Der «Schall-Riegel» für das Erlenmattquartier ist fertig

Das erste Haus auf dem lange brachgelegenen Arealteil Ost im Erlenmattquartier ist fertiggestellt. Damit tritt die von der Stiftung Habitat initiierte Belebung der monokulturellen Satellitenstadt in eine konkrete Phase und die Bewohner des Arealteils Mitte können sich über einen Schallriegel zur lauten Osttangente freuen.

Status quo der Bauentwicklung Erlenmatt Ost aus der Vogelperspektive.

(Bild: Peter Burri, Vistadoc)

Das erste Haus auf dem lange brachgelegenen Arealteil Ost im Erlenmattquartier ist fertiggestellt. Damit tritt die von der Stiftung Habitat initiierte Belebung der monokulturellen Satellitenstadt in eine konkrete Phase und die Bewohner des Arealteils Mitte können sich über einen Schallriegel zur lauten Osttangente freuen.

Ursprünglich war alles anders gedacht: Auf dem Erlenmattarealteil Ost sollten Gewerbebauten einen Schallriegel zur lauten Osttangente bilden – dies bevor die grossen Wohnbauten westlich davon bezogen werden. Es kam anders: Während die Wohnüberbauungen in die Höhe schossen, regte sich auf dem Ostteil nichts. Das Gewerbe zeigte kein Interesse am Areal und das ursprünglich geplante grosse Einkaufszentrum wurde gestrichen.

Bis 2011 die Stiftung Habitat quasi als Retterin in der Not einsprang und den unbegehrten Arealteil Ost übernahm. Die Stiftung trat dabei nicht nur als Garantin auf, dass der ersehnte Bauriegel für Ruhe im Westteil des Areals sorgen kann, sie legte überdies einen Nutzungs-Mix vor, der das monokulturelle Wohnquartier beleben soll.

Erstes Haus fertiggestellt

Vor rund zwei Jahren fand die erste Grundsteinlegung statt. In der Zwischenzeit befinden sich neun Häuser mit unterschiedlichen Bauherrschaften und Nutzungskonzepten bereits im Bau oder in der Projektphase. Und das erste Haus unter der Bauherrschaft der Stiftung ist fertiggestellt und bereits belegt.



Innenhof des neuen Hauses der Galli Rudolf Architekten.

Innenhof des neuen Hauses der Galli Rudolf Architekten. (Bild: Tamara Tschopp, Galli Rudolf Architekten)

Es handelt sich um ein Haus der Galli Rudolf Architekten aus Zürich an der Signalstrasse 23 und 25, das unter anderem Wohngruppenplätzen für Menschen mit einer Behinderung des Vereins abila und Krippenplätzen der Kindertagesstätte Bläsistift Platz bietet. Dazu kommen zwölf Wohnungen, die «Menschen mit ganz unterschiedlichen Wohnbedürfnissen» Platz bieten sollen, wie die Stiftung Habitat mitteilt.

Herausforderung für die Architekten

Die Lage des Hauses neben der Osttangente stellte für die Architekten eine grosse Herausforderung dar. Das Haus muss den Lärm der Stadtautobahn abfangen und gleichzeitig eine wohnliche Atmosphäre schaffen.

Dieser Herausforderung müssen sich auch weitere Architekten stellen, die Bauten an der Ostflanke des Areals erstellen. Im nächsten Jahr werden zwei weitere Häuser an der Signalstrasse neben der Osttangente bezugsbereit sein: ein Haus mit Mietwohnungen und einem Doppelkindergarten sowie ein Haus mit Studentenwohnungen, das von der studentischen Wohnvermittlung WoVe betrieben werden wird.

Noch in diesem Jahr werden nach Auskunft der Stiftung Habitat zwei weitere Häuser fertiggestellt, die sich im Innern des Arealteils Ost befinden: Es sind dies ein Wohnhaus der AG für sozialen Wohnungsbau (Sowag) und ein weiteres Wohnhaus der gemeinnützigen Genossenschaften Erlenflex und Zimmerfrei.

Silogebäude folgt erst 2019

Noch etwas warten muss man auf die Neunutzung des alten Silogebäudes aus dem Jahr 1912. Die junge Betreiberschaft, die sich zum Verein Tohuwabohu zusammengeschlossen hat, will dort ein «Haus für Kosmopolitisches» entstehen lassen. Mit einer Herberge, Gastronomieangeboten, einem offenen Salon sowie Atelier- und Projekträumen. Die Fertigstellung ist auf das erste Halbjahr 2019 angesetzt.

Konversation

  1. «Tapfer, Genossen, im Gleichschritt».

    Bald ist die Mauer gezogen, bald kehrt die Stille ein, bald dürfen wir endlich unter uns sein. «Tapfer, Genossen, im Gleichschritt»: Das Ghetto wird vollendet sein und wir wollen niemals mehr daraus heraus müssen.

    Tapfer, Genossen, im Gleichschritt mit euerem Selbstbetrug. Bleibt «tapfer».

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