, 14.30 Uhr zwei Personen, die sich im kleinen Park neben der Brücke aufhielten. «Im Verlauf dieser Kontrolle näherten sich Passanten, störten die Polizei bei ihrer Arbeit und stachelten die Kontrollierten zur Gegenwehr auf», schreibt das Departement.

Der Einsatz geriet ausser Kontrolle, als einer der beiden kontrollierten Jugendlichen gegen einen Polizisten handgreiflich wurde. Doch die Eskalation begann früher, sagt der Journalist Alain Gfeller und richtet Vorwürfe an die Polizei. 

Gfeller vermutet, er sei einer jener Passanten, die angeblich störten und aufstachelten. Die Schilderung in der Mitteilung, sagt Gfeller, habe ihn wütend gemacht und dazu gebracht, für die TagesWoche seine Sichtweise auf den Polizeieinsatz aufzuschreiben. 

Nachfolgend seine Schilderung der Dinge plus zwei kurze Videos – eines aufgenommen von Gfeller, eines von einer weiteren Quartierbewohnerin. Danach findet sich eine Stellungnahme der Polizei auf die erhobenen Vorwürfe.


«Ich ha Angscht»

Wird auf der Dreirosenanlage gedealt? Klar. Wird manchmal geschlegelt? Glaub schon. Werden Drogen konsumiert? Ja. 

Ja, in diesem Quartier gibt es Probleme. Wie in jedem Quartier. Finde ich das als Vater gut? Nein. Und als Anwohner mag ich es auch nicht. 

Meiner 5-jährigen Tochter gefällt es hier aber. Angst hat sie vor der grossen Klybeckstrasse und, seit Donnerstag, vor der Polizei. Grund: Eine eskalierte Polizeikontrolle. Dabei hätte es nicht so kommen müssen. 

Der Ablauf war vorhersehbar. Warum haben die Polizisten die Eskalation nicht kommen sehen?  

Am Donnerstag war ich mit meiner Tochter auf der Dreirosenanlage. Sie spielte mit anderen Kindern. Ich schaute zu. Dann wurde rund 20 Meter hinter mir eine Gruppe junger Männer kontrolliert, die unter einem grossen Baum im Schatten sass. 

Kurz darauf verlegten zwei Polizisten einen Teil der Kontrolle aber genau dorthin, wo meine Tochter mit kriegstraumatisierten Flüchtlingskindern und zwei Freundinnen spielte: In ein abgestecktes Spielfeld für Kinder. 

Rot markiert der Baum, unter dem die beiden Jugendlichen sassen, als die Polizei erschien. Die Kontrolle wurde dann an den Brückenrand in eine Spielzone verlegt.

Ich reagierte nicht. Nicht, wenn meine Tochter dabei ist. Dann sah und hörte ich, dass der kontrollierte junge Mann, ein filigran gebauter Schwarzer, die Polizisten mehrmals darauf aufmerksam machte: «Ich ha Impfig am Arm. Macht weh.» Das kümmerte den Polizisten offenbar nicht, er packte den Jungen jedenfalls immer wieder am selben Arm. Grob. Obwohl der Junge den Anschein machte, den polizeilichen Anweisungen Folge zu leisten. Und mit jedem Griff an den lädierten Oberarm spitzte sich die Situation zu – Eskalation lag in der Luft.

Ich wollte nicht, dass eine gewalttätige Festnahme vor den Kindern stattfindet. Also ging ich zu den Polizisten und bat sie, die Kontrolle ein paar Meter weiter weg weiterzuführen, der Kinder wegen. Das wollten die Polizisten nicht. Einer sagte, ich solle mein Kind richtig erziehen und verschwinden. 

Ich sagte, apropos Erziehung, dass ich es pädagogisch nicht besonders wertvoll fände, wenn meine Tochter ständig sehe, dass schwarze MitbürgerInnen kontrolliert würden. Und dann gab einer der Polizisten diesen bedenklichen Satz von sich: «Mir mache d Kontrolle genau do, damit d Kinder gseen, wär do d Problem macht!» 

Die Schwarzen also. Eine rassistische Aussage. «Ihr sind so Idiooote!», war mein Reflex. Es ist mir einfach so rausgerutscht. 

Knie im Nacken, Knie im Kreuz, Arm hinten hoch, Kopf am Boden, Schreie.

Ein Polizist drohte, er würde mich mitnehmen und verzeigen. Ich machte ihm klar, dass mich das nicht beeindruckte. Ich fühlte mich im Recht. Da versuchte sich der Kontrollierte für mich einzusetzen und fragte den Polizisten, warum er mich mitnehmen wolle. Ich gab dem Jungen Handzeichen, er solle sich ruhig verhalten. Ich wollte nicht, dass er meinetwegen mehr Ärger bekommt. Die Situation war verbockt. Ich setzte mich wieder hin. 

Naja, es kam wie es kommen musste: Der eine Polizist griff dem Kontrollierten erneut an den lädierten Arm. Dieser schrie: «Hey! Ich ha Impfig do! Tscheggsch nidd?!» Der Junge zog seinen Arm weg. Der Polizist griff wieder danach, der Junge zog ihn wieder weg und hielt den anderen Arm schützend vor sein Gesicht. Der Polizist packte den Jungen und warf ihn zu Boden. Der zweite Polizist half dabei. Knie im Nacken, Knie im Kreuz, Arm hinten hoch, Kopf am Boden, Schreie, ein dritter Polizist eilt herbei. Mein Kind weint. Vor der Polizei. 

Die Festnahme sah brutal aus, war wohl aber gesetzeskonform. Aber es hätte nicht zu dieser Eskalation kommen müssen. 

Der Polizist hätte den Jungen am anderen Arm halten können. Und er hätte ihn sowieso nicht dauernd anfassen müssen, denn der Junge stand einfach da und liess die Kontrolle über sich ergehen. Er tat das, was man von ihm verlangte. Äusserlich zumindest. 

Vielleicht sagte er nicht die Wahrheit. Aber das tut nichts zur Sache. Als Laie sehe ich zudem keinen Grund, die Kontrolle in der für Kleinkinder abgesteckten Spielecke durchzuführen. 

Wenn ich als Aussenstehender die Eskalation habe kommen sehen, warum haben die Polizisten es nicht gesehen? Wie werden die PolizistInnen auf solche Situationen geschult? Deeskalation sollte zum kleinen Einmaleins des Polizeihandwerks gehören.  

Zwei Polizisten führten den Jungen dann ab. Ich ging ein kleines Stück mit und fragte den dritten Polizisten, wie er heisse. Damit störte ich den Einsatz höchstens minimal. Die beiden anderen habe ich nicht angesprochen, da sie mit dem Abführen des Jungen beschäftigt waren. Eine Antwort bekam ich nicht. 

Der Polizist drehte sich ab, als ich auf sein Namensschild schauen wollte. Ich wies ihn darauf hin, dass er sich ausweisen müsse. Worauf er sein Klettverschluss-Namensschild von der Uniform nahm. Ich wies ihn darauf hin, dass er das nicht tun dürfe und dass er sich auszuweisen habe. Ich erhielt keine Antwort. 

Eine Weile später sah ich den Polizisten auf der Wiese stehen. Ich wollte sehen, ob sein Namensschild wieder an seiner Uniform war. Ich filmte. Es ist erstaunlich, was so ein Handy ausmacht. Der Polizist war jetzt plötzlich anständig und hilfsbereit. «Könne dr abstelle? S isch e polizeilichi Kontrolle. Ir könned jedds abstelle.» In ruhigem und anständigem Ton. Ich sagte, es sei öffentlicher Grund. Er unaufgefordert: «Sie hän jedds all unseri Näme. Si könne jedds abstelle.» Warum er sich vorher nicht ausweisen wollte, wollte ich wissen. Er bestritt alles und erklärte mir, dass er immer zeigen müsse, wer er sei. 

Die Aufarbeitung

Auch wenn mir zwei Tage später ein Polizist ein Gespräch angeboten hat, werde ich Beschwerde einreichen. Ich bin pessimistisch. Die Polizisten werden wohl einen ausführlichen Rapport schreiben müssen. Sie werden bestreiten. Besonders bei kleineren Verstössen und Delikten schützen sich die PolizistInnen gegenseitig. Ich werde als Passant, der den Einsatz störte, abgetan. Wahrscheinlich wird die Polizei denken, ich sei ein Querulant, mit einem Autoritätsproblem. Die Sichtweise der Polizei ist ihrer Medienmitteilung zu entnehmen. 

Aber dennoch: Es lohnt sich! Denn nur so kann man die Bevölkerung auf Missstände aufmerksam machen. Und darum geht es hier. Ich beschwere mich nicht über die Kontrolle. Ich beschwere mich über die Art und Weise der Kontrolle. Denn sie hätte so ablaufen können, wie die Musterkontrolle in einer Präsentation der Kantonspolizei Basel-Stadt: 2 Minuten 30 Sekunden. Anständig, respektvoll, würdevoll und frei von Gewalt. 

Ich habe ein schlechtes Gewissen. Der kontrollierte Junge fühlte sich womöglich von mir bestärkt. Obwohl ich ihn nie – zu keinem Zeitpunkt –angestachelt habe, Widerstand zu leisten. Ich nervte die Polizisten. Denn diese wollen nur ungestört ihre Arbeit machen. Vielleicht wäre die Situation nicht eskaliert, hätte ich einfach nur zugeschaut. Meine Tochter hätte dann auch nicht weinen müssen. 

Ich frage mich, ob die Polizisten auch ein schlechtes Gewissen haben? Ob sie sich ihrer Schuld bewusst sind. Werden sie sich zu einem Deeskalationskurs anmelden?


Die TagesWoche hat dem Justiz- und Sicherheitsdepartement einen Fragenkatalog vorgelegt. Sprecher Toprak Yerguz beantwortet diese in einer ausführlichen Stellungnahme.

Die Stellungnahme der Polizei

Wird die Polizei diese Vorwürfe untersuchen? 

Ganz allgemein können wir sagen, dass nach solchen Einsätzen Debriefings stattfinden, in welchen die Erkenntnisse gesammelt werden und in die weitere polizeiliche Arbeit einfliessen. Aufgrund der Heftigkeit der Geschehnisse gegen unsere Mitarbeiter und der hohen Zahl an Beteiligten während der Personenkontrolle ist das Debriefing in diesem Fall noch nicht abgeschlossen. 

Weshalb wurden die beiden Personen kontrolliert?

Wie verweisen auf den ersten Satz der Medienmitteilung: «Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat am Donnerstagnachmittag um rund 14.30 Uhr bei der Suche nach einer ausgeschriebenen Person eine Personenkontrolle auf der Dreirosenanlage durchgeführt.» Die Person wurde von der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft ausgeschrieben. 

Warum führt die Polizei eine Personenkontrolle absichtlich vor Kindern durch?

Kontrollen werden nicht «absichtlich» vor Kindern durchgeführt. Sie finden in der Öffentlichkeit statt, wo sich auch Kinder aufhalten können. Die Kantonspolizei ist verpflichtet, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Im Fall der Dreirosenanlage patroulliert die Polizei auch ausserhalb der genannten Personenkontrolle immer wieder vor Ort, damit sich dort kein Drogenumschlagplatz entwickelt – gerade zum Schutz des sich dort befindenden Spielplatzes. 

Personenkontrollen arten zudem in den seltensten Fällen so aus wie im vorliegenden Fall. Im Idealfall zeigen die kontrollierten Personen ihre Ausweispapiere und nach wenigen Minuten ist die Angelegenheit vorbei, sofern nichts polizeilich relevantes vorliegt. 

Dürfen Polizisten ihr Namensschild demonstrativ entfernen?

Hier die entsprechenden Auszüge aus Polizeigesetz und –verordnung.

Was geschieht nun? Wird solches Verhalten sanktioniert? 

Auf Seite der Polizei: Siehe Antwort Frage 1: Nach solchen Einsätzen finden Debriefings statt, in welchen die Erkenntnisse gesammelt werden und in die weitere polizeiliche Arbeit einfliessen. Aufgrund der Heftigkeit der Geschehnisse gegen unsere Mitarbeiter und der hohen Zahl an Beteiligten während der Personenkontrolle ist das Debriefing in diesem Fall noch nicht abgeschlossen. 

Auf Seite Passanten und Kontrollierte: Um eine Eskalation zu verhindern, sollten Kontrollen nicht gestört werden. Wie erwähnt: Im Idealfall zeigen die kontrollierten Personen ihre Ausweispapiere und nach wenigen Minuten ist die Angelegenheit vorbei, sofern nichts polizeilich relevantes vorliegt. 

Nimmt man mit solchem Verhalten nicht in Kauf, dass Situationen eskalieren, die man vielleicht ohne Gewalt hätte abwickeln können? 

Wir müssen hier ganz klar festhalten, dass der Einsatz ruhig begann und erst eskalierte, als sich Passanten einmischten und die Kontrollierten aufwiegelten. Also unsere Gegenfrage: Nimmt man mit solchem Verhalten nicht in Kauf, dass Situationen eskalieren, die man vielleicht ohne Gewalt hätte abwickeln können? 

Entspricht es der Praxis der Kantonspolizei Basel-Stadt, dass Kontrollierte und Drittpersonen geduzt werden? 

Die Kantonspolizei Basel-Stadt spricht die Bevölkerung per Sie an. Werden die Polizisten jedoch selbst konsequent geduzt, nehmen sie sich dasselbe Recht heraus. 

Konversation

  1. Wenn die sozialen Spannungen zunehmen, und die Politik aus Gründen der „Wettbewerbsfähigkeit“ nichts dagegen unternehmen will, muss auch die Polizeigewalt brutaler werden. Und wenn die Polizei immer brutaler und autoritärer auftritt, werden sich auch tendenziell brutalere und autoritärere Typen für den Polizeiberuf interessieren (während die anderen diesen Berufswunsch eher fallenlassen). Solange die Polizeigewalt den Kapitalinteressen nicht in die Quere kommt, kann die Brutalisierung sich ungehindert weiter hochschrauben. Nur eine kritische, unabhängige Presse kann dagegen vielleicht noch etwas ausrichten. Es geht eben nicht, wie die Buschweilers dieser Welt meinen, darum, pauschal „gegen die Polizei“ zu sein, sondern darum, etwas gegen Willkür, exzessive Gewalt und Straffreiheit zu unternehmen.

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  2. „Werden die Polizisten jedoch selbst konsequent geduzt, nehmen sie sich dasselbe Recht heraus.“ Dieser Satz ist nicht in Ordnung. Falls jemand nicht richtig deutsch kann und deshalb duzt, sollte sich die Polizei nicht anpassen. Sie sollte den Anstand wahren, ansonsten ist die Grenze zum Rassismus fliessend.
    Wenn ein Einheimischer duzt, dann ist es durchaus richtig, wenn die Polizei sich dasselbe Recht herausnimmt.

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  3. Skandalös, was sich hier ein Privatmann namens Gfeller an Freiheiten herausnimmt. Eingreifen in Polizeiaktionen geht nun aber gar nicht. Er führt sich hier als eine Art „moralische Instanz“ auf und verletzt dabei elementare Regeln des Rechtsstaats.

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  4. Ich kann weder in den Videos noch in der Schilderung ein krasses Fehlverhalten der Polizei erkennen. Die Verhaftung war wohl ruppig, aber ohne die Hintergründe des Verhafteten zu kennen ist es durchaus schwierig hier die Verhältnismässigkeit zu bewerten. Die Klientel der Polizei an der Dreirosenanlage ist schwierig und latent gewaltbereit. Da kann auch bei einem filigran gebauten jungen Mann eine entsprechende Vorgeschichte vorhanden sein, die den Polizisten im Einsatz bekannt war. Wie gesagt, ohne Hintergründe eigentlich nicht zu bewerten. Wenn bei einem potentiell gefährlichen Einsatz noch ein Passant im Nervton seinen Kommentar dazu abgibt (das ist im Video hörbar) und mit Beleidigungen kommt, kann ich ein paar deplatzierte Bemerkungen seitens der Polizei durchaus nachvollziehen. Ist nicht 100% professionell aber einigermassen verständlich. Polizeigewalt kommt tatsächlich vor und es ist wichtig hier wachsam zu sein. Hier wird aber etwas gar aufgebauscht. Eine Verhaftung anzusehen ist für Kinder nie etwas Schönes, gehört aber im Fall der Dreirosenanlage zu den Unannehmlichkeiten, die dieser sozial Hot-Spot mit sich bringt. Ich kann mich erinnern, dass viele Anwohner nach der Ermordung von Georg ein deutlicheres Vorgehen der Polizei gegen die Drogendealer gewünscht haben, ohne die entsprechenden Polizeieinsätze ist das aber nicht zu hab
    en.

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    1. Ich beschwere mich nicht, dass eine Kontrolle stattgefunden hat. Ich beschwere mich, dass die Kontrolle in das abgesteckte Spielfeld – für Kinder – verlegt wurde. Ich war nicht „Passant“. Ich bin also nicht an der Kontrolle vorbeispatziert, habe angehalten und blöd rumgenörgelt. Die Polizei ging mit dem Kontrollierten dahin, wo meine Tochter spielte. Angefangen hatte die Kontrolle weit weg (siehe Karte) und ich verstehe nicht, weshalb sie zu den Kindern verlegt wurde. Wenn der Junge der Polizei als gewaltbereit bekannt gewesen wäre, wäre es erst recht angebracht gewesen, die Kontrolle nicht dort durchzuführen oder das kleine Spielfeld zuvor räumen zu lassen.
      Ich „bausche“ hier nichts auf. Ich schreibe nicht über Polizeigewalt. Ich erwähne sogar, dass die Festnahme wohl gesetzeskonform war.
      Ein Video kann helfen zu belegen, dass der Polizist sich nicht ausweisen wollte (mit aufwändiger Tonbearbeitung versteht man mehr).
      alain gfeller

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    2. Der Vorwurf des Aufbauschens geht auch weniger an Sie, als an die Tageswoche. Sie haben Ihre Sicht geschildert, es ist offensichtlich, dass sie nicht korrekt behandelt wurden, ich kann aber dafür ein gewisses Verständnis für die Polizisten aufbringen. Die Darstellung hier, die ihre persönlichen Eindrücke und ein paar recht belanglose Fragen und Antworten der Polizei gegenüberstellt ist reisserisch und aufbauschend.
      1. wird das keineswegs in die Geschehnisse eingebettet, laut Polizeimeldung wurde ein Polizist geschlagen, so dass er ins Krankenhaus musste (OK, da wird in Polizeimeldungen gerne massiv übertrieben). Aber wann während dem geschilderten Ablauf ist das passiert. Weshalb wurden die zwei Personen verhaftet und war die kontrollierte Person tatsächlich die gesuchte Person? Das wären Fragen, die mich als Leser interessieren würden.
      2. werden hier Themen wie Polizeigewalt und Racial Profiling zumindest implizit angesprochen. Das sind wichtige Themen, die die nötige Beachtung finden müssen, insbesondere wenn über Orte wie die Dreirosenanlage berichtet wird.
      Schade, dass das nicht genutzt wird um etwas Substanzielles zu berichten, sondern ein etwas reisserischer Empörungsartikel daraus gemacht wird.

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    3. Polizeigewalt mag es geben, aber kaum in der Schweiz. Gewisse handgreifllerisches Handeln ist die Reaktion auf unkooperatives verhalten oder eben die plötzliche Einmischungen unbeteiligter Dritter. Der Polizist soll sich angreifen lassen und dann am Boden unter Schlägen und Tritten Kollegen alarmieren!?!

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  5. Seit mein Sohn in der Pubertät ist (Mischling) wird ihm plötzlich zuerst Handschellen oder er wird an die Wand gedrückt… Dann wird nach seinem Ausweis gefragt und was er in seiner Schultasche darin hat! Es ist ihm jetzt schon zum Lachen wenn die Beamten auf ihm zukommen vor Schulkollegen… seine (hellen) Schulkollegen werden nicht Kontrolliert! Traurig aber es gehört schon zu seinem Altag.

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    1. Den eigenen Kindern glaubt man immer zuerst, das kann ich nachvollziehen. Hinterfragen Sie sich mal was da alles passiert ist bevor es zu dem Einsatz von Handschellen kam – Provokationen ? Beleidigungen ? Sch****bullen ? Rassistensch***n ?
      Was sagen denn die Beamten, haben Sie da mal zugehört ? Klärend wäre eine Aussprache zu Dritt – Sie, der Beamte und natürlich Ihr Sohn.

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    1. In der Regel beantworte ich die Fragen meiner Tochter.
      Ich würde ihr antworten: Jemand, der illegale Drogen verkauft. Ich würde einen Exkurs über illegale und legale Drogen machen, kurzer Rundflug über «Wirkstoffe im Körper»… Oft will sie es genau wissen und hackt nach.

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  6. Man bekommt immer mehr das Gefühl, dass sich immer öffters frustrierte Zeitgenossen zur Polizei melden. Und sich später dann auch so benehmen. Ich weiss von was ich rede, kenne ich doch ein Zivil-Fahnder, der sich leider seinen familiären Frust zur Polizei mitgenommen hat.

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  7. Vielen Dank an Herrn Gfeller für seinen Mut, bei einer zumindest fragwürdigen Polizeikontrolle nicht einfach weg zu schauen!

    Die Basler Polizei hat in einer öffentlichen Veranstaltung am vergangenen Samstag im Union sinngemäss erklärt: „Als schwarzer Mann innerhalb einer bestimmten Altersspanne muss man um den Claraplatz herum oder auch an anderen Gegenden mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer Polizeikontrolle rechnen“. Der Ort, die Hautfarbe, das Alter und bestimmte Tageszeiten reichen der Basler Polizei offenbar als Verdacht auf Drogenhandel oder andere Delikte. Die Polizei bestätigt mit solchen Aussagen, dass sie Racial Profiling betreibt, was gegen das Diskriminierungsverbot verstösst. In Bezug auf den Artikel von Herrn Gfeller ist es erschreckend, wie negativ Polizisten im Alltag offenbar über schwarze Menschen denken und diese entsprechend behandeln.

    Anstatt aus solchen öffentlich gewordenen Fällen zu lernen und die Praxis anzupassen, würde es mich nicht wundern, wenn Herr Gfeller als Reaktion auf seine Beschwerde ein Gegenanzeige der Polizei erhält. Auch das leider gängige Praxis bei der Basler Polizei.

    Übrigens: Bei Kontrollen von People of Colour, die ohne hinreichenden Verdacht gemacht werden und über die man sich beschwert, heisst es von Seiten der Polizei meist: Eine Person, die auf die Beschreibung passe, sei ausgeschrieben gewesen. Nicht gerade sehr glaubwürdig!

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  8. Ich habe positive und negative Erfahrungen mit der Polizei (meistens beruflich). Dass es auch rassistische Typen darunter hat, kann ich bezeugen. Andererseits kann ich auch Verständnis entwickeln in Anbetracht dessen, was diese Leute zum Teil auszuhalten haben (abwertendes Verhalten von Leuten, meist in Gruppen). Oder den mangelnden Rückhalt durch die Führung und die Justiz. Ein schwieriges Feld… Ich glaube dem Journalisten aber jedes Wort.

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  9. Früher entfernte man sich mit seinen Kindern instinktiv aus Gefahrenzonen.

    Heute geht das «Kindeswohl» wohl vor und deshalb darf der Bürgerkrieg zwar stattfinden, nur nie neben einem Kinderspielplatz.

    Übrigens: «Polizeibrutalität» gab es schon immer, allerdings auch die «Delinquentenbrutalität». Was angenehmer zu spüren ist, diesen Entscheid überlasse ich dem «urbanen Weltbürger».

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  10. Das macht mich richtig traurig. Ich wohne in diesem Quartier und ich würde auch meine Kinder hier spielen lassen und würde mir wünschen, dass man für eine polizeiliche Kontrolle kurz 5m weiter laufen kann.
    Die rassistische Äusserung finde ich zudem extrem provokant und diskriminierend. einfach schlimm. ich möchte grundsätzlich Polizisten respektieren können.Aber so kann ich das nicht.

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  11. Wieder ein Artikel der TaWo gegen die Polizei. Da hat sich die Redaktion sich darüber aufgegeilt. Warum nicht einmal eine Reportage über eine Nachtschicht des Alarmpiketts der Polizei…? Vielleicht müssten dann einige auf der TaWo-Redaktion ihre Einstellung zur Basler Polizei ändern. Ob sie dazu in der Lage wären, stelle ich allerdings in Frage!

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    1. Das hatte ich zuerst auch gedacht, und finde die prinzipielle Polizeifeindlichkeit der TaWo auch echt daneben. Wenn aber hier die Tatsachen stimmen, gibt es bei der Polizei ein ernsthaftes Problem.

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    2. Ich habe nichts erfunden. Zudem habe ich die Aussagen im Original-Kontext gelassen. Es gibt Zeugen und belastendes Bild- & Tonmaterial.

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    3. Ich glaube Ihnen nicht. Schlimm genug, dass Sie hier in der Tageswoche Gelegenheit erhalten, ihr ganz persönliches, gefärbtes Weltbild darzulegen. Schlimmer noch, dass Sie allen Ernstes glauben, hier im Recht zu sein. Ihre Darstellung der Fakten ist tendenziös und politisch gefärbt. Das Einmischen in eine Polizeiaktion ist absolut inakzeptabel.

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    4. Ich glaube Ihnen nicht. Schlimm genug, dass Sie hier in der Tageswoche Gelegenheit erhalten, ihr ganz persönliches, gefärbtes Weltbild darzulegen. Schlimmer noch, dass Sie allen Ernstes glauben, hier im Recht zu sein. Ihre Darstellung der Fakten ist tendenziös und politisch gefärbt. Das Einmischen in eine journalistische Arbeit ist absolut inakzeptabel.

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    5. Sehe ich ähnlich. Die Tageswoche berichtet ausschliesslich nur, wenn sie etwas Negatives zu berichten hat. Gut, das wird von einem BastA!-Grünen-SP-Parteiblatt auch erwartet. Aber es ist schon extrem auffällig. In etwa so auffällig wie doopelseitige Blocherinterviews in der BaZ. Ich finde den Vorschlag, dass die Tageswoche einmal einen Nachtpikett begleitet, interessant. Würde die Tageswoche ähnlich berichten, wenn die RR bei der SP wäre? Wohl kaum.

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    6. Sehe ich ähnlich. Georg II. kommentiert ausschliesslich nur, wenn er etwas Negatives zu berichten hat. Gut, das wird von einem SVP-Rechtsnational-Parteimann auch erwartet. Aber es ist schon extrem auffällig. In etwa so auffällig wie doopelzeilige Kommentare in der BaZ. Ich finde den Vorschlag, dass Georg II. einmal eine Reportage über die Arbeit der TaWo-Redaktion begleitet, interessant. Würde Georg II. ähnlich kommentieren, wenn die TaWo bei der SVP wäre? Wohl kaum.

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    7. Wieder ein Kommentar von Karl Buschweiler gegen die TaWo. Da hat sich Buschweiler sich darüber aufgegeilt. Warum nicht einmal eine Reportage über die Arbeit der Redaktion…? Vielleicht müssten dann Buschweiler seine Einstellung zur TaWo ändern. Ob er dazu in der Lage wäre, stelle ich allerdings in Frage!

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  12. Falls sie Zweifel daran haben, was für ein Schlag von Menschen bei der Polizei arbeitet, empfehle ich an einem warmen Sommertag einen Spaziergang am Waaghof vorbei, dann stehen da manchmal die Fenster der Umkleidekabinen offen. Da reihen sich „Islam not Welcome“ Sticker neben einschlägig bekannten Totenköpfen und „dicken Titten“ ein… Und diejenigen die dieses Gedankengut nicht vertreten decken ihre Kollegen zumindest.

    Überall Polizei, nirgendwo Sicherheit.
    Props an den jungen Mann für sein beherztes Zulangen und an Herren Gfeller fürs Einschreiten und aufarbeiten!!
    Man sollte sich die Schikanen dieser besserbezahlten Schläger nicht so einfach gefallen lassen.
    Sichere Quartiere sind Quartiere wo die Nachbarn zueinander schauen, nicht solche in denen die Schlümpfe Jugendliche und Ausländer zusammenschlagen.

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  13. Wäre gfeller mit seinem kind weggegangen statt sich bei den polizisten zu beschweren, wäre die situation anders verlaufen. Falsche reaktion von gfeller. Er muss eine kontrolle nicht stören

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    1. Mag sein. Die Reaktionen der Polizisten sind aber schlicht nicht akzeptabel. Ist mir schon vor Jahren aufgefallen, dass Polizisten Schwarze einfach duzen. Ich verstehe das nicht: Wer die Macht hat, sollte doch nicht auf Herabwürdigung angewiesen sein.

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    2. Falsch; Herr Gfeller hat (als Vater) vorbildlich gehandelt im Gegensatz zur Polizei! Hätte man die Kontrolle auf eine andere Seite verlegt statt ausgerechnet in die abgesperrte Spielzone, wäre die Sache wohl anders ausgegangen. Absolut Unsensibel und für mich Unverständlich um diese Tageszeit…

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  14. Wenn sich der zu Kontrollierende von Anfang an kooperativ verhält, eskaliert eine solche Routinekontrolle nicht. Ich würde auch schon kontrolliert, reagierte freundlich und kooperativ und stiess entsprechend auf nett reagierende Beamte. Wenn sich der Junge am Arm packen lassen muss, dann hat dies bereits ein Vorspiel gehabt. Unbeteiligte Passanten haben da zudem sich nicht einzumischen, dies sollte entsprechend als Störung einer Amtshandlung
    Gebüsst werden.

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    1. völliger Quatsch, Herr Meier. Wenn Sie einen Millimeter vom Bild eines braven (Basler) Bürgers abweichen, sind Sie für Polizisten schlicht der letzte Dreck (links, Ausländer, Junkie, Sozialschmarotzer). Mein Erfahrung, meine Beobachtung, seit 25 Jahren in Basel. Sie träumen, Herr Meier.

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  15. Werde ständig-im ÖV-kontrolliert ob der ausländische Namen zum Pass passt… NB: Warte noch auf ein positive Erlebnis mit Bewohner des südlichen Kontinents.

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  16. Also wenn es stimmt was der Passant berichtet ist das eine riesen Schweinerei. Besonders problematisch finde ich den Spruch: «Mir mache d Kontrolle genau do, damit d Kinder gseen, wär do d Problem macht!». Tolle Idee Kinder in solche Kontrollen mit reinzuziehem. Wer will schon eine behütete Kindheit, oder? Ausserdem: Wen meint er damit? Männer? Er ist ja selbst einer.. Schwarze? Na das ist dann aber lupenreiner Rassismus. Will die Bevölkerung solches Gedankengut bei der Polizei? Ich für meinen Teil nicht…
    Ausserdem geht es ja mal gar nicht, dass ein Polizist sich weigert sich auszuweisen. Da steigt wohl jemandem die Macht zu Kopf die mit dem Job kommt… Und warum greift er den Kontrollierten ständig am Arm wenn dieser ihn schon auf die Schmerzen hinweist? Man könnte meinen die Eskalation war gewünscht…
    Mit der Beschwerde: Viel Glück, aber der blaue Sumpf wird wohl wie ein Mann hinter dem Kollegen stehen.

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