Drei Frauen lassen die «Mitte» erblühen

Pünktlich zum Frühling knospen im Unternehmen Mitte die Blüten: Im Blumenladen «Blütezeit», der am Freitag aufgeht, soll alles lokal sein. Und, sobald es geht, voll bio.

Zeit für einen Blumenladen: Lilli Schaugg, Felicia Mäder und Selma Bausinger.

(Bild: © Timo Orubolo)

Pünktlich zum Frühling knospen im Unternehmen Mitte die Blüten: Im Blumenladen «Blütezeit», der am Freitag aufgeht, soll alles lokal sein. Und, sobald es geht, voll bio.

«Sicher nicht dieses schreckliche Industriegras!» Selma Bausinger guckt ernst, und das tut sie selten. Aber die Miene ist berechtigt, schliesslich geht es hier um eine Herzensangelegenheit: ein Blumenladen, mitten in der Stadt. Im Unternehmen Mitte, um genau zu sein – da, wo Bausinger schon seit einiger Zeit mitwirkt.

Blumen begleiten die Wahlbaslerin schon seit ihrer Kindheit: Ihr Urgrossvater war ein Gärtnermeister. Damit waren die Blumen in der Familie gesetzt. Bausinger bekam zum Geburtstag stets einen Blumenkranz geschenkt und verbrachte viele Stunden in Grossmutters üppigem Garten. Später gabs kaum einen Spaziergang, von dem sie nicht einen selbstgepflückten Blumenstrauss mit nach Hause brachte. Bis sie nach Basel kam: In der Stadt war das mit den frischen, lokalen Blumen nicht mehr so einfach, schon gar nicht im alten Bankgebäude im Zentrum.

Damit soll jetzt Schluss sein: «Blütezeit», wie Selma und ihre beiden Mitinitiantinnen Lilli Schaugg und Felicia Mäder ihren Laden nennen, soll die Wiesen der Umgebung in die Stadt bringen. Lokal und möglichst bald auch nur noch biologisch, wie Bausinger betont. Als Nummer-Eins-Blumenlieferant dient Thomas Kyburz‘ Blumenfeld in Riehen – zumindest, sobald es da was zum Pflücken gibt. Bis dahin greifen die drei Frauen auf Hoch-Reinhard zurück, eine Bio-Gärtnerei in der Nähe von Lörrach, von der auch die in der «Mitte» ansässige «Kombüse» ihr Bio-Gemüse bezieht.

Saisongerecht im toten Winkel

Im Sortiment haben Bausinger, Schaugg und Mäder stets saisonale Blumen – wie gesagt: Industrieware soll man bei ihnen nicht finden. Dafür das, was momentan in der Bio-Gärtnerei blüht: Anemonen, Ranunkel, Freesien, Tulpen und eine ganze Reihe knospender Zweige. Momentan befinden die sich aber noch im Kühlraum unter der «Mitte», bei blumenbehaglichen sieben Grad.

Hinkommen sollen sie dann direkt vor den Seiteneingang des Freitag-Shops, in den «toten Winkel» des Gebäudes, den Bausinger schon lange beleben wollte. Die Position vor dem Freitag-Shop gehört zum Konzept: Auch in dem Laden wird es Blumen geben – und im Blumenladen Teile des Freitag-Projekts «F-abric», das Textilien aus Hanf und Leinen produziert. Im Gegenzug benutzen Bausinger und ihre Kolleginnen wiederum Hanfschnur zum Binden der Blumen. Alles ein Zyklus also, ganz getreu dem Öko-Motto der drei Frauen.

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«Blütezeit» im Unternehmen Mitte, Mittwoch bis Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr.
Eröffnung: Freitag, 10. März, Unternehmen Mitte.

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