Entlassung bei der «Basler Zeitung»

Die «Basler Zeitung» reagiert auf Enthüllungen der TagesWoche: Ein Redaktor wird entlassen. Er soll bürgerliche Politiker mit einer vorgeschriebenen Medienmitteilung angegangen haben.

Dicke Luft bei der «Basler Zeitung»: Chefredaktor Markus Somm entlässt Redaktor nach Fehlleistung.

(Bild: Keystone)

Die «Basler Zeitung» reagiert auf Enthüllungen der TagesWoche: Ein Redaktor wird entlassen. Er soll bürgerliche Politiker mit einer vorgeschriebenen Medienmitteilung angegangen haben.

Heute Morgen machte die TagesWoche fragwürdige Vorgänge bei der «Basler Zeitung» publik. Die Zeitung soll im Rahmen ihrer Berichterstattung über die angeblich vorbelastete neue Bankrätin der Basler Kantonalbank, Priscilla Leimgruber, sämtliche bürgerliche Parteien angegangen haben, eine gemeinsame Medienmitteilung zu veröffentlichen. Dabei wurde mehreren Spitzenpolitikern eine vorgeschriebene Medienmitteilung unterbreitet, die aus der Redaktion stammte.

Nur wenige Stunden später reagiert das rechtskonservative Blatt und entlässt einen Redaktor. Dem Journalisten wird gemäss Informationen der TagesWoche intern die alleinige Verantwortung für das missglückte Manöver gegeben. Obwohl mehrere Autoren an der Artikelserie zur umstrittenen Bankrätin mitgewirkt haben, geht die Führung der Zeitung davon aus, dass der nun entlassene Redaktor auf eigene Faust und ohne Absprache gehandelt hat.

Der entlassene Redaktor wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen; die «Basler Zeitung» distanziert sich in einer Medienmitteilung von den Vorgängen, ohne auf die Entlassung einzugehen.

Artikelgeschichte

Do, 2. Februar 2017: In einer ersten Fassung war von einer fristlosen Entlassung die Rede. Weitere Recherchen ergaben, dass es sich dabei um eine ordentliche Entlassung handelte.

Konversation

  1. Herrlich „schmierig“, dieser Journalismus.

    Und unser „Citizen Kane“ will über Wochen davon nichts gewusst haben? Das heisst also, er hat keine Kontrolle über seinen Laden.

    Man kann es sich kaum vorstellen: Dieser „Bonsai-Hearst“ wäre um ein Haar NZZ-Chefredaktor geworden (und damit zum „Stephen Bannon für unsere neoliberalen Gartenzwerge).

    Grausige Vorstellung, aber: Das Leben ist schön.

    Zum Antworten anmelden Danke Empfehlen (0 ) Antworten
Alle Kommentare anzeigen (9)

Nächster Artikel