BaZ schliesst Druckerei

Lange war über das baldige Aus der BaZ-Druckerei spekuliert worden. Nun ist die Schliessung Tatsache, 74 Angestellte verlieren ihren Job. Die BaZ wird künftig in Zürich von Tamedia gedruckt.

Die «Basler Zeitung» macht ihre Druckerei nach massivem Umsatzverlust dicht (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Lange war über das baldige Aus der BaZ-Druckerei spekuliert worden. Nun ist die Schliessung Tatsache, 74 Angestellte verlieren ihren Job. Die BaZ wird künftig in Zürich von Tamedia gedruckt.

Nun ist es auch offiziell: Die «Basler Zeitung» bestätigt mit ihrer Medienmitteilung (siehe Hintergrund zum Artikel) Informationen der TagesWoche, wonach heute die Schliessung der Druckerei verkündet wird. Um 13.30 Uhr wurde die Belegschaft informiert. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, verlieren 74 Angestellte ihren Job. 11 Mitarbeitende werden frühzeitig pensioniert, 10 erhalten eine Stelle im Druckzentrum der Tamedia in Zürich.

Tamedia druckt ab dem 1. April auch die «Basler Zeitung». Damit wird die Verbindung der beiden Medienkonzerne noch enger. Der BaZ wird am Samstag das von Tamedia produzierte «Magazin» beigelegt. Eine Kooperation besteht beim gemeinsamen Internetauftritt «Newsnet», ausserdem bei einem Kombi-Abo mit der «Sonntagszeitung». Auch beim Personal gibt es Gemeinsamkeiten: Rolf Bollmann, früher bei Tamedia in leitender Position, ist seit Herbst 2012 CEO der angeschlagenen Basler Zeitung Medien.

Grosse Auflageneinbussen

Bollmann liess bei seinem Antritt Ende Oktober 2012 bereits anklingen, dass die Druckerei, die 2003 installiert wurde, nicht mehr zu retten ist. Heute teilt das Unternehmen mit, dass in den «letzten Jahren die Auslastung der Zeitungsdruckerei durch grosse Auftragsverluste, sinkende Auflagen und Umfangsreduktionen dramatisch gesunken ist». 2012 seien nur noch 160 Millionen Zeitungen hergestellt worden, der Umsatz auf 23 Millionen Franken gesunken. Bis 2007 waren es 300 Millionen Zeitungen, mit denen ein Umsatz von bis zu 75 Millionen Franken erwirtschaftet wurde.

Die jährlichen Verluste des Druckereigeschäfts hätten einen hohen einstelligen Millionenbetrag ausgemacht, schreibt die BaZ. Bollmann verkündete vor der Redaktion im Oktober, dass der gesamte Konzernverlust 2012 gegen 12 Millionen betragen werde.

Notfallplan bei Streiks

Die Konzernleitung soll einen Notfallplan in der Hinterhand haben, falls die Druckereimitarbeiter nach der Hiobs-Botschaft die Arbeit nicht wieder aufnehmen und die morgige Ausgabe deshalb nicht gedruckt werden kann. In diesem Fall soll das Blatt in der Tamedia-Druckerei produziert werden. 

Für die Mitarbeiter läuft bis am 22. Januar die Konsultationsfrist wie bei Massenentlassungen üblich. Bis dann können die Angestellten Vorschläge einreichen, wie die Kündigungen vermieden oder abgemildert werden können.

Die Gewerkschaft Syndicom nennt in einer Stellungnahme mögliche Varianten, welche in den letzten Wochen ausgearbeitet worden seien und der Geschäftsleitung unterbreitet würden. Syndicom schreibt: «Die Beschäftigten der Zeitungsdruckerei blieben in den letzten Wochen nicht untätig, sie sehen realistische Chancen für eine Zeitungsdruckerei in Basel. Bis heute wurden mehrere Varianten für ein Management Buyout oder eine Weiterführung der Druckerei an einem neuen Standort in Basel ausgearbeitet.» 

Konversation

  1. Kommt alle am Samstag nach Zürich, 14.00 Uhr Parade-Ring. Wir fordern: Blocher, nimm die Hände weg von Tamedia ! 13 Uhr Transpi-Malen im Velokeller Schwachmatt, Pfeiffen, nehmt Eure Trillern mit, anschliessend Vermummungsball mit Agust & Krach, dem lustigen Clown mit dem verlorenen Blick.

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  2. Genau. Und brisant ist auch der Umstand, dass die SVP in eben diesem „Extrablatt“ vom November 2012 (aber nicht nur dort) den Mainstream der Medien und die Dominanz der Tamedia beklagt und ausgerechnet die BaZ als praktisch letzte Bastion der unabhängigen Zeitungen lobt. Wo doch bereits zu diesem Zeitpunkt die Kooperation der BaZ mit der Tamedia im Online-Bereich und in der Chefredaktion der gedruckten Ausgabe eklatant war. Und nun wird sie also auch noch von der Tamedia gedruckt.

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  3. Warum muss eigentlich die TagesWoche in Wil gedruckt und für die Basler, die ja wohl die Mehrheit der Abonnenten sind, durch die halbe Schweiz gekarrt werden? Vermutlich liegt’s an den Druckkosten. Und vermutlich hätte auch der Druckauftrag der TaWo die BaZ-Druckerei nicht retten können. Aber es wäre ein Zeichen gewesen.

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  4. Einmal mehr höhlt Christoph Blocher eine regionale schweizer Frma aus, entlässt gewinnmaxiimierend die Arbeitsnehmer und verkauft dann später den ganzen Kuchen vermutlich an Ausländische Investoren.
    Als SVP Politiker hat er als guter Schweizer dafür vor kurzem vorgesorgt, dass unser Sozialwesen abgebaut wurde und die Staatskasse nicht alzusehr unter seiem Geschäftsgebaren leiden muss.

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  5. Da ist ja fast schade, dass die SVP keine weiteren „Extrablätter“ mehr druckt, mit denen sie die Schweizer Briefkästen verstopfen (die „1. Ausgabe“ vom November 2012 wurde ja in der BaZ-Druckerei gedruckt)

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  6. Jawoll, wer braucht unrentable Medien+Druckereien wen es rentable Hochhäuser gibt? Angebot und Nachfrage wird immer für den Ausgleich+Wachsdum sorgen.

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  7. Das Ganze läuft immer nach dem gleichen Szenario ab:

    Ein Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen wird gekauft, wo lokal möglich wird es sofort geschlossen, sonst halt in Etapen, danach werden die Immobilien, im Falle der BAZ ein Teil der Immobilien vorgezogen, verkauft und der Retter der Nation macht Gewinn.

    Beispiele gibt es viele und einer ist immer die Treibende kraft.

    Wehe man weisst darauf hin, dass Herr Blocher für sehr viele Arbeitslose, Sozialfälle und Migranten verantwortlich ist und dabei profitiert hat.
    Aber wie schon jemand vor mir bemerkt hat ist das unternehmerischer Weitblick.

    Je skrupelloser, je gieriger, je diffamierend desto mehr Held.

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  8. Die einen schliessen. Die anderen bauen einen neuen Turm – Baloise- am Bahnhof. Das ist der ganz normale Kapitalismus. Good News – Bad News und dann wieder Bad News – Good News.
    Dank den durch diesen Kapitalismus reich gewordenen, werden dann wiederum Kultur und Sport gefördert. FCB, Birds Eye, TagesWoche, oder es werden Fonds und Stiftungen gegründet, Bill Gates, Warren Bufft etc….

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  9. trifft mutig weitsichtige Entscheidungen und schafft mit seinem Unternehmer Geist Wohlstand und Arbeizplätze. Wir müssen den Reichen dankbar sein, den sie wissen was gut ist für die Wirtschaft. Das Eigentum ist der wichtigste Grundpfeiler unserer schönen Demokratie. Das Eigentum ist neutral, die Wirtschaft ist neutral und eigenverantwortlich. Geld stinkt nicht. Wir werden CB alle noch dankbar sein… oh, jetzt hat der Walter vor Eifer auf seine Tastatur gegeifert. Hoffentlich gibt das kein Kurzschlu

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