Der ehemalige Basler Theaterdirektor Horst Statkus ist tot

Horst Statkus hatte das Dreispartenhaus von 1978 bis 1988 geleitet. Während seiner Ära sorgte vor allem das Ballett unter Heinz Spoerli für internationale Aufmerksamkeit. Nun ist Statkus im Alter von 86 Jahren gestorben.

Horst Statkus im Jahr 1988.

(Bild: Archivbild Theater Basel)

Horst Statkus hatte das Dreispartenhaus von 1978 bis 1988 geleitet. Während seiner Ära sorgte vor allem das Ballett unter Heinz Spoerli für internationale Aufmerksamkeit. Nun ist Statkus im Alter von 86 Jahren gestorben.

Es waren vor allem im Schauspiel nicht die aufregendsten Jahre am Theater Basel, das sich damals noch Basler Theater nannte. Mit Horst Statkus (1929–2016) verpflichtete das Dreispartenhaus 1978 einen Direktor, der in erster Linie mal Ruhe in den Betrieb bringen sollte, der zuvor recht strube Zeiten erlebt hatte.

1975 war der neue Stadttheaterbau eröffnet worden. 1977 trat Direktor Hans Hollmann zurück und gegen die Wahl von Arno Wüstenhöfer als Nachfolger wurde in Basel so stark opponiert, dass er dieses Amt gar nicht erst antrat. Dazu kam, dass sich das Haus in finanzieller Not befand. So holte man mit dem damaligen Intendanten der Städtischen Bühne Heidelberg einen Mann, der als umsichtiger Stadttheaterdirektor galt.

Heinz Spoerli und Armin Jordan

Zehn Jahre lang blieb Statkus Direktor. Während dieser Zeit feierte vor allem das Basler Ballett unter der Leitung von Heinz Spoerli grosse und international beachtete Erfolge. Ein weiterer wohlklingender Name in Statkus‘ Team war der Musikalische Oberleiter Armin Jordan. In der Oper freute man sich vor allem über das Engagement von herausragenden Sängerinnen, etwa von Anne Sophie von Otter, die von Basel aus eine Weltkarriere startete.

Weniger aufregend war die Statkus-Ära im Schauspiel: Geboten wurde eher gehobene Stadttheaterkost als international beachtete Innovation. Noch unter Vorgänger Hollmann und später wieder unter Frank Baumbauer machte diese das Basler Theater zu einer der stilbildenden Bühnen im deutschsprachigen Raum. Böse Zungen bezeichneten Statkus denn gelegentlich auch als «Herbergsvater».

Legendäre Diskussion zu «Schweizerhalle»

Diesen Begriff darf man aber nicht nur negativ deuten. Denn ein grosser Verdienst von Statkus war, dass er den Dampfer Basler Theater engagiert durch eine finanzpolitisch stürmische See manövrierte. Auch öffnete er das Haus für politische Diskussionen. Legendär ist die aufgeregte Diskussionsveranstaltung vor knapp 30 Jahren, die wenige Tage nach der Chemiekatastrophe von Schweizerhalle zum Eklat führte.

Nach seiner Basler Zeit übernahm Statkus 1987/88 die Direktion des Luzerner Theaters, wo er bis 1999 blieb. Dort engagierte er Richard Wherlock als Leiter des Balletts – den Wherlock, der dieses Jahr sein 15-jähriges Jubiläum als Leiter des Basler Balletts feiern kann.

Wie das Theater Basel mitteilt, ist Horst Statkus am 28. April im Alter von 86 Jahren in Heidelberg gestorben.

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