27 Millionen Franken bereits sicher – der Neubau kann kommen

51 Prozent der Kosten für den geplanten Neubau des Stadtcasinos muss die Casino-Gesellschaft auftreiben, ein grosser Schritt ist bereits getan.

Der geplante Erweiterungsbau des Stadtcasinos Basel (im Bildhintergrund neben der Barfüsserkirche). (Bild: Casino-Gesellschaft)

Mit 27 Millionen Franken an festen Spendenzusagen befindet sich die private Teilfinanzierung des Erweiterungsbaus des Basler Stadtcasino auf gutem Weg. An ihrer Generalversammlung erteilten die Mitglieder der Casino-Gesellschaft grünes Licht für den Finanzplan.

Die Basler Casino-Gesellschaft verbreitet Zuversicht. Die Zeichen für den geplanten Erweiterungsbau des Stadtcasinos stehen gut, verkündet die Besitzerin des Konzertzentrums am Barfüsserplatz.

Vor wenigen Jahren präsentierte sich die Situation aber noch ganz anders: 2007 hatte die Casino-Gesellschaft und der mitfinanzierende Kanton an den Abstimmungsurnen eine empfindliche Schlappe erlebt. Der Kredit für den futuristisch anmutenden Neubauentwurf von Zaha Hadid für den Stadtcasino-Kopfbau wurde deutlich abgelehnt.

Sechs Jahre später präsentierte die Hausbesitzerin Casino-Gesellschaft das Projekt eines neuen Erweiterungsbaus, das den Kopfbau unberührt lässt. Dieses Projekt, es stammt von Herzog & de Meuron, nimmt stilistisch die klassizistische Architektursprache des grossen Musiksaals auf und dürfte dadurch sicherlich mehrheitsfähig sein – falls es wiederum zur Volksabstimmung kommen sollte.

Casino-Gesellschaft auf Geldsuche

Doch bis allenfalls das Referendum ergriffen würde, muss der Grosse Rat den von der Regierung in Aussicht gestellten Beitrag an die Neubaukosten von maximal 38 Millionen Franken erst einmal bewilligen. Die Summe würde einem Anteil von 49 Prozent der gesamten Baukosten in der Höhe von rund 77,5 Millionen Franken entsprechen.

Und auch die Casino-Gesellschaft muss ihren Teil von 51 Prozent der Baukosten beitragen. Diese Summe will sie hauptsächlich aus Spendengeldern generieren. Und so wie es im Moment aussieht, dürfte sie damit Erfolg haben. Diese Woche konnte der Präsident der Gesellschaft, Christoph B. Gloor, an der Generalversammlung verkünden, dass man bereits Spendenzusagen in der Höhe von 27 Millionen Franken zusammen habe.

Dabei kann sich die Casino-Gesellschaft offensichtlich auf einen treuen Kreis begüterter Sympathisanten verlassen. «Viele der Spenderinnen und Spender hatten bereits beim Projekt von Zaha Hadid ihre Unterstützung zugesagt und uns zugesichert, dass sie dies auch bei einem neuen Projekt tun würden», sagt Gloor.

Höhere Spendensumme garantiert günstigere Saalmieten

Mit den Zusagen in der Höhe von 27 Millionen Franken ist die Casino-Gesellschaft schon nahe bei der anvisierten Minimalsumme von 30 Millionen Franken angelangt. Weil die Generalversammlung den Vorstand ermächtigte, Fremdkapital in der Höhe von 9 Millionen Franken aufzunehmen, könnte – vorausgesetzt, dass die staatlichen Beiträge abgesegnet werden – rechtzeitig mit dem Neubau begonnen werden.

«Wir versuchen aber, mehr Geld zusammen zu bekommen als diese Minimalsumme», sagt Gloor. Ein grösserer Anteil an eigenem Kapital würde sich günstig auf die Saalmieten auswirken. «Wer Geld für den Neubau spendet, fördert somit indirekt auch die Orchester und Veranstalter, die das Stadtcasino nutzen.»

Baubeginn im Sommer 2016

Termin für den Baubeginn ist der Sommer 2016. Theoretisch hätte die Casino-Gesellschaft also noch ein knappes Jahr Zeit, weitere Spendengelder zu generieren. «Unser Ziel ist aber, bereits im Herbst, wenn der Grosse Rat voraussichtlich den Kredit behandeln wird, genügend Spendenzusagen präsentieren zu können», sagt Gloor. So wie die Sammlung angelaufen ist, sei er zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht werden kann.

Konversation

  1. Ja, simmt, wenn der Platz nicht mehr genutzt werden kann, ist das eine Fehlplanung. Und, ja, stimmt, wenn die Kosten 2 bis 3 mal überschritten werden, wird das ein Trauerspiel mit Verlängerung, aber ohne Ende!

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Als Baslerin habe ich bereits bei der letzten Abstimmung über die Erweiterung des Casinos am Barfi „nein“ gestimmt. Und das nicht aus Kostengründen, sondern weil es einfach schade wäre, wenn die Altstadt zubetoniert wird. Ich bin für den Erhalt des Platzes, damit auch in Zukunft die Stände, Konzerte und andere Events stattfinden können. Warum braucht es überhaupt eine Vergrösserung?

    Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (4)

Nächster Artikel