Dieses Bild wird eingeklagt

Die Junge SVP schürt Vorurteile gegen Fahrende. Die lassen sich das nicht bieten.

Dieses Plakat kommt vor Gericht.

Die Junge SVP des Kantons Bern geht im Wahlkampf auf Fahrende los. In einem Facebook-Post zeigt sie einen Schweizer mit Sennenkäppi, dem die Sauordnung von «Zigeunern» stinkt. Dazu der Aufruf: «JSVP-Kandidaten wählen – Transitplätze für Zigeuner verhindern!» 

Hintergrund: «Im Seeland und im Berner Mittelland macht man sich Sorgen um die geplanten Transitplätze für ausländische Zigeuner», so die JSVP.

Nun reagiert der Verband Sinti und Roma Schweiz. Mit der Illustration werde suggeriert, «dass ‹Zigeuner› pauschal schmutzig sind, zu Kriminalität neigen, ihre Fäkalien überall hinterlassen und die öffentliche Ordnung nachhaltig stören». Das sei Hetze mit «rassistischen Ressentiments gegen Minderheiten».

Die Klagenden sehen deshalb die Rassismus-Strafnorm verletzt und haben, unterstützt von der Gesellschaft für bedrohte Völker, Strafanzeige eingereicht.

Der Rechtsweg kann lange dauern, schneller hat unser hauseigener Comic-Zeichner auf die Illu der JSVP reagiert:

Konversation

  1. Man müsste hier sicher differenzieren. Die Schweizer Fahrenden sind meiner Meinung nach allesamt gut angesehen und sorgen ihrerseits für Ordnung auf den Stellplätzen. Probleme bestehen vor allem mit den ausländischen Sinti und Roma und da stellt sich tatsächlich die Frage, ob die in der Personenfreizügigkeit vorgesehene Ventilklausel nicht angewendet bzw. die Einreise dieser Personen verhindert werden soll.

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  2. ich kann ja von Glück reden, dass ich ein einheimischer Zigeuner bin. Geduldet da inkognito und angepasst.
    Das was die junge SVP da produzierte gehört sanktioniert. Wie die führenden Köpfe der SVP darüber denken weiss och nicht. Für mich ist das relevant, weil diese auch Vorbilder der Jungen sind.

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  3. Rassismus der übelsten Sorte. Sowohl gegenüber den Fahrenden auch uns Schweizern. Wieso werden wir auf solchen Plakaten immer mit solch dummen Käppis dargestellt?

    Ich bin ja für freie Meinungsäusserung. Aber hier wurden mehrere Grenzen krass und unentschuldbar überschritten. So etwas MUSS strafrechtliche Konsequenzen haben!

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    1. Kennedy hat gesagt ig bin ein Börliner.
      es ist überfällig zu sagen wir sind Fahrende.
      Die Junge SVP gehört vor den Richter, da dies
      Volksverhetzung vom feinsten ist.

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    2. Ja, ja: Auch ich bin ein Fahrender (von der Krippe bis zur Bahre).

      Allerdings betrachte ich nicht alle ausserhalb meines Wohnwagenparks als Feind.

      Man darf sich ja auch mal weiterentwickeln (nach ein paar Jahrhunderten der «Zivilisation»).

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    3. @Simcha: Ein guter Beweis (gibt noch viele mehr), dass Integration von zu fremden Kulturen sogar über Jahrhunderte nicht funktioniert.

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  4. Schon mal einen Bericht im TV mit einem Bericht eines Platzwartes einer solchen Stätte gesehen ? Wenn das was dieser damals so im Interview gesagt hat stimmt dann gute Nacht.
    Bei mir privat wurde zweimal zuhause eingebrochen, beides Mal waren es Fahrende aus einem Camp im Elsass. Da sind zugegebenermassen bei mir tiefe Vourteile verankert.

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    1. Bitte Belegen sie ihre Aussagen, waren das Schweizer Fahrende.
      Da bei Ihnen 2x Eingebrochen wurde hat wohl, seine Gründe im Elsass ( Frankreich ).

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  5. Ich bin erstaunt, dass nicht von offizieller Seite geklagt wird, müssen nun die Sinti auch noch selbst diesen Schritt tun?!

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  6. Und alle Medien benutzen seitdem das Bild als Clickbait. Ist mir vorher bei „20 Minuten“ aufgefallen. Dass auch die TagesWoche das tut, finde ich … bemerkenswert liberal. 🙂

    Die Kampagne der JSVP ist schon jetzt ein Erfolg. Die eigentliche Message ist durch: Man darf jetzt wieder über Fahrende fluchen.

    Hoffen wir, dass es einem offenen Diskurs hilft.

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    1. Da bin ich aber froh, dass ich wieder über die Fahrenden fluchen darf, wenn ich mit dem Velo Slalom um ihre Scheisshaufen kurven muss. Ich hab’s nämlich auch getan, als es verboten war.
      Sogar die überaus toleranten Franzosen verbarikadieren mittlerweile die traditionellen Stellplätze, weil die jeweils hinterlassene Sauerei unglaublich war.
      Zur JSVP: tötet nicht den Überbringer.

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