Der Roche-Turm ist nötig, aber nicht schön

Der Roche-Turm war nötig für die Entwicklung der Stadt Basel. Er steht für ein positives Zeichen des Pharmaunternehmens, für ein Bekenntnis zur Stadt. Das ist schön. Der Turm aber ist es nicht.

Ein neues Wahrzeichen neben dem alten? (Bild: Karen N. Gerig)

Der Roche-Turm war nötig für die Entwicklung der Stadt Basel. Er steht für ein positives Zeichen des Pharmaunternehmens, für ein Bekenntnis zur Stadt. Das ist schön. Der Turm aber ist es nicht.

Der Roche-Turm polarisiert. Jetzt, wo er dasteht. Jetzt, wo ersichtlich wird, dass er nicht mit dem Himmel verschmelzen wird, wie uns die geschickte Visualisierung der Architekten Herzog & De Meuron (HdM) vorgaukelte. Wo früher kaum ein kritisches Wort dagegen zu hören war, werden nun Zweifel laut. Zweifel, man habe den Anblick der Stadt nachhaltig verschandelt. 

Tatsächlich ist kein anderer Bau in Basel derart markant. Nicht das Münster, das wohlgemerkt auf einer Anhöhe steht. Und auch der Novartis Campus – vielen ein Dorn im Auge – verschwindet angesichts dieser Höhen-Präsenz.

In der Stammtisch-Diskussion um den Roche-Turm geht es nicht mehr um die reine Architektur. Keinen interessiert es, ob der Turm aussen schön ist oder wie er innen aussieht. Es geht um das Stadtbild, es geht um Städtebau, um Stadtentwicklung. Um ein Steckenpferd der Architekten HdM. Und damit um ein thematisches Feld, in dem diese bereits bewiesen haben, dass es auch anders geht, besser – zum Beispiel auf dem Dreispitz oder dem Novartis Campus.

Warum also dieser Turm?

Herzog & De Meuron, so hörte man schon, seien die neuen Stadtbauer Basels. Alle wichtigen Punkte haben sie mit ihren Bauten markiert. Sei es der Wohn- und Büroturm beim St. Jakob-Stadion, sei es der Dreispitz, der grosse und ebenso umstrittene Messebau, das Gebäude am Rhein auf dem Novartis Campus oder das geplante Meret Oppenheim-Hochhaus beim Bahnhof SBB. Und nun der Roche-Turm.

Für einmal greift es zu kurz, Herzog & De Meuron Arroganz vorzuwerfen.

Egal, von wo man nach Basel einfährt, wird man mit ihren Bauten konfrontiert. In diesem Zusammenhang fiel auch schon der Vergleich mit Stadttoren. Ein Vergleich, der hinkt, waren Stadttore doch ursprünglich nicht dafür gedacht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sondern schlicht Löcher im Schutzwall, den man um Städte zog. Hübsch verzierte Löcher oft, ja. Aber grundsätzlich funktionale Gebilde.

Natürlich hat auch der Roche-Turm eine Funktion. Er muss zigtausende Arbeiter in sich aufnehmen. Arbeiter einer Firma, die die Stadt braucht. Auf einem Areal, das begrenzt ist. Die Höhe dieses Turms (und jener, die ihm noch zur Seite gestellt werden) ist im Grunde der Kleinheit der Fläche, über die die Stadt Basel verfügen kann, geschuldet: Was nicht in die Breite wachsen kann, muss in die Höhe wachsen. Das leuchtet ein.

Für einmal greift es deshalb zu kurz, Herzog & De Meuron Arroganz vorzuwerfen, wie ihre liebsten Kritiker das gerne tun. Sie haben hier nicht ein Zeichen gesetzt. Obwohl der Roche-Turm ein Zeichen ist. Doch dieses Zeichen steht für etwas anderes als für den Grössenwahn eines Architekturbüros.

Der Roche-Turm ist auch ein Zeichen von Resignation. Vom Wissen, dass es anders nicht geht.

Der Roche-Turm ist heute bereits ein Mahnmal. Ein Mahnmal dafür, dass Basel nicht weiter wachsen kann. Dass man die Industrie und ihre nötigen Bauten nicht an die Peripherie schicken kann, ohne sie aus dem Kanton zu weisen und damit auf dringend nötige Steuergelder zu verzichten. Der Roche-Turm ist deshalb aber auch ein Mahnmal dafür, wie abhängig die Stadt von der Pharmabranche ist. Es wäre gar nicht möglich gewesen, nein, es wäre sogar sehr dumm und kurzsichtig gewesen, diesen Bau nicht zu erlauben.

Die Höhe des Turmes ist somit auch ein Zeichen von Resignation. Vom Wissen, dass es anders nicht geht. Wahrscheinlich wurde auch darum nie ein Referendum dagegen ergriffen.

Dieses Wissen mischt sich heute aber leider auch mit einer bitteren Erkenntnis: Schön ist anders. Aus Liebe zum Stadtbild hätte man gerne auf diesen Turm verzichtet. Denn Basel braucht keine Skyline, Basel hatte bereits eine. Zwar keine, die aus Hochhäusern besteht. Aber eine, die man sich gerne ansah.

Konversation

  1. „Too-Late“?-Kommentar?
    Basel wird wachsen, das ist ein biologisch-soziales Grundgesetz, ausser, wie basteln uns eine Katastrophe (Ecopop, Mei, Mauer um die Schweiz, Schweiz-Totalbankrott, Mühleberg-Ereignis…) und damit wird der aktuelle Pullover platzen, sprich die Landesgrenzen sprengen.
    Basel, d.h. die ganze Metropol-Regio wird dann in Bern, Berlin und Paris vorstellig werden, diese Grenzen zu beseitigen. Als Option bliebe eine neue Grenze, Basel würde zu „Basel-Stein“.
    Bern dürfte sich am schwersten tun damit, aber die Alternative wäre eine rasch darbende „Zonen-Rand-Region“ mit allen Konsequenzen.
    Man wächst dann halt nebenan weiter…, bispielsweise in Weil oder Effringen-Kirchen oder St. Louis.
    Ich habe aber grosses Vertrauen in das Basler Geschichtsbewusstsein, das verhindern wird, dass aus einem weltbekannten Zentrum ein Kaff werden könnte.

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  2. Jemand den report von claude bühler zum thema auf telebasel gesehen?
    göpf, war das aufschlussreich,
    spitalreif zu züri/basel, werkbauwohnen und stadtbild …
    machten viele grad ihre kommissionen …

    und einer hatte sogar e chrott im hals 😉

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  3. Das ist jetzt ganz klar verdichtetes Bauen …. und das ist gut so!
    Was schöne oder hässliche Architektur ist, da hat jeder seine eigene Meinung, fast wie im Joggeli -> da hat es auch über 30’000 Trainer die meinen wie es zu sein habe!
    Das Kulturland ist endlich, also schützen wir dies mit modernen Hochbauten und verdichtetem bauen!

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  4. Und ich versteh nicht, wie irgendjemand diesen turmbau je als reines «bauvorhaben» hätte begreifen oder besprechen wollen.

    Wenn wenige wochen nach einer entscheidenden abstimmung jahrzehntepläne von städteplanerischer relevanz an die frische luft dringen (und nicht etwa erst danach überhaupt spruchreif waren) , die vorgängig zu beurteilende randbebauungen in ein komplett anderes licht gerückt hätten, lässt sich sowas nicht mal rasch den erwähnten parteien anpappen.
    Die intransparenz hat sich ins knie geschossen – mehr war da nicht.

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  5. @Heinz Müller: Ich bin kein Verkehrsexperte. Aber wenn ich mir vorstelle, dass nach der Fertigstellung des 2. Roche-Towers rund 3’000 Arbeitsplätze in diesen Türmen untergebracht sind, dann gehe ich davon aus, dass es klug wäre, vorausschauend auf diese Pendler zu reagieren. Ein Verkehrskollaps ist bei der Menge der zusätzlichen Pendler absehbar. Ob diese Menschen jetzt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel, oder mit dem Privatwagen kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob hier das Vogel-Strauß-Prinzip pädagogisch wirkt. Die zusätzlichen 3’000 Roche-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nicht automatisch in der nächsten Umgebung, z.B. in der Erlenmatt Überbauung, eine Wohnung suchen, um dann zu Fuss zur Arbeit zu kommen. Solche Entwicklungen sollte man pro-aktiv steuern. Auch Jörg Erismann, der Leiter des Roche-Standortes, lässt im heutigen TaWo-Interview Zweifel aufkommen, ob das Verkehrskonzept dem Ansturm genügt.

    Zudem gilt vermutlich nachwievor: Gelingt es nicht rasch zusätzliche Wohnungen in der Stadt zu bauen, werden die Menschen in Eigenheim-Wohnoasen ins Grüne ausweichen. Bei einem Leerwohnungsstand um 0.2% haben die Wohnungssuchenden in Basel gar keine Alternativen. Daher plädiere ich für eine rasche Umsetzung von städtischen Wohnprojekten, welche sich nicht nur an einer Exklusiv-Kundschaft orientieren, sondern für Otto-Normal-Verbraucher & Familie konzipiert sind. Menschen, welche zum Beispiel in der Firma Roche arbeiten.

    Daselbst wäre das Wohnprojekt in Basel-Süd vernünftig gewesen. Für die Roche-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre dies ein Katzensprung gewesen, welcher zu Fuss oder mit dem Velo zu bewältigen gewesen wäre. Also klar nach dem Vernunftsprinzip: Wohnen & Arbeiten in Fussdistanz.

    Daher verstehe ich die Logik der Grünen, BastA! und Co. nicht. Sie nehmen mit der Ablehnung der Stadtrandüberbauung in Kauf, dass die Leute aufs Land ausweichen, oder sich am anderen Ende der Stadt ansiedeln, um dann täglich durch die ganze Stadt zu pendeln und damit einen potentiellen Verkehrskollaps provozieren.

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  6. Einverstanden, Herr Meury. Mit nahezu allem, was Sie hier anführen. Lediglich Ihr ‚Klar soll die Stadt den Menschen zurückgegeben werden‘ liegt mir noch immer etwas quer in den Ohren. Aber das liegt wohl mehr an der für mein Empfinden plakativen, politisch vorbelasteten und einer vertieften Betrachtung kaum standhaltenden Ausdrucksweise, auf die ich offenbar allergisch reagiere, als am eigentlichen Gehalt der Aussage. Denn ob mit oder ohne das Wörtchen ‚wieder‘: schon allein der Ausdruck ‚zurückgeben‘ gaukelt vor, dass die Stadt traditionellerweise ein Ort gewesen sei, der ‚den Menschen‘ gehört habe, und der ‚den Menschen‘ dann offenbar irgendwann abhanden gekommen sei, ja vermutlich weggenommen wurde.

    Insofern als ‚die Stadt den Menschen zurückgeben‘ schlicht und einfach für die Absicht steht, die Stadt in einem UMFASSENDEN Sinne für die Menschen lebenswert(er) und für deren Bewohner bewohnenswert(er) zu halten (machen), kann ich mich mit dem INHALT voll und ganz identifizieren. Allerdings würde ich mir für diese Absicht oder Haltung eine stimmigere Parole ausdenken.

    Nach dieser eher formalen Erläuterung noch etwas inhaltliches. Natürlich bringt die von Roche geplante Konzentration von Arbeitsplätzen im Wettsteinquartier einen ganzen Rattenschwanz von Konsequenzen mit sich, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Natürlich ist sie, die geplante Konzentration, in diesem Sinne ‚problematisch‘. Wenn ich darauf etwas flapsig reagieren darf: Na und? Probleme sind dazu da, angepackt zu werden! Und gerade Sie, Herr Meury, sind ja nicht der Typ, der auf auftauchende Probleme damit reagiert, dass er den Kopf in den Sand stecken will…

    Wenn Sie nun fordern, aufgrund des zu erwartenden Pendler-Mehrverkehrs müsse schon im Vorhinein für entsprechend grössere Kapazitäten gesorgt werden, so weckt das in mir zwiespältige Gefühle. Kurzfristig und lokal betrachtet ist solch ein vorausschauendes Planen natürlich geboten. Allerdings: wie hinlänglich bekannt ist generieren grössere Kapazitäten mittel- und langfristig immer auch ein grösseres Verkehrsaufkommen, was zu neuen Engpässen führt, die wiederum beseitigt werden müssen, usw usf. Je schneller man zu seinem Arbeitsplatz in der Stadt kommen kann, umso weiter ins Grüne verlegen manche ihre Eigenheim-Wohnoase. Diesen global gesehen nicht eben erwünschten Effekt sollte man auch im Auge behalten, wenn man den Zugang zum Arbeitsplatz im Wettsteinquartier erleichtern will.

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  7. Im Gundeli ist ein weiterer Turm geplant! Basel wird modern ohne des mittelalterliche Zentrum zu verschandeln.Das ist doch bestens so! Man stelle sich vior, Apple hätre Anstelle eines kleinen Ladens ein 20 Stockwerk Gebäude hingestellt!

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  8. Das stimmvolk ist keine blökende schafherde – auch wenn man’s zuweilen vermuten könnte. Wenn von keiner seite – und ich meine hier explizit die federführende sp selbst, aber durchaus auch die bürgerlichen parteien (hat’s mal jemand zurecht erwähnt: die organe der werthaltungen ihrer wählerschaften – und nicht einfach manipulative grössen) – kommuniziert wird, welche konkreten projekte anstehen, wird die grundlage zur meinungsbildung/stimmabgabe schwierig. Der begriff «black box» ist explizit gefallen.
    Da haben wir also einerseits schinz die reale wohnungsnot – und die macht sich an einer ganz bestimmten klientel fest. Andrerseits sollen neubauten erstellt werden, die sich an ein – völlig undefiniertes – ämmel sicher weiteres segment richten: die unspezifischen horden an einwanderern, zb (svp-denke)
    Das njet hat sich auf eine «planung im grünen AUF ZUSEHEN hin» bezogen.
    Wenn in präsidialen stuben und im «pharmer’s inn» was ausgebrütet wird, wovon der an sich nicht destruktive stimmbürger keinen dunst hat, haben darf?, wird’s schwierig.

    Sollten allerdings die RR’s, die oberplaner und die parteispitzen sehr wohl gewusst haben, was sich da abspielen wird – eben grade auch an beschallung/befrachtung/verdrängung eines ganzen wohnquartiers –, wird noch ganz was andres klar: die quartierbevölkerung soll hier nicht nur schleichend «gentrifiziert» werden: sie spielt keinerlei rolle mehr im intransparenten planspiel.

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  9. Nun, die erwähnten Parteien haben aus der Stadtrandüberbauung und dem Projekt Basel-Süd ein Politikum gemacht und das Projekt zu einem Grundsatzentscheid stilisiert. Insofern sind sie Teil dieser Politik und damit Teil des Fiaskos. Das Projekt Basel-Süd war vorgängig nicht Teil von Verhandlungen und die involvierten Parteien haben keinen Kompromiss angeboten. Ergo ist die Transparenz eine Sache. Die Sturheit der federführenden Parteien aber Teil des Debakels.
    Was heisst hier in diesem Zusammenhang „Intransparenz“? Durch heftiges Nachdenken hätten auch die Politikerinnen und Politiker einen Zusammenhang zwischen den beiden Projekten herstellen können. Ein paar Gedanken sollte man schon daran verschwenden, wenn eine Firma praktisch auf einen Chlapf und punktgenau rund 3’000 Arbeitsplätze auf ihremFirmengelände positioniert. Das ist ein gröberer Eingriff und schafft das eine oder andere Problem. Zumindest in diesem Fall ein „Verkehrsproblem“ und ein „Wohnproblem“.
    Probleme sind lösbar (da sind wir uns einig), aber nur, wenn man sie benennt und pro-aktiv darauf reagiert.
    Erfahrungsgemäss lösen sich Probleme nicht von alleine….

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  10. @Heinz Müller: Kluger Einwurf. Danke!

    Ein Sozialromantiker bin ich gewiss nicht.

    Wäre ich aber beispielsweise ein Egoist, könnte ich auch locker einwerfen: Was kümmert mich die Stadtentwicklung und was kümmern mich Grossprojekte in der Stadt. Ich wohne in Birsfelden und bin daher vom Roche-Turm nur visuell betroffen. Man kann sich in Birsfelden drehen und wenden wie man will, dem Turm kann man nicht entgehen…

    Trotzdem: ich sehe solche Projekte nicht als reine Bauprojekte und damit die Türme als Baukörper, sondern für mich sind es sind Eingriffe in den Organismus „Stadt“. Daher ist es sinnvoll die Auswirkungen auf die nähere Umgebung zu erforschen und allfällig darauf zu reagieren. In der Verantwortung der Stadt ist es allerdings in jedem Fall auf solche Veränderungen zu reagieren und entsprechende Verkehrskonzepte einzufordern oder in Eigenregie zu erstellen.

    Ich gehe davon aus, dass hier täglich ein paar tausend Menschen zur Arbeit pendeln. Das wird also mit der vorhandenen Infrastruktur nicht zu bewältigen sein. Andernorts konnte dies auffällig beobachtet werden. Beim Migros-Dreispitz kann man an Wochenenden der Verkehrskollaps erleben. In Birsfelden erleben wir fast täglich, dass der Privatverkehr am Feierabend weder von der Autobahn, noch von den verschiedenen Schleichwegen „geschluckt“ werden kann.

    Ich will die Roche und ihre Türme nicht weghaben, oder schlecht reden. Die Firma haben das Recht auf ihrem Firmengelände zu realisieren, was im Rahmen der Bauvorschriften und Zonenvorgaben möglich ist.

    Die Konzentration einer solchen Menge Arbeitsplätze auf einem Punkt finde ich logistisch und verkehrstechnisch problematisch. Insofern wäre vielleicht ein Standort wie der Birsfelderhafen, oder Salina Raurica verkehrstechnisch sinnvoller, weil diese Orte, sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, wie auch mit Autobahnen besser erschlossen sind. Aber! Es ist mir klar, diese Orte gehören nicht der Firma Roche und liegen im anderen Kanton. Offensichtlich ist dies ein Problem. Meins wäre es nicht. Ich sehe hier keine Grenzen. Aber es ist klar: Basel-Stadt hätte aus steuerlichen Überlegungen kein Interesse an solche Lösungen.

    Im Übrigen gilt: Klar soll die Stadt den Menschen zurückgegeben werden. Die Lebensqualität ist dabei vielleicht höher zu gewichten, als die immer wieder bemühte Standortqualität. Aber sich deshalb eine Stadt nur noch als reine Idylle mit tausend grünen Oasen vorzustellen, finde ich unrealistisch und nicht wirklich erstrebenswert. Ich bin aber dafür, dass für die Stadt intelligente Lösungen, welche einen Mix aus unterschiedlichen Nutzungen zulassen, gefunden werden. Die Wohnform „Hochhaus“ empfinde ich durchaus als intelligente und sinnvolle Möglichkeit einer verdichteten Nutzung. Sehe allerdings, dass das attraktive und zeitgemässe Wohn-Hochhaus noch nicht erfunden wurde.

    Es gibt grössere Städte, welche souveräner Lösungen gefunden haben und trotzdem, oder deswegen, extrem viel Lebensqualität und Komfort bieten. Barcelona, Stockholm, Kopenhagen sind beispielsweise solche Städte und das sind ja keine Provinzstädte, sondern auch wirtschaftlich pulsierende Orte.

    Daher mein Einwand: Über Ästhetik kann man stundenlang diskutieren und wird kaum eine einvernehmliche Lösung finden. Die Sichtweise das Wettsteinquartier als Wohn- und Industriegebiet zu verstehen hilft die Baueingriffe zu werten und sinnvoll zu orchestrieren. Dazu gehört u.a., dass der Verkehr (in diesem Fall: der massive Mehrverkehr) vorgängig organisiert und entsprechende Mehrkapazitäten beim öffentlichen Verkehr rechtzeitig eingeplant werden, usw.

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