Christian Heeb startet neues Portal «barfi.ch»

Christian Heeb meldet sich mit der News-App «barfi.ch» zurück. Das Portal geht am Freitag online und beschäftigt insgesamt acht Redaktoren.

Christian Heeb stellt sein neustes Baby vor: «barfi.ch».

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Christian Heeb meldet sich mit der News-App «barfi.ch» zurück. Das Portal geht am Freitag online und beschäftigt insgesamt acht Redaktoren.

Christian Heeb gehört zu jenen Menschen, die plötzlich für ein paar Jahre von der Bildfläche verschwinden, nur um dann garantiert wieder mit viel Getöse aufzutauchen. Begräbt er ein Medienprojekt, ahnt man irgendwie schon, dass er mit einem neuen kommen wird.

Nach dem Ende des Baselbieter Lokal-TV «NW1» 2006 und «Radio Basel» 2011 wagt der Gründer von «Radio Basilisk» nun einen neuen Versuch. Zusammen mit dem bekannten Meteorologen Jörg Kachelmann, Klaus Neumann-Braun, Professor für Medienwissenschaft an der Uni Basel (50-Prozent-Pensum), und Ex-Ringier-Mann Fibo Deutsch lanciert er am Freitag, 31. Juli, um 18 Uhr die neue Plattform «barfi.ch».

Fokus aufs Wetter

Heebs neustes Medienprojekt ist auf Smartphones und Tablets ausgerichtet. Das Wichtigste in Kürze:

  • Insgesamt acht Redaktoren informieren täglich über News aus der Region Basel, «ohne dabei die Stadt-, Kantons- und Landesgrenzen zu akzeptieren», wie Christian Heeb am Donnerstag vor den Medien sagte. Des Weiteren beschäftige die Plattform «namhafte» freie Journalisten. Namen nannte Heeb an der Medienkonferenz keine.
  • Grosse Bedeutung erhält das Wetter bei «barfi.ch». In Zusammenarbeit mit der BLT werde ein Netz von Wetterstationen aufgebaut, das laut Jörg Kachelmann eine präzise Erfassung und Auswertung von Wetterdaten ermöglicht. Die erste Wetterstation wurde bereits installiert und befindet sich bei der Tramhaltestelle Hüslimatt in Oberwil. Weitere sollen folgen.

Verwaltungsrat von «barfi.ch» ist der Meteorologe Jörg Kachelmann.

Verwaltungsrat von «barfi.ch» ist der Meteorologe Jörg Kachelmann. (Bild: Hans-Jörg Walter)

  • Das Portal überträgt sämtliche FCB-Spiele auf seinem Audiokanal. Moderiert werden die Spiele von René Häfliger und Jakob Gubler.
  • Grosser Wert gelegt wird auf den Serviceteil. So zeigt das Portal, wann das nächste Tram an einer Haltestelle abfährt und wie belegt die Parkhäuser sind. Ausserdem werden auch die Ankunftszeiten der Flugzeuge am EuroAirport angezeigt.
  • Das Layout von «barfi.ch» besteht aus insgesamt 40 Kacheln, zehn davon sind für Werbezwecke reserviert. Werbekunden, die eine solche Kachel für 138’000 Franken im Jahr buchen, können diese selber bespielen. Das sei allerdings noch kompliziert und mit Aufwand verbunden, so Heeb. Acht Werbekacheln seien bereits verkauft.
  • Für Expats bietet das Projekt von Heeb News und Service in Englisch an.
  • Ein Aushängeschild des Auftritts von «barfi.ch» bildet zudem das Laufband am Barfüsserplatz. Die rote Leuchtschrift wird mit News, User-Nachrichten und Werbung bespielt.

So sieht die App von «barfi.ch» aus. Gegliedert wird das Portal in 40 Kacheln.

So sieht die App von «barfi.ch» aus. Gegliedert wird das Portal in 40 Kacheln.

Budget bleibt geheim

Die Idee, diese Portal zu lancieren, hatten Heeb und Neumann-Braun erstmals 2013. «Die Umsetzung war eine grössere Geschichte als bei Radio Basilisk. Ich musste so viel Technisches lernen.» Das Portal finanziere er selber, es gebe keine Fremdbeteiligung. «Es ist mir also verdammt ernst», sagte Heeb.

Bis wann «barfi.ch» rentabel sein soll, lässt der 62-Jährige, der mit «Radio Basel» gemäss eigenen Angaben «weder einen Rappen Minus noch einen Rappen Gewinn gemacht» hat, offen. «Das interessiert mich momentan nicht.» Der Vertrag mit der BLT würde allerdings drei Jahre laufen (mit Verlängerungsoption).

Wie hoch das Budget von «barfi.ch» ist, will Heeb nicht verraten. Auf die Frage, woher er die Motivation nehme, schon wieder ein Medienprojekt aus der Taufe zu heben, antwortete er: «Als Vierjähriger habe ich angefangen, mit Leidenschaft Radio zu machen. Diese Leidenschaft hört nicht auf, nur weil man über 60 ist.»

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