Ein Besuch auf dem ersten Internet-Schwarzmarkt in Basel

Das HeK hat Yami-Ichi nach Basel geholt. Auf dem Markt gibts Reelles aus der virtuellen Welt des Internets. Aber Achtung: Dieser Artikel enthält Anglizismen.

(Bild: Antonia Brand)

Das HeK hat Yami-Ichi nach Basel geholt. Auf dem Markt gibts Reelles aus der virtuellen Welt des Internets. Aber Achtung: Dieser Artikel enthält Anglizismen.

Es gibt Leute, die laufen verschmolzen mit ihrem Natel durch die Welt, als wäre es die Fernsteuerung, über die sie Signale empfangen. Ein Foto für Instagram hier, den Status eines Freundes auf Facebook liken dort. Dazwischen noch Mails checken, online ein Paar Schuhe kaufen oder Zeitung als E-Paper lesen.

» Yami What? Eine kurze Erklärung.

So haarsträubend es erscheinen mag, Lifestyleblogger*in oder Youtube-Star sind inzwischen Berufe, mit denen Leute tatsächlich ein lebenswürdiges Einkommen verdienen. Während man sich auf der einen Seite darüber lustig machen kann, dass unsere Jugend bereits Peak-Digital-Zombification erreicht hat, darf man nicht vergessen: Zugang zu Internet und unzensierter Information wird von der UNO als Menschenrecht erachtet.

Der subversive Gemüsestand. im Angebot Wiki-Lee/aks.

Wer am Like-Willen seiner treuen Kundschaft zweifelt, kann seinem Glück auch anders auf die Sprünge helfen: In der Toilette des HeK prangt ein Aufkleber. Dort preist der ominöse «Eclipse» seine Dienste als Like-Dealer an. Eine Nachricht an ihn genügt – und schon kann man im Keller gefälschte Likes von ihm abkaufen.

Zurück im Tageslicht kann man diese dann für Dinge ausgeben wie für Spam-Mail-Postkarten, für eine Lieblings-Website gedruckt auf Papier (zum immer und immer wieder Anschauen, falls die NSA uns einmal das Internet abdreht) oder für 3D-gedruckte Memes. 

Das Handy, das Panopticon von heute

Neben Unterhaltung und Augenzwinkern gibt es auch ernstere Beiträge. Zum Beispiel das physiognomische Horoskop, das auf einer in China entwickelten Technologie basiert, mit welcher ein Programm Kriminelle anhand des Gesichts erkennen soll. Oder den Ultraschall-Transmitter, der am Stand mit «Are they listening to us?» beschriftet ist (Kurze Antwort: «Ja.», die lange Antwort finden Sie hier).

Der Störsender soll es unmöglich machen, dass Privatgespräche von Personen über das Mikrofon im Handy belauscht werden können. Das Mobiltelefon wird zur modernen, mobilen Variante des Panopticon. So betrachtet ist der Yami-Ichi als digitales Heilfasten gar keine so schlechte Idee.

Konversation

  1. Der Zugangscode zum AKW Fessenheim oder der von Beznau würden wohl weg gehen wie frische Weggli.
    Dann könnte man diese Antiquitäten nämlich per Handy in ihren wohlverdienten Ruhestand schicken.

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