«Die Übernahme» im Kino – ein Podium zur BaZ ohne Gegenstimmen

Mit dem Film «Die Übernahme» will der Verein «Rettet Basel» die Diskussion rund um die Besitzverhältnisse der «Basler Zeitung» aufrechterhalten. Podiumsdiskussionen ergänzen aus diesem Grund die Vorstellungen im Kultkino Atelier.

(Bild: Alexander Preobrajenski)

Mit dem Film «Die Übernahme» will der Verein «Rettet Basel» die Diskussion rund um die Besitzverhältnisse der «Basler Zeitung» aufrechterhalten. Podiumsdiskussionen ergänzen aus diesem Grund die Vorstellungen im Kultkino Atelier.

Als das Kultkino Atelier am Sonntagmorgen zum zweiten Mal den BaZ-kritischen Film «Die Übernahme» spielt, ist der Saal gut gefüllt. Es dürfe hier kein klassischer Dokumentarfilm erwartet werden, sagt Alfred Schlienger, Moderator und Mitinitiant von «Rettet Basel» zur Begrüssung. Vielmehr sei der Film «eine bewusste filmische und parteiliche Intervention, die jene zu Wort kommen lässt, die sich täglich mit der Berichterstattung der ‹Basler Zeitung› auseinandersetzen müssen».

«Die Übernahme» ist eine Gemeinschaftsproduktion von «Rettet Basel», dem Netzwerk «Kunst+Politik» und dem Basler Regisseur Edgar Hagen. Dieser erwehrt sich gleich zu Beginn des Vorwurfs, einen Propagandfilm produziert zu haben. «Zu behaupten, der Film sei einseitig, ist nicht richtig. Die ‹Basler Zeitung› kommt als Konterpart durchaus zu Wort», sagt Hagen. 

30 Personen vor der Kamera

Zu Beginn des Filmes werden in einer einführenden Sequenz die unübersichtlichen Abläufe rund um den Eigentümerwechsel bei der «Basler Zeitung» vor vier Jahren anhand von Ausschnitten aus der Tagesschau Schritt für Schritt nachgezeichnet.

Es folgen Statements verschiedener Persönlichkeiten zu Artikeln der «Basler Zeitung», die an an einer Podiumsdiskussion von «Rettet Basel» im Juni 2014 vorgelesen und diskutiert wurden. «Diese Texte müssen für sich alleine stehen können», sagt Hagen, «sie repräsentieren die Stimme der BaZ.»

«Die zitierten Texte repräsentieren die BaZ»,

Edgar Hagen, Regisseur

Die Vorführung stösst im Kinosaal auf Zustimmung, einzelne Statements ernten spontanen Applaus. Gerne hätte man auf der anschliessenden Podiumsdiskussion auch das Votum einiger BaZ-Befürworter gehört, allerdings haben sich trotz mehrmaliger Anfragen weder der Chefredaktor Markus Somm noch ein Stellvertreter bereit erklärt, an der Diskussion teilzunehmen.

Der Einladung gefolgt sind stattdessen der ehemalige CVP-Grossratspräsident Felix Rudolf von Rohr, Matthias Zehnder (Chefredaktor «bz Basel») und Remo Leupin (Mitglied der Chefredaktion der TagesWoche).

Verdrehte Tatsachen und Diffamierungen

Zehnder übt sich zunächst in Zurückhaltung, im Wissen, dass Äusserungen über die Konkurrenz «immer mit Vorsicht» zu geniessen seien. Dennoch empfindet er bei den zitierten Texte vor allem den handwerklichen Umgang als problematisch: «Sobald Leute diffamiert werden oder Vermutungen zu Tatsachen verdreht werden, kann das grosse Auswirkungen haben. Nicht nur für die betroffenen Personen, sondern auch für unseren Berufsstand.»

Er sehe sich als Leiter eines konkurrierenden Mediums immer wieder mit dem Problem konfrontiert, zu den Inhalten der «Basler Zeitung» Stellung nehmen zu müssen. «Damit bestimmt dieses Blatt auch indirekt unsere Berichterstattung, das ärgert mich dann schon», sagt Zehnder.

Kritik am politischen Programm

Felix Rudolf von Rohr fühlt sich schlicht um Basels Ruf betrogen. Die Heimlichtuerei um den Besitzerwechsel der «Basler Zeitung» lässt er nicht als Ausrede für die überraschende Einflussnahme Christoph Blochers gelten. «Jenen Leuten, die sich in Medienkreisen auskennen, konnten die  Winkelzüge rund um die Basler Zeitung nicht verborgen geblieben sein. Ich bedaure, dass damals niemand zur Stelle war, um für unsere Zeitung einzustehen», sagt von Rohr.




Die Emotionen gingen zeitweise hoch im Kinosaal des Kultkinos Atelier. Die Podiumsgäste versuchten den Überblick zu behalten. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Thematisiert wird auch der Vorwurf, die «Basler Zeitung» werde seit der Installation Markus Somms als Chefredaktor zum SVP-Parteiblatt umfunktioniert. Remo Leupin mag den SVP-Einfluss nicht negieren, er setzt allerdings viel Vertrauen in die Basler Leserschaft. «Viele Leute haben den Braten doch längst gerochen», sagt er, «vor allem junge Leser sind heute sehr medienkompetent und pflegen einen kritischen Umgang mit Nachrichten.»

Unentschuldbare Menschenjagden

Ein aufmerksames Publikum verharmlose das Verletzen journalistischer Grundregeln allerdings nicht, so Leupin weiter. «Jedes Medium ist diesen Werten verpflichtet. Medial inszenierte Menschenjagden oder Angriffe auf Institutionen aus einer politischen Agenda heraus sind unentschuldbar.»

Auch Zehnder mag den Einfluss der «Basler Zeitung» auf die Leserschaft nicht überbewerten, «denn Aufregung und Ärger ist doch genau die beabsichtigte Reaktion der Macher» sagt er. Bedenklich sei eine «schleichende Vergiftung der öffentlichen Meinung», die etwa durch die anhaltende Präsenz tendenziöser Schlagzeilen hervorgerufen werde.

«Die Übernahme» will Diskussion offen halten

Extremen Haltungen gelte es entgegenzuwirken, ohne in einen polemischen Tonfall zu verfallen. Sowohl Zehnder als auch Leupin sehen hierin eine verzwickte wie entscheidende Aufgabe der beiden Alternativen «bz Basel» und TagesWoche auf dem Medienplatz Basel.

Die Diskussionszeit neigt sich dem Ende zu, da kommt Moderator Schlienger noch auf die Zukunft zu sprechen. Der Verein «Rettet Basel» werde sich weiterhin für einen offenen Austausch einsetzen. «Die Übernahme» sei als Zeichen für eine anhaltende kritische Auseinandersetzung mit der «Basler Zeitung» zu verstehen.

Der Trailer zum Film «Die Übernahme»:

«Die Übernahme»: Weitere Vorführungen im Kino Atelier Basel:

  • Samstag, 24. Januar 12.00 Uhr, anschliessendes Podium mit: Urs Buess (freier Journalist), Fabian Baumann (freier Journalist) und Lorenzo Vasella (Präsident Verein Öffentliche Zeitung Baselland).

  • Sonntag, 25. Januar 11.00 Uhr, anschliessendes Podium mit: Martina Bernasconi (GLP), Joël Thüring (SVP) und Kerstin Wenk (SP).

Konversation

  1. Ja Herr Leupin -SO kann man es auch machen- sich vor Antworten auf die Unliebsamsten Fragen (hier von angelo Rizzi -siehe oben) drücken, indem man diejenigen auf die weniger wichtigen Breitwalzt- Uralter Trick!
    Herr Rizzi hat in Summa vollkommen recht- Ihr seid beliebig geworden, (beinahe)ohne Ecken und Kanten und zum Schreien oder Gähnen (jeder nach seinem Temeoerament) Boulevardesk. DAS was Ihr heute seid, war nicht das was Basel als Reaktion auf das BaZ-Blocher Desaster brauchte (und wozu Ihr im Ersten Jahr Anlass zur Hoffnung gabt ! ) – ganz gewiss nicht ! ;-(((

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Herr Heimers, das ist nur schlechtes Handwerk. Wie auf dem Pausenhof: Das ewige Opfer nimmt den Schul-Zampano auch noch an der Gurgel und vergisst dabei, dass schon seine drei Kollegen auf dem knieen.

    Danke Empfehlen (0 )
  3. Lieber Herr Rizzi, leider haben Sie was das „Cheesblättli“ betrifft recht. Online wird kalter Kaffi nachgezogen u.s.w. Wie es bei Käse halt so ist, es gibt diverse Sorten, bessere und schlechtere, wobei zu sagen ist, dass auch der Geniesser von Käse unterschiedlich empfindet. Was für den einen die Uhl, ist für den Anderen di Nachtigall. Mir scheint irgendwie die TW ist weder Uhl noch Nachtigall, sondern mit Vogelgesang verglichen, pfeifft sie vermutlich aus dem letzen Loch. Schade, was gut begonnen hat, serbelt ab wie ein „Wiehnachtstännli“ nach 2 Monaten. Ich werde zu 95% das gedruckte Expl. auch nicht mehr abonnieren, wenn das abo ausläuft, nicht nur betr. inhaltlich, auch technisch ist sie ein lausiges Blatt (ich war mal ganz früher Buch-Offset und Tiefdrucker) geworden, mal geheftet, mal wieder nicht. Enttäuscht bin ich auch von „Rettet Basel“, da sind zu viele Dichter und Theoretiker am Werk aber keine Macher, Film hin oder her. Ich habe hier mal meine Mitarbeit angeboten, denke aber, dass diese Gruppe von Beginn weg unter sich bleiben wollte. Grüsse Gy.

    Danke Empfehlen (0 )
  4. Ein Dilemma?
    Die Community hat ein riesiges Potenzial zur Bereicherung des journalistischen Niveaus; vergessen wir mal die reflexartigen Nachtreter und Kleingeister und Kampfhähne, welche nicht verstehen können, dass eine geäusserte Meinung im Forum nichts als ein Angebot darstellen kann.
    Die Community der TaWo ist durchaus auf gutem Weg! Da findet man so viele Präzisierungen und vertiefende Links von Lesern, welche selber denken und etwas zu sagen haben.
    Daher bin ich mit A. Rizzi und Chröttli sehr der Meinung, dass eine moderne Zeitung die Community unbedingt nach vollen Kräften unterstützen muss: Win-Win.

    Vor 5-6 Jahren war ich sehr begeistert von der damaligen Community der ZEIT. Da gab es grundsolide Analysen, lange Threads und eine sehr grosse Meinungsvielfalt. Die Netiquette war vernünftig und zielführend; nur ganz wenige Hahnenkämpfe fanden statt. Die neue Leitung griff dann aber durch: Die Moderation sei zu teuer wurde behauptet. Die Beiträge wurden auf 1500 Zeichen beschnitten. Dahinter war aber jedem kritischen Blogger klar, dass die Community politisch vom Kurs des Mainstreams abgewichen war (Man wagte es, selber zu denken!); man hatte Angst, dass Inserenten von allzu kritischen Kommentaren vergrault werden könnten. Aus die Maus! Die heutige Community in der ZEIT ist nicht mehr interessant, finde ich. Entsprechend wechselten damals die interessantesten und differenzierten Blogger zum FREITAG, wo damals das letzte vergleichbare offene Forum dieser Art existierte. Die NACHDENKSEITEN sind sehr respektabel, doch fehlte dort m.E. die Spontaneität, während mich beim FREITAG zu viele kleine Clans störten, welche ihre Weisheiten nur noch untereinander in kodifizierter Sprache austauschten. Die hatten ja ihren Spass, aber es gab keine breite Kommunikation.

    Welche Freude dann zu erleben, dass die TaWO hier ein kleines, aber dafür schweizerisches und vom Konzept vergleichbares Forum anbietet!
    Das Dilemma: Der ROI (return on invest) des Forums ist zu klein oder kommt zu langsam! Ein gepflegtes Forum gibt es tatsächlich nicht umsonst.

    Allerdings denke ich (und das gefällt mir hier sehr!) machen die Autoren der Artikel oft im Forum mit, und so entsteht wirklich diese moderne Form, die den Namen einer LESERZEITUNG verdient. Es ist ja nicht möglich, das Forum in der Printversion abzubilden. Doch glaube ich, dass einige der Journalisten vom Forum auch gelegentlich inspiriert werden, und damit sogar bessere Artikel schreiben können. Deswegen müssen sie ja nicht den Bloggern nachplappern.

    Das, Herr Rizzi, bewegt mich, mir das Abo der TaWo zu leisten: Weil sie dank dem Forum besser wird, und nicht etwa weil mir die halt etwas aus der Mode geratene Papierausgabe so wichtig wäre (sie gefällt mir dennoch sehr!).

    Danke Empfehlen (0 )
    1. Das interessiert mich sehr – ich bin selber Admin eines kleinen Internetforums und deshalb beschäftige ich mich immer wieder intensiv mit dem Themen Internetforen und Communitys.
      Was mich interessiert ist: Wie konkret stellen Sie sich eine Unterstützung durch die Redaktion vor?
      Oder auch s Chröttli: Was heisst „verwaiste“ Community?
      Für mich ist das alles etwas unkonkret.

      Danke Empfehlen (0 )
    2. dass sich die autorInnen auf die kommentare hin zurückmelden: oha!
      klar, dass sich die kommentarier bis zu einem gewissen grad jeweils auch an den vorlagen «abarbeiten» … (iweissnovielmeh & besserer) … ist ihnen darum hoch anzurechnen.
      ein/e virtuelle/r adressatIn aller kommentare scheint mir auch deshalb noch zweckdienlich. wie schätzen Sie das denn vor Ihrem erfahrungshintergrund ein?
      modernder ator ja/nein? 😉

      Danke Empfehlen (0 )
    3. @ s chröttli: Vielen Dank, ja, Rückmeldungen sind prima. Aber auch enorm aufwändig. Jetzt verstehe ich auch, was Herr Martens bei der „Zeit“ erlebt hat mit der Zeichenbeschränkung bei Kommentaren, falls es dort üblich war, dass die Autoren die Diskussionen wirklich begleitet und nicht nur ein Community-Redaktor quergelesen hat um dort einzuschreiten, wo gegen die Regeln verstossen wurde.

      Meine eigene Erfahrung ist die, dass die Diskussionsdynamik einer Forumsgemeinschaft sehr unberechenbar ist. Da kann es plötzlich zu einem anfangs gar nicht sehr spannenden Thema eine hochinteressante Diskussion geben, weil jemand einen Gedanken eingebracht hat, der die anderen viel mehr inspiriert als das Ausgangsthema. Wenn dann ein modernder Ator eingreift und zum eigentlichen Thema zurücklenken will, kann er die ganze schöne Diskussion abwürgen, oder es entsteht eine Diskussion über dieses Eingreifen und ob es okay ist, auch mal OT zu gehen – und dadurch wird es dann erst recht OT, nur dass alle am Schluss frustriert sind. 😉

      Oder man freut sich, dass interessante SchreiberInnen auftauchen, die engagiert, klug und kreativ mitdiskutieren und stellt dann plötzlich fest, dass die anderen verstummen, weil sie nicht ganz so selbstbewusst sind und plötzlich denken, sie könnten da ohnehin nicht mitreden. Da kann dann auch ein Mod. nicht viel machen. Und den interessanten SchreiberInnen wird es dann auch irgendwann langweilig, weil kaum mehr Echo oder Widerspruch kommt.

      Oder dann gibts die unangenehmen Streitgockel (sorry, sind tatsächlich meist Männer 😉 ), die zwar einen gewissen Unterhaltungswert haben, die Beitragszahlen in die Höhe schnellen lassen und einfach generell für einen lebhaften Betrieb sorgen, aber natürlich werden dann auch alle, die nicht so gerne streiten abgeschreckt. Greift man dann ein – oft muss man dann auch durchgreifen, weil solche Leute selten einen Gang runterschalten können – kann es schnell passieren, dass kurz darauf allen vor lauter Harmonie die Füsse einschlafen. 😉

      Fazit: Man kann als Moderator viel falsch machen, egal, was man macht oder eben nicht.
      Man hat grosses Glück, wenn man interessante Schreibende hat, die bereit sind, ihre Zeit und ihre Gedanken zu teilen. Doch ob sie bleiben oder wieder verschwinden hängt meines Erachtens mehr davon ab, welche Dynamik zwischen den Schreibenden entsteht, als mit der Dauerpräsenz von Moderatoren.

      Danke Empfehlen (0 )
    4. @Chröttli:
      Ihr Ansatz gefällt mir, er erinnert an den „letter to the editor“. Und darin liegt die Crux: Der arme Teufel wird dann zugemüllt, und muss die Sisyphusarbeit des Morderators übernehmen. Überforderung vorgeplant!
      Oder eben gerade nicht: Er wird ja, wie Sie es vorschlagen, virtualisiert! Und dann funzt er wie das offene schwarze Brett oder eine Klagemauer. Jeder kann sich dort verlustieren, inspirieren, kommetieren und sich ärgern. Was dort steht, ist einfach ein Angebot (nicht mehr!) für jedermann und eine Gelegenheit, die eigene Meinung zu skalieren, kalibrieren oder nötigenfalls zu erden. Darin sehe ich eine grundlegende Funktion des Bloggens, es kann aufzeigen, dass ein anderes Hirni anders funzt, obwohl der Andere meist kein Idiot ist: Empathie hat damit zu tun…
      Ja, Chröttli, der eifrige Wettstreit: Ich aber habe das gaaanz anders erlebt und weiss es daher viiiel besser ist gut und kann auch nerven, falls er nach unten abrutscht.
      Da hilft nur Gelassenheit. Jeder schreibt aus seiner persönlichen Betroffeneheit heraus. Wirklich interessant sind für mich nur jene, welche nicht nur über ihr eigenes, episodisches Schicksal berichten, sondern dabei das Grundsäztliche herausarbeiten können. Nur das ist für die Gesellschaft wirklich relevant.
      @ Esther:
      Ich denke heute, dass die Redaktion nur die Einhaltung der Netiquette überwachen sollte – mehr nicht.
      Moderatoren sind in grossen Foren automatisch fachlich und mengenmässig total überfordert. Strukturieren gelingt auch nicht überzeugend, denn schon das “Verschlagworten” verzerrt die Suche , sogar den Inhalt ungemein; der Suchende müsste, wie in wissenschaftlichen Datenbanken, zuerst den Thesaurus der Suchwörter konsultieren…

      Eine Erfahrung: Grosse Foren, wie sie in den grossen usanischen Blättern wie NYT, Washington Post u.s.w. Sind nutzlos: Schon 1 Stunde nach der Veröffenlichung liegen hunderte von Postings vor; das überblickt keiner. Ebenso kann ich am Aeschenplatz in der Stosszeit predigen wollen.
      Ideal ist so ein Forum, wenn es klein genug bleibt und deshalb nicht unterkritisch ist!

      Noch ein Aspekt: Wer bloggt denn überhaupt? Wer hat ein so grosses Mitteilungsbedürfnis und/oder kann es sich leisten, pro Tag eine Stunde und mehr für Lektüre, Recherche und Kommentarschreiben aufzuwenden? Die Antwort darauf kann sich jeder selber ausmalen. Repräsentativ für die ganze Leserschaft sind die Blogger gewiss nicht – was deren Wert natürlich nicht aufhebt!

      Fazit:
      Ich glaube nicht, dass aktive Moderation nötig und hilfreich ist; die Einschätzungen sind genau so volatil wie die Situationen der Blogger.
      Also denke ich (jetzt!) es sei optimal, diesem Waisen weiterhin ein grosses Anschlagsbrett bereitzustellen. Ganz verwaist ist der Bloginhalt doch nicht: Die Kommentare haben Mütter und Väter (die Autoren) und die Leser wie Redaktioren können die Inhalte gratis adoptieren, etwa im Sinne der Meme von Richard Dawkins und Susan Blackmore. Damit geht die Info in den OpenSource-Raum.

      Danke Empfehlen (0 )
  5. Warum schenken wir der BaZ nur so viel Aufmerksamkeit? Ist mir irgendwie unverständlich. Ich lese doch auch nur die Bücher die ich will. Es käme mir nie in den Sinn mir das anzutun dass ich ein Buch lese das ich nicht lesen will.
    Wenn doch jemand Somm’s Ergüsse vom Samstag lesen will, soll er doch das. Das macht niemanden klüger (höchstens dümmer).
    Wenn jemand die täglichen Anschuldigungen an NICHT-BÜRGERLICHE Politiker lesen will und sagt, ja genauso ist es, Politiker sind alles Gauner (ausser der SVP), dann soll er doch das.
    Es ist dasselbe Phänomen wie mit Blocher. Warum fluchen wir ständig über ihn und schenken ihm alle Aufmerksamkeit.
    Einer der ersten den man nach der Aufhebung des Franken/Euro Mindestkurses gefragt hat, was er davon hält war Herrn Blocher. Es will mir ja niemand weismachen, dass er ein Fachmann dafür ist. Er fühlt sich höchstens dazu berufen, weil man ihm diesen Status gibt.
    Und ja die BaZ resp. deren Schreiberlinge provozieren sicherlich bewusst (eben wie die SVP) und freuen sich riesig auf jede Kritik, mindestens bleibt sie so in aller Munde.
    Also nochmals, warum soll ich eine Kümmelwurst essen, obwohl ich Kümmel gar nicht gern habe.
    Wir sind ja noch nicht am Verhungern. Wir haben ja noch die Tageswoche, die zwar in einigen Dingen noch einige Mängel hat (ist ja auch wieder nur sehr subjektiv), aber die ich gern lese, und die mir beim Lesen von einigen Artikeln nicht den Blutdruck in die Höhe sausen lässt.
    Ja dass die BaZ wie sie heute erscheint eher SVP–Blättli (mehr ist es nicht) heissen sollte, kann ich nur unterstützen. Aber dazu ist es im Moment halt etwas zu spät.
    Vielleicht könnte man ja die Tageswoche umbenennen in Basler Woche (ist nicht so ernst gemeint), genauso wenig man die BaZ so ernst nehmen soll.
    Leute, die sich gern manipulieren lassen, machen das auch ohne BaZ und den anderen kann es egal sein was den Journalisten-Hirnen in der BaZ einfällt.
    Wie Cesna sagt es fehlt ein bisschen der Schalk, die Satire, nehmen wir das Leben nicht so ernst (vor allem Blocher’s/Somm’s BaZ nicht)

    Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (10)

Nächster Artikel