Die Uni Liestal liegt so nah

Betrachtet man den Reiseweg für die Studis, spricht einiges für den Unistandort Liestal.

Der kürzeste Weg zu akademischen Weihen führt ins Baselbiet. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Der Stadtbasler schaut skeptisch auf die Pläne, Liestal als Unistandort aufzuwerten. Dabei gibt es nach Berechnungen, die ein Arealentwickler für die «bz Basel» vorgenommen hat, praktische Gründe dafür.

Demnach erreichen 33’400 potenzielle Studierende Liestal mit Bahn oder Bus innert 45 Minuten. Den Basler Petersplatz, wo das Kollegiengebäude der Uni steht, erreichen nur 29’800 dieser Leute innert einer Dreiviertelstunde.

Noch einmal schlechter schneiden unter dem Kriterium «Erreichbarkeit mit öV» das Muttenzer Feldreben-Areal (26’300) sowie das Arfa-Areal am Rande des Dreispitz in Münchenstein (25’000) ab.

«bz basel»:  «Berechnungen zeigen: Liestal ist für Studis der ideale Standort»

Konversation

  1. Liestal ist aktuell nicht der zukunftsfähige Ort, wo Arbeitsplätze entstehen, im Gegenteil, man pendelt dann halt in Richtung „Stadt“. So würde ich auch nicht wichtige Institutionen derartig in die Peripherie verlagern.
    Hinzu kommt, dass durch die „Verkantönelung“ des Landes da schon ein anderer Zuständigkeitsbereich ist als in der „Stadt“. Das könnte einiges ziemlich komplizierter machen als es in der „Stadt“ wäre.
    Auch einen Dozenten in die Peripherie zu verpflanzen heisst eigentlich ihn aufs Abstellgleis zu schieben. Da wäre dann die Suche nach einer neuen Stelle nicht die letzte Idee.

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  2. Naja, was nirgends geschrieben und beachtet wird: Zügelt die Fakultät, findet nach wie vor keine einzige Vorlesung in Liestal statt! Die Vorlesungen fänden weiterhin in den Hörsälen in der Stadt statt.

    Und unter diesem Gesichtspunkt ist diese Verlagerung natürlich schwachsinnig.

    Wenn man etwas in BL machen will, dann meinetwegen auf dem Dreispitzarel, auch wenn es der SVP BL zu wenig „baselbieterisch“ sein wird.

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    1. Völlig richtig. Dies bedeutet nämlich, dass man mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Seminar in Liestal hätte und eine knappe halbe Stunde später eine Vorlesung irgendwo in Basel. Wenn man bedenkt, dass Seminare auch mal ein bisschen länger dauern können, wenn man eine Diskussion nicht mittendrin abklemmen möchte, dann ist die Strecke Liestal Bahnhof-Petersplatz in 30 Minuten ziemlich sportlich.
      Zudem sind sowohl das Arfa-Areal, als auch der Dreispitz von der Stadt aus auch innert nützlicher Frist mit dem Velo erreichbar, was für Liestal nicht möglich ist.
      Natürlich könnte man seinen Stundenplan anders einrichten aber es wäre nicht sehr förderlich, wenn man sich beim Belegen der Veranstaltungen am Fahrplan der SBB anstelle des Studienplans bzw. der persönlichen Interessen orientieren müsste.
      Kurzum. Der Unistandort Liestal ist eine Schnapsidee und man sollte endlich aufhören ihn als sinnvolle Option zu handeln.

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  3. Der Arealentwickler Fankhauser will mit seinen Zahlen der Diskussion um neue Unistandorte im Baselbiet einen neuen Drall geben. Er liefert Zahlen, welche den Standort Liestal fast schon als verkehrstechnisch zwingend erscheinen lassen. Dabei sind diese Zahlen mit Vorsicht zu geniessen. Sie beziehen sich auf den aktuellen Wohnort der potentiellen StudentInnen. Diese wohnen offensichtlich alle noch zu Hause und ein Grossteil scheint dabei aus dem Baselbiet zu kommen. Das könnte natürlich auch zu einer anderen Schlussfolgerung führen. Wenn sich die Uni, oder Teile davon, hin zu den KundInnen/StudentInnen bewegen sollte, dann müssten die entsprechenden Standortgemeinden & Kantone auch eine höhere Verantwortung übernehmen. Was auch eine höhere finanzielle Beteiligung einschliessen würde. Mit dem partiellen Rückzug der BaselbieterInnen von der Uni Basel haben wir aber soeben das Gegenteil erlebt.
    Also lassen uns die neuen Zahlen trotzdem ratlos zurück…

    Persönlich: Eine Aufsplitterung der Universität und die Auslagerung verschiedener Fakultäten verhindert eine Campusbildung. Der Austausch der Studierenden über Fakultätsgrenzen hinweg scheint mir aber essentiell.

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