Die B-Seite von Bern ist online

Punkt 16 Uhr ist das «Journal B» online gegangen. Das neue Online-Magazin berichtet über Politik, Alltag und Kultur im Raum Bern. Der Anspruch: Hintergründe und der «andere Ansatz».

Die neue Stimme in Bern: Das «Journal B». (Bild: / Printscreen: www.journal-b.ch)

Punkt 16 Uhr ist das «Journal B» online gegangen. Das neue Online-Magazin berichtet über Politik, Alltag und Kultur im Raum Bern. Der Anspruch: Hintergründe und der «andere Ansatz».

Der Stress der vergangenen Wochen ist der Redaktion vom «Journal B» anzusehen. Die endlosen Arbeitstage der vergangenen vier Monaten haben ihr Spuren hinterlassen. Punkt 16 Uhr waren die Anstrengungen aber für einen Moment vergessen: «Sie ist online», verkündete Chefredaktor Beat Kohler zufrieden – und erleichtert. Sie ist «Journal B» – die neue Stimme von Bern.

Das Online-Magazin berichtet auf seiner Webseite ab sofort über Politik, Alltag und Kultur in der Stadt und im Raum Bern. Und das «B» soll dabei nicht nur Bern stehen, sondern auch für die andere Seite. «Wir haben nicht den Anspruch einer Newsseite», sagt Kohler. Das Ziel seien Hintergründe und der andere Ansatz. «Wir wollen die Geschichten hinter den Geschichten präsentieren.»

Eigentlich hätte das «Journal B» bereits im Juni online gehen sollen, aber damals war der Chefredaktor gar noch nicht an Bord. Aber auch so war der Start am 21. September eine enge Vorgabe. Noch eine halbe Stunde vor dem Start am Freitagnachmittag war die fünfköpfige Redaktion damit beschäftigt, Artikel online zu stellen.

TagesWoche als Vorbild

Die Webseite wirkt frisch, modern, aufgeräumt und mit den Farben erinnert sie etwas an eine Post-It-Wand. Vor allem hebt sie sich von Newsseiten ab, sagt Kohler. «Ich glaube, wir haben ein spezielles Design, dass sich nicht so schnell abnutzen wird.» Gestaltet hat es die Berner Firma «Apps with love». Die Seite ist optimiert für mobile Geräte, Apps folgen aber im November.

Die Artikel können kostenlos gelesen werden, finanziert wird die Seite bis 2014 über die Stiftung für Medienvielfalt (die auch die TagesWoche trägt), die Berner Ursula Wirz-Stiftung sowie mit Geldern von Privaten. Spätestens in zwei Jahren soll sie selbstragend sein, finanziert durch Mitgliederbeiträge, Werbung und Spenden. Das Ziel sind 1500 Mitglieder, denen die Arbeit der Redaktion 250 Franken im Jahr Wert ist.

«Es ist ein ambitioniertes Ziel», sagt Chefredaktor Kohler. Er ist aber überzeugt, dass das «Journal B» mit seinen Inhalten die Gunst der Bernerinnen und Berner gewinnen wird. «Unsere Seite ist kostenlos, aber guter Inhalt ist etwas Wert – und davon müssen wir die Leute überzeugen.» 150 Mitglieder hat das Journal vor dem Launch gesammelt.

Der Beitrag der Stiftung für Medienvielfalt ist nicht die einzige Gemeinsamkeit mit der TagesWoche. «Journal B» arbeitet einerseits mit dem gleichen Content-Managment-System wie die TagesWoche, andererseits legt auch das neue Online-Magazin grossen Wert auf den Austusch mit der Community. Der Claim «Sagt, was Bern bewegt» sei nicht nur der Ausdruck des Selbstvertrauens, sondern wie Kohler sagt, die Aufforderung an die Leser, sich einzubringen.

Das Paradebeispiel der Berichterstattung

Kommentare zu den bisherigen Artikeln haben kurz vor 17 Uhr noch gefehlt, aber nach 60 Minuten Online-Dasein noch keine Überraschung. Am Dienstag folgt der erste Beitrag, des Paradebeispiels der zukünftigen Berichterstattung: 14 Kandidaten für den Gemeinderat von Bern stellen ihre Utopie der Stadt vor. «Im Sommer gab es ein Hin-und-Her zur Wahl des Stadtpräsidenten, aber niemand hat gefragt: Was die Kandidaten eigentlich für Bern wollen – das haben wir hier nun umgesetzt», sagt Kohler.

Dinu Gautier, der die Serie umgesetzt hat, greift temporär der Redaktion unter die Arme. Er kehrt in knapp einem Monat zur «Wochenzeitung» zurück. An Journalisten wird es dem «Journal B» aber nicht fehlen, das Interesse war gross an Jobs beim Online-Magazin, sagt Kohler. Ein Ausbau ist aber Zukunftsmusik. Jetzt muss das «Journal B» Bern erstmal seine B-Seite zeigen – und damit überzeugen.

«Journal B» ist auf Twitter und auf Facebook.

 

Die Medienkampagne zum Start mit Prominenten wie Greis, Massimo Rocchi und auch Stadtpräsident Alexandert Tschäppät:

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