Basel wächst weiter – alle Fakten grafisch aufbereitet

Basel wächst – vor allem Deutsche zieht es in die Stadt. In einer Serie von Grafiken präsentiert die TagesWoche alles Wissenswerte zur Bevölkerungsentwicklung. Interaktiv lassen sich die Umzüge von einem Quartier in ein anderes erkunden.

Über die Jahre verzeichnet Basel-Stadt ein stabiles Wachstum.

Basel wächst – vor allem Deutsche zieht es in die Stadt. In einer Serie von Grafiken präsentiert die TagesWoche alles Wissenswerte zur Bevölkerungsentwicklung. Interaktiv lassen sich die Umzüge von einem Quartier in ein anderes erkunden.

In den letzten zehn Jahren ist der Kanton Basel-Stadt um fast 11’000 Einwohner gewachsen. Das geht aus den neusten Zahlen des Statistischen Amtes hervor. Alleine im letzten Jahr nahm die Bevölkerung um 1899 Personen zu. Haupttreiber des Wachstums ist die Zuwanderung, vor allem aus Deutschland. Alle wichtigen Infos zur Bevölkerungsentwicklung finden Sie hier grafisch aufgearbeitet.

Basierend auf den provisorischen Wanderungszahlen haben wir bereits im Februar 2014 eine umfangreiche Analyse vorgenommen: Wo es Baslerinnen und Basler hinzieht, wenn sie innerhalb des Kantons umziehen.

 

Erkunden Sie die Daten selber 

Die folgende Grafik zeigt alle Umzüge im Jahr 2013 innerhalb des Kantons. Fahren Sie mit der Maus über ein Quartier, um zu sehen, wohin Bewohner dieses Quartiers 2013 weggezogen sind. Wenn Sie über einen Verbindungsstrang fahren, sehen sie die genaue Anzahl Personen, die zwischen den zwei Quartieren umgezogen sind. Wenn Sie die Daten selber auswerten wollen, können Sie dafür unseren aufbereiteten Datensatz verwenden.

 

Aus diesen Ländern stammen die Zuzüger

  • 59 Prozent aller Zuzüger 2013 haben vorher im Ausland gelebt.
  • Seit 2004 liegt die Netto-Zuwanderung von Ausländern nach Basel-Stadt bei fast 20’000 Personen.
  • 2013 verliessen unter dem Strich 303 Schweizer den Kanton, 2202 Ausländer zogen dazu.
  • 2013 liessen sich 2140 Deutsche in Basel-Stadt nieder, zwischen 2004–2013 waren es gesamthaft 11’481 deutsche Staatsbürger.
  • Laut Stadtentwickler Thomas Kessler sind die Zugewanderten zu zwei Drittel gut ausgebildet und einkommensstark, das andere Drittel soll hauptsächlich Studenten umfassen.

Basel attraktiv für südeuropäische Krisenländer (Vergleich 2006–2013)

  • Zwar stellen die Deutschen nach wie vor die grösste Zuwanderungsgruppe in Basel-Stadt. Vergleicht man die Zahlen von 2006 mit jenen von 2013, zeigt sich aber, dass der Zufluss aus dem nördlichen Nachbarland konstant blieb. Zugenommen hat dafür die Einwanderung aus den südeuropäischen Krisenländern – sowie aus Indien und den USA. Aus Spanien wanderten 2013 rund 400 Personen mehr ein als noch 2006.

Die Lieblingsquartiere der Deutschen und Österreicher

Die Lieblingsquartiere der Expats aus Nordamerika, England und Australien

  • Auffällig an den Lieblingsquartieren der englischsprachigen Zugewanderten: Das eher ärmliche Rosental-Quartier erfreut sich grossen Zuspruchs. Das Statistische Amt macht dafür die Nähe zur International School auf der Erlenmatt verantwortlich. Allerdings ziehen viele Zugewanderte bereits nach kurzer Zeit in ein anderes Quartier oder in die Agglomeration um. 
  • Überraschenderweise ist das St. Johann weder bei Deutschen noch bei Amerikanern beliebt, obwohl die Umgestaltung des Gebiets rund um den Voltaplatz auch wegen des Baus des nahen Novartis-Campus geschah. Das Statistische Amt hat festgestellt, dass die Neubauten und renovierten Wohnungen vor allem von bereits Ansässigen beansprucht werden. Expats bevorzugen klassische Wohnlagen in der Innenstadt. Wichtig ist diese Erkenntnis auch für die sogenannte Stadtentwicklung Ost, wo Basel am Rheinufer beim Rankhof eine Reihe von Wohntürmen hinstellen will, um die Bedürfnisse der nahen Roche zu befriedigen. 

Die Lieblingsquartiere der Schweizer

  • Die Präferenzen der schweizerischen Basler haben sich in den letzten Jahren kaum geändert. Wer es sich leisten kann, zieht entweder nach Riehen oder in die Randquartiere. An Beliebtheit gewonnen hat das Bruderholz.

 Hohe Abwanderung ins Baselbiet

  • Allen Unkenrufen über den Landkanton zum Trotz: Das Baselbiet erfreut sich grosser Beliebtheit bei abwanderungswilligen Städtern. Über 1000 Basler sind 2013 nach Baselland gezogen. Auch unter Ausländern hat sich herumgesprochen, dass es sich in der Agglomeration grüner und günstiger leben lässt. 2006 zog es netto 425 Ausländer von der Stadt ins Umland, 2013 waren es gut doppelt so viele.
  • Auch Zürich zieht die Basler magisch an. Die Erklärung liefert Stadtentwickler Thomas Kessler: «Für Kreativwirtschaftler ist Zürich viel interessanter, weil an der Goldküste und am Zürichberg die Abnehmer der Produkte wohnen.» Seit 2006 zogen netto 742 Basler nach Zürich.

Auf diese Kantone wirkt Basel attraktiv

  • Vor allem aus den ländlichen Gebieten im Mittelland und der Ostschweiz stammen jene Schweizer, die sich in Basel niederlassen. Positiv ist der Zuwanderungssaldo auch gegenüber den Westschweizer Städten Lausanne und Genf.

Günstige Wohnungen mit Nettomiete unter 1000 Franken

  • Obige Grafik soll laut Stadtentwickler Kessler beweisen, dass in Basel trotz steter Zuwanderung keine Verdrängung stattfindet. So kosten über 90 Prozent aller Einzimmer- und 70 Prozent aller Zweizimmerwohnungen weniger als 1000 Franken monatlich. Der orange Balken zeigt, wie hoch der Anteil von Wohnungen, die unter 1000 Franken kosten, bei den verfügbaren Leerwohnungen ist.
  • Dass sehr wohl Verdrängungs- und Preiseffekte spielen, demonstrieren die Zahlen zu den Dreizimmerwohnungen, wo praktisch keine verfügbaren günstigen Wohnungen auf dem Markt sind.
  • Dass der Druck auf den Wohnungsmarkt auch in Basel-Stadt zunimmt, beweist die rapide sinkende Leerstandsquote, die 2013 gerade noch bei 0,3 Prozent lag. Auch deshalb weibelt Kessler für die Zonenplanänderung, über die Basel im September abstimmt. Bei einem Ja könnten in den nächsten Jahren an den Stadträndern im Osten und Süden Wohnungen für 3400 Personen entstehen.

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