Der fünfte Unfall seit 2010: Bei Prattler Firma läuft Chlorsäure aus

Am Mittwochmorgen ereignete sich bei der Firma Cabb in Pratteln ein Unfall, bei dem Chlorsulfonsäure austrat. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei untersucht den Säureunfall in Pratteln

(Bild: Alexander Preobrajenski)

Am Mittwochmorgen ereignete sich bei der Firma Cabb in Pratteln ein Unfall, bei dem Chlorsulfonsäure austrat. Verletzt wurde niemand.

Die Havarie ereignete sich am Mittwochmorgen kurz nach 9 Uhr. In einem Produktionsgebäude der Firma Cabb trat Chlorsulfonsäure aus, schreibt die Baselbieter Polizei in einer Medienmitteilung. Der Unfall ereignete sich beim Beladen eines Bahnwaggons. Wie viel Säure auslief, sei nicht bekannt, heisst es weiter.

Durch den Kontakt der Substanz mit Luftfeuchtigkeit kam es zu einer Nebelentwicklung, schreibt Cabb in einer Mitteilung. Die Feuerwehr konnte dies durch den Einsatz von Wasser beenden.

«Das Ereignis beschränkte sich weitgehend auf das Gebäudeinnere», so die Polizei. Die Messungen vor Ort hätten keine Gefährdung für Mensch und Umwelt ergeben. Was der Grund für den Unfall war, ist derzeit unklar. Die Polizei untersucht den Vorfall.

Cabb schreibt: «Eingehende Untersuchungen durch externe Spezialisten und das Unternehmen selbst werden folgen.» Der Standortleiter von Cabb, Robert Dahinden, bedauert «diesen Zwischenfall ausserordentlich».

Gefährliche Quecksilber-Elektrolyse

Es ist bereits der fünfte Unfall der Prattler Firma seit 2010, der bekannt wurde. Bei vergangenen Unfällen gab es teilweise Verletzte und einen Toten.

Die TagesWoche berichtete über den tödlichen Zwischenfall: «Die ungeheuerliche Geschichte eines tödlichen Arbeitsunfalls beim Prattler Chemiewerk Cabb»

Die Firma verwendete bis vor kurzem ein Verfahren (Quecksilber-Elektrolyse), das europaweit geächtet ist: Chlor und Natronlauge werden mittels hochgiftigem Quecksilber aus Kochsalz gespalten. Damit war das Cabb-Werk das letzte seiner Art in der Schweiz.

Die Quecksilber-Elektrolyse wurde nun am 7. September abgeschaltet, wie der Cabb-Mediensprecher Ulrich Gartner schreibt. Ab Oktober wird ein neues Verfahren angewendet, das ohne Quecksilber auskommt.

Konversation

  1. Das im letzten Absatz angesprochene Verfahren wurde am 7. September planmäßig eingestellt. Es wird durch eine neue Membran-Elektrolyse ersetzt, die ohne Quecksilber arbeitet und im Oktober den Betrieb aufnimmt.

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  2. Und warum ist das Verfahren geächtet? Und warum gibt es eine Sonderbewilligung und wer hat diese ausgestellt? Und warum darf eine Firma so viele Unfälle produzieren?

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    1. Das Verfahren ist geächtet, weil es dafür mittlerweile sicherere aber eben auch teurere Verfahren gibt.

      Der Rest: Weil sie im Baselbiet angesiedelt ist, wo man alle Gesetze brechen kann, solange man etwas für den Wirtschaftsstandort tut.

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