Das Baselbiet sehnt sich nach Regen

Vor allem das Oberbaselbiet leidet unter der anhaltenden Trockenheit. Die Behörden beobachten die Situation genau und hoffen auf den prognostizierten Niederschlag.

Dem Baselbiet geht langsam, aber sicher das Wasser aus.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Vor allem das Oberbaselbiet leidet unter der anhaltenden Trockenheit. Die Behörden beobachten die Situation genau und hoffen auf den prognostizierten Niederschlag.

Der 5. Oktober wars, als es in Basel und Umgebung zum letzten Mal so richtig geregnet hat. Seither blieb es praktisch trocken. «Seit Mitte Oktober 2015 fiel kein nennenswerter Niederschlag im Baselbiet», sagt Karl Gutbrod, Geschäftsführer des Basler Wetterdienstleisters meteoblue. Die einzelnen Tropfen, die in den vergangenen Nächten vom Himmel fielen, konnten den Boden leicht befeuchten – mehr nicht. 

«Damit die Grundwasservorräte wieder aufgefüllt werden, benötigt es flächendeckend mindestens 50 bis 100 Millimeter», sagt Karl Gutbrod. «Also so viel Regen, dass man bis über die Knöchel im Wasser steht, wenn es nicht versickern würde.» Und davon ist in den Prognosen für die nächsten Wochen weit und breit nichts zu sehen. Immerhin: Am Freitag regnet es wieder einmal, das zeigen die aktuellen Prognosen. 

Oberbaselbieter Gemeinden leiden 

Entsprechend «deftig» sei die Situation bereits jetzt für einige der höhergelegenen Gemeinden im Oberbaselbiet, sagt Achim Benthaus, Leiter der Fachstelle Wasserversorgung des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie AUE. Zwölf Baselbieter Gemeinden riefen bereits im Hitzesommer zum Wassersparen auf und stellten teilweise ihre Dorfbrunnen ab. Diese Massnahme gilt in einigen Gemeinden bis heute. 

Besonders prekär ist die Situation in Langenbruck (734 m ü. M.). Dort ist seit August eine Notleitung installiert, die der Gemeinde Wasser aus dem Solothurner Nachbarsdorf Holderbank garantiert. «Diese Leitung bleibt bis auf Weiteres bestehen», sagt der zuständige Zivilschutzkommandant Christof Brügger. Er beschreibt die Lage als «kritisch, aber nicht katastrophal».

Langenbruck ist noch ein Einzelfall 

Die Situation ist nirgends im Kanton so speziell wie in Langenbruck. «Der Grundwasserspiegel und die Ergiebigkeit einer Quelle, die sogenannte Quellschüttung, gehen zwar zurück, gleichzeitig nimmt im Herbst aber auch der Wasserverbrauch ab», sagt Achim Benthaus vom AUE. Gärten werden nicht mehr bewässert, die Schwimmbäder sind leer. Deshalb habe sich die Situation seit August – trotz praktisch ausbleibendem Niederschlag – «nicht verschärft». 

Zuständig für die Wasserversorgung in den Gemeinden sind die Brunnenmeister. Der Kanton greift erst dann ein, wenn diese ihn rufen. Das ist bis jetzt noch nicht der Fall. In vereinzelten Gemeinden wie Zeglingen oder Bretzwil sehen sich Bauern aber gezwungen, ihr Wasser im Dorf zu holen, da ihre eigene Quelle versiegt ist.  

Die Hoffnung auf einen feuchten Winter 

«Folgt nun auch ein trockener Winter, könnte es mit der Wasserversorgung in einigen Gemeinden kritisch werden», sagt Benthaus. Und auch die Vegetation würde noch stärker leiden, als sie es jetzt schon tut. 

«Normalerweise fragt man sich um diese Jahreszeit, wann der erste Schnee kommt», sagt Pascal Simon vom Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach. Und auch wenn dieser für das Wochenende in höheren Lagen des Kantons prognostiziert wird, wird das nicht ausreichen, die Situation zu entspannen – im Gegenteil: «Vor allem lokal starker Niederschlag wäre alles andere als optimal, weil der sehr trockene Boden aktuell gar nicht in der Lage wäre, das viele Wasser aufzunehmen.» 

Trotz anhaltender Trockenheit – einen meteorologischen Lichtblick gibt es: Eine anhaltende Kälteperiode mit zweistelligen Minustemperaturen ist nicht in Sicht. Gefrorene Böden würden die Situation möglicherweise nochmals entscheidend verschärfen.

Die Durchschnittswerte der letzten zwölf Monate für Basel zeigen den eher nassen Frühling und den trockenen Sommer und Herbst (Stand 17. November 2015).

Die Durchschnittswerte der letzten zwölf Monate für Basel zeigen den eher nassen Frühling und den trockenen Sommer und Herbst (Stand 17. November 2015).

 

Konversation

  1. Ist doch kein Problem, habe ich mir erklären lassen. Dann bauen wir halt Pipelines dort rauf, von wo es noch Wasser hat. Und wenn dann weiter zwanghaft auf Wachstum und Menschenimport gemacht wird, bauen wir halt eine zweite, wieder kein Problem. Und wenn jemand die letzten zentralen Stellen angreift, weil hier der letzte Hort funktionierender Infrastuktur dümpelt, dann importieren wir halt auch noch Wasser aus dem Ausland.

    Alles kein Problem, vertrauen wir den Ingenieuren und den Politikern.

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