Der Verwaltungsrat zum Ende der TagesWoche

Es geht nicht mehr. Die TagesWoche verdient zu wenig Geld. Darum ist dieses einzigartige journalistische Experiment am Ende.

Liebe Leserin, lieber Leser

Die TagesWoche stellt ihren Betrieb ein. Das bedeutet: Die entsprechenden Arbeitsplätze werden aufgehoben, die Neue Medien Basel AG wird liquidiert. Der Online-Betrieb kommt im Lauf des Novembers zum Stillstand, das Magazin wird am 16. November 2018 ein letztes Mal erscheinen und dann eingestellt werden.

Warum jetzt?

Die TagesWoche war weitgehend stiftungsfinanziert, die Unterstützung als mehrjährige, grosszügige Anschubfinanzierung geplant. Im Oktober 2017 kommunizierte die TagesWoche: Ohne deutlich höhere Mehreinnahmen geht der TagesWoche im März 2020 das Geld aus. Dieser Termin war unsere «Deadline». Es hat sich lange vor dieser Deadline gezeigt, dass die fehlenden Einnahmen bei Weitem nicht erwirtschaftet werden können. Vor diesem Hintergrund stellt die Stiftung für Medienvielfalt die notwendigen Mittel für einen Sozialplan zur Verfügung und wir können unsere Mitarbeitenden in dieser schwierigen Situation unterstützen.

Die Leistungen der TagesWoche

Die TagesWoche startete 2011 als journalistisches Experiment und hatte eine Vorreiterrolle in Sachen Online. Gleichzeitig akzentuierte sich der Wandel in der gesamten Medienlandschaft: Journalismus als Geschäftsmodell wurde immer schwieriger – nicht nur für die TagesWoche, die in den letzten sieben Jahren für ehrlichen, anspruchsvollen Journalismus stand und eine unabhängige Stimme war.

Wir dürfen heute allen Beteiligten der vergangenen sieben Jahre unseren Dank aussprechen für ihr Engagement, die Leidenschaft und Energie, die sie in die TagesWoche gesteckt haben. Sehr dankbar sind wir auch den Unterstützerinnen und Unterstützern der TagesWoche: den grosszügigen SpenderInnen, allen voran der Stiftung für Medienvielfalt; den treuen Abonnentinnen und Abonnenten, und den vielen Menschen, die uns mit gutem Rat und Wohlwollen geholfen haben.

Der Verwaltungsrat der Neue Medien Basel AG: Oscar Olano (Präsident) und Pascal Mangold

Konversation

  1. Es ist wie bei einem Leichenmahl: Zuerst die Tränen, dann die Witze (z.B. von Claudimu) und am Schluss fangen ein paar besoffene Tschamauchen (z.B. füsiater, Rumpelstilzchen und Peter P.) an, in der Trauergemeinde herumzulästern und zu pöbeln – Leute, es ist Zeit zu gehen!

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  2. Nein, ich bin nicht traurig! Meine Kommentare wurden meistens gelöscht, weil sie nicht in das linke Weltbild der TagesWoche passten. Zeitweise wurde ich sogar blockiert, weil ich meinen Kommentaren noch weiterführende Links beigefügt hatte. Unter Meinungsäusserungsfreiheit stelle ich mir etwas Anderes vor.

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  3. Schade, die TaWo war zwar sehr weit links, aber ein notwendiges Gegengewicht zur BaZ.
    Danke für Eure Berichte und Beiträge! Es gab immer eine sehr gute Seite der anderen Ansicht. Ich hoffe, jemand wird diesen Part übernehmen, denn „Mainstream“ und politisch Gefärbtes haben wir genug!

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  4. Genau – blockt die Schreiber die eine andere Meinung haben und schweigt sie tot! So hat damals auch der Journalismus in der DDR funktioniert. Und auch daraus ist nichts geworden Adie TaWo – Adie BaschiDürrHass, PolizistenBashing, SVPGroll, Demo und Besetzerunterstützer.

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  5. Die Vase, der Vase, das war`se…
    Zu gut, zu süss, zu klein, vielleicht auch zu intelligent?
    Dann so schnell?
    Ein silvesterliches Ableben hätte ich Dir schon gegönnt.
    …aber manchmal darf es halt nicht sein.
    Herr Alois Hürlimann, Herr Prof. Kreis, auch Knackeboul, das war mehr als nur Agenturmeldungen, sondern ein Stück Kultur.

    Manchmal knackst etwas im Kleinen zuerst, später dann das Grosse, so wie die kleinen Vorbeben vor dem grossen Erdbeben.

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    1. wurde bereits Zensuriert. die seuche hat bei Holzapfel angefangen..tja und ist gibt es nichts mehr zu Zensurieren.
      der Laden ist TOT

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  6. Fragt sich halt schon, wie weiter mit Journalismus in Zeiten von copy/paste. Also ich habe z.B. noch nie auf eine Werbung geklickt auf einer Medienseite. Irgendwann werden auch diese Werbeunternehmen nicht mehr interessiert sein. Deshalb kommt man zum immergleichen Schluss: Irgendwie ein Bezahlzwang erfinden, der unumgehbar ist, und wo User nicht einfach ihre Accountdaten einer weiteren Person geben können oder ewig subventioniert werden. Wenn man die Jugendlichen fragt, ob und was sie lesen, wird es nicht besser…

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  7. Auch wenn ich vom Verlauf her dies habe erwarten können, das Ende der Tageswoche, ist diese Nachricht wie wenn ein guter Freund jetzt gestorben ist. Ich kann es nicht glauben, bin auch hässig, dass es passiert, bin schliesslich sehr sehr traurig, dass es Dich Tageswoche nicht mehr geben wird. Auch diese Kommunität, die Begegnungen zwischen den LeserbriefschreiberInnen, die Gefühle, wie hin und her geflossen sind: Da gibt es keinen Ersatz, sie ist / war einzigartig. Danke viel mal an alle Mitarbeiterinnen, die uns mit ihren Artikeln erfreut wie herausgefordert haben, und natürlich den Leuten, die dies finanziert haben, herzlichen DANK!! Das Schöne ist aber, dass wir NICHT untergehen. Auf irgendeiner Weise gibt es weiter Begegnungen, die an die Zeit der Kommunität erinnern lassen werden.

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  8. schade auch ! Ich hatte gehofft eine Basel Zeitung kann aus sich heraus existieren ohne sich als Gegenmodell beweisen zu müssen.
    Ich werde die Tageswoche vermissen.

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    1. Das war das Hauptproblem, das Gegenmodell – eine Sackgasse. Funktioniert nicht auf die Länge. Man muss mit einem Produkt für sich sprechen, gegen etwas zu sein, reicht bei weitem nicht.

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  9. Traurig und schade!! Ich bin sehr gespannt, was die ewigen KritikerInnen jetzt zu sagen bzw. zu schreiben haben. Von denen gab oder gibt es ja genügend (zu links, zu wenig links zu sehr mittig etc.) Aber herrgott, was soll ich denn jetzt noch lesen? die BaZ mit dem neuen Sportchefredaktor? Die BZ Basel, die seit Jahren immer mehr nach rechts rückt? Antwort immerhin national: die WoZ!! Vielleicht bemüht sich die wieder, eine Basler Lokalredaktion zu implimentieren, so wie es sie zu Zeiten von Roger Monnerat und Giacco Schiesser mal gab. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt oder beinahe:-)

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  10. Traurig und schlimm für die Mitarbeitenden und für Basel.
    Ich bin nicht überzeugt, dass dieses Ende nicht hätte vermieden werden können. Man hätte rechtzeitig den Gedanken fallenlassen sollen, die TaWo als privatwirtschaftliches Unternehmen zu betreiben. Warum wurde nie offensiv nach einem alternativen Geschäfts- und Finanzierungsmodell gesucht?

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  11. Schade, Ja, allerdings hat es die TaWo verpasst mit den Leser*innen das Projekt in der Region Basel zu verankern, wie das die WoZ erfolgreich, oder die Republik versucht.

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  12. Schade, sehr schade! Ihr Tageswoche-Macherinnen und Macher habt der Vision einer offenen Presse einen tüchtigen Schub gegeben. Eure Arbeit bis zum Schluss war nicht umsonst. Habt Dank dafür. Alles Gute!
    Gerhard Trottmann, Mumpf

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