Enthüllung zum BaZ-Skandal schlägt Wellen

Die Geschichte rund um die Medienmitteilung, die den Bürgerlichen von der «Basler Zeitung» angeboten wurde, sorgt für Schlagzeilen – regional, und über die Kantonsgrenzen hinaus. Eine kleine Medienschau.

Die erste Sonntags-Ausgabe der "Basler Zeitung" BAZ, aufgenommen in Basel am Sonntag, 8. Januar 2012. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Die Geschichte rund um die Medienmitteilung, die den Bürgerlichen von der «Basler Zeitung» angeboten wurde, sorgt für Schlagzeilen – regional, und über die Kantonsgrenzen hinaus. Eine kleine Medienschau.

Die TagesWoche-Recherche über die Medienmitteilung, die ein Redaktor der «Basler Zeitung» verfasst hat und mit der er bei den bürgerlichen Parteien hausieren ging, damit sie diese in ihrem Namen veröffentlichen möchten, schlägt Wellen.

Erste Konsequenzen hat Chefredaktor Markus Somm schon gestern gezogen: Ein Redaktor aus dem Lokalressort wurde entlassen, Somm schreibt von einem «Fehlverhalten», das «nicht abgesprochen» gewesen sei, und von dem sich die BaZ distanziere.

Die Geschichte sorgte heute weiter für Schlagzeilen – regional, und über die Kantonsgrenzen hinaus. Eine kleine Medienschau:

  • «Was steckt hinter der Affäre?», fragt die «bz Basel», und stellt einige Mutmassungen an, dass mehr hinter der Geschichte stecken könnte als «nur» eine politisierte Redaktion – oder vielleicht auch nicht. «Sicher ist: Die Mitteilung war Thema an der Grossratssitzung vom 11. Januar – und zwar nicht nur in den höchsten Etagen der Parteien. Dort fassten die Bürgerlichen empört den Entschluss, sich nicht vor den Karren der BaZ spannen zu lassen», so die Zeitung.
  • «‹Der Fiasko›-Bericht der BaZ wurde zum Fiasko für die BaZ», titelt Online-Reports. Das Portal spricht in seinem Bericht von einem «unbestrittenen berufsethischen No-Go».
  • «Wirbel um Artikelserie der Basler Zeitung wegen BKB-Bankrätin» – auch das «Regionaljournal Basel / Baselland» informiert über die Geschehnisse. «Die BaZ zieht Konsequenzen», heisst es im Bericht.
  • «Sag mir, was die Wahrheit ist», titelt der Zürcher «Tages-Anzeiger» auf der Hintergrundseite und stellt fest, es «drängt sich der Verdacht auf, dass auf Somms Redaktion Wahrheit und Erfundenes manchmal dasselbe sind. Wer bemerkt schon den Unterschied? Zumindest intern merkt und überprüft es niemand. Anders kann man die Vorgänge, welche die ‹TagesWoche› gestern aufdeckte, nicht deuten.»
  • «BaZ-Redaktor macht Politik», so erzählt die NZZ die Geschichte der TagesWoche heute seinen Zürcher Leserinnen und Lesern nach – Punkt für Punkt.

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Die Berichte der TagesWoche zum Thema:


Konversation

  1. Die „Versubjektivierung der Wahrheit“ ist ein modernes Phänomen und steht im Gegensatz zur christlichen Vorstellung von Wahrheit.
    Die erstere hinterlässt in den Köpfen ein „Birchermüesli“ von Teilwahrheiten mit entsprechenden Folgen.
    Die letztere hat den Anspruch frei zu machen.
    So sin ddie „Durcheinanderwerfer der Wahrheit“ sehr gefährltich, weil sie zu Verblendungen führen.

    Leider wird dieses „Müesli“ von manchen messianisch sich fühlenden Redaktoren sehr gepflegt. (Beispiel Weltchenwoche-Chefredakteur).

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  2. Und wer wurde nun eigentlich entlassen? Und wurde die Person fristlos entlassen, ordentlich entlassen und freigestellt oder einfach bis auf weiteres freigestellt? Die Berichte verschiedener Medien widersprechen einander.

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    1. Ja Beispiele gibt es mehr als genug
      UBS und CS haben dutzende Milliarden Strafe bezahlt, weil die Chefs ihre Mitarbeiter wie Zitronen auspressten um mehr Gewinn zu generieren.
      Auch der langjährige Lenker der Novartis verlangte von seinen Untergebenen ähnliche Resultate, der Preis ist auch hier mehrere Milliarden Bussen.

      Herr Somm verlangt offensichtlich von seinen Mitarbeitern Dinge die dazu führen dass eben Wahrheit und Erfundenes nicht mehr zu trennen sind.

      Leider ist es wie bei den ersten Beispielen, dass auch er als Chef die Verantwortung nicht übernimmt, sondern einfach ein Bauernopfer auf die Strasse stellt.
      Gut gemacht Herr Somm, herzliche Gratulationen zum 40-jährigen Jubiläum.

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  3. Herr Somm wird in seiner Samstagsglosse schon dafür sorgen dass andere als die BaZ oder/und er selbst (als Verantworlicher) als Schuldige dastehen und seine alternative Wahrheit verbreiten.
    Austeilen ist einfacher als einstecken.
    Bin zwar kein Boxer, aber das dürfte auch dort so sein
    Interessant die Aussage des Tagi
    „Wahrhei und Erfundenes sind manchmal dasselbe“

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