Drinks und Kultur statt Billigfummel an der Clarastrasse

Die Stadt hat genug vom schlechten Image der Clarastrasse. Ein Projekt der neu gegründeten Klara 13 AG um Barbara Buser soll Leben in die verödete Shoppingmeile bringen.

Drinks statt Billigfummel: Hier soll dereinst ein Gastro- und Kulturbetrieb für neue Kundschaft sorgen.

(Bild: Yen Duong)

Die Stadt hat genug vom schlechten Image der Clarastrasse. Ein Projekt der neu gegründeten Klara 13 AG um Barbara Buser soll Leben in die verödete Shoppingmeile bringen.

Wenn die Chefplaner beim Kanton in Sachen Stadtentwicklung nicht mehr weiter wissen, steht ihnen eine Türe immer offen: die von Barbara Buser. Die Architektin und erfolgreiche Umnutzerin (unter anderem Gundeldinger Feld und Markthalle) soll es nun auch an der Clarastrasse richten. Über den «Unort» im Kleinbasel wird im Jahresrhythmus diskutiert. Kaum jemand versteht, weshalb die Stadt eine Strasse an dieser guten Lage zu einer solchen Billigshoppingmeile verkommen liess. 

An der Clarastrasse 13, dort wo heute noch der Kleiderladen «B&A» seine Garderobenstangen in dichten Reihen aufgestellt hat, soll ab spätestens April 2017 ein neuer Gastrobetrieb Kunden anlocken, wie Immobilien Basel-Stadt (IBS) am Donnerstag mitteilte. Das Gebäude gehört der Stadt, in den oberen Stockwerken ist die Pensionskasse des Kantons angesiedelt. «B&A» schliesst im Herbst. Danach übernimmt ein Team aus dem Umfeld von Barbara Buser die riesigen Flächen im Erd- und Untergeschoss. Buser selbst sitzt dabei lediglich im Verwaltungsrat der eigens gegründeten Klara 13 AG, federführend ist ihr langjähriger Wegbegleiter Pascal Biedermann.

Aufwendiger Umbau steht bevor

Details zum neuen Restaurant will sich Biedermann jedoch noch nicht entlocken lassen. Nur so viel: «Es gibt bestimmt keine normale Beiz, sondern ein Restaurant mit Bar und Kulturprogramm.» Eine Vorahnung bekommt, wer sich ansieht, woher die fünf Teilhaber der Klara 13 AG stammen: Neben der Crew um das Gundeldinger Feld und die Markthalle sind auch noch die beiden Hinterhof-Macher involviert.

Bis April 2017 muss das bisherige Ladenlokal umgebaut werden. Das ist aufwendig und teuer. Dieser Umbau dauert von September bis ungefähr März und wird gemäss Biedermann vollständig durch die Teilhaber finanziert. Einzig einige rudimentäre Eingriffe an Gebäudehülle und Infrastruktur bezahlt der Kanton als Eigentümer. Auch die Miete entspreche «normalen Marktkonditionen», sagt Biedermann.

Neue Beiz soll Gegend aufwerten

Wie der Kanton erhofft sich auch Biedermann eine Belebung der Clarastrasse. «Heute ist es wirklich kein schöner Ort, um sich aufzuhalten. Wir hoffen, dass sich unser Projekt auch auf die Umgebung positiv auswirkt.» Er nimmt hauptsächlich die Liegenschaftsbesitzer in die Pflicht, die über die Vermietung ihrer Räume den Charakter der Strasse massgeblich mitprägen können. «Vielleicht kommen dann irgendwann ja auch andere Liegenschaftseigentümer auf die Idee, bei der Vermietung ihrer Räume mutigere Entscheide zu fällen», sagt Biedermann.

So hat auch die IBS sorgfältig darauf geachtet, an wen sie dieses Lokal vermietet. «Wir wollten einen Mieter mit einer Idee, die der Clarastrasse etwas bringt», sagt die IBS-Sprecherin Barbara Neidhart. Weil sich auf die erste Ausschreibung niemand gemeldet habe, der den Vorstellungen entsprach, sei man später gezielt auf Biedermann und Buser zugegangen.

Konversation

  1. wo gibt es solche ausschreibungen?

    und als anmerkung. die ibs basel geht (gefühlt) NUR auf buser zu (siehe verein unterdessen homepage). das finde ich dann ungleich!

    und: schade, dass an solchen orten die chance auf soziale projekte verpasst wird. überall muss leerstand finanziert werden mit gastro und kultur. wir könnten uns auch soziales leisten… erfordert aber wahrscheinlich zu viel kreativität und kapazität für unsere stadtentwicklung und co.

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  2. Ein neuer ansatz um neue wege dort zu gehen. Das find ich gut. Hoffe es klappt auch. Denn in der clarastrasse muss was gehen!

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  3. in zeiten zunehmender sozialer prekarität haben doch billigramschläden auch ihre berechtigung.
    und wenn die stadtplaner nicht weiter wissen gibts immer nur buserkulturkonsum. da ist dann auch irgendwann die sättigung erreicht

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    1. Ja, sie haben auch Recht, eine gewisse Menge an Billigramsch hat durchaus Berechtigung und Nutzen und auch seinen speziellen Charme! Wegen mir hätte der auch nicht weg gemusst. Wenn es nun aber ans Umplanen geht, dann hoffe ich eben auf Individualität für verschiedenste Menschen (das beinhaltet implizit auch diejenigen, deren Lage als prekär angesehen werden muss!).
      Die Strasse ist meines Erachtens aber lang genug und hat Läden genug, so dass auch ein neuer Betrieb gut Platz finden kann…und dann eben bitte kein neuer LidlAldiDennerC+AH+M undsoweiter…davon gibts schon genug.

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  4. Darauf freue ich mich, das wird der Clarastrasse gut tun. Hoffentlich Individualität und ein Angebot für verschiedenste Menschen, statt Billigramsch, aber auch statt Ketten und Labels, die eh schon überall sind…gut!

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