Es regt sich Protest gegen Handystrahlen

Dornach wollte eine Mobilfunkantenne mitten im Wohngebiet, nun machen die Einwohner dem Gemeinderat einen Strich durch die Rechnung. Ein Reizthema offenbar.

Mobilfunkstrahlen stellen für viele Menschen eine unsichtbare Bedrohung dar. (Bild: Keystone/Frank Augstein)

Dornach wollte eine Mobilfunkantenne mitten im Wohngebiet, nun machen die Einwohner dem Gemeinderat einen Strich durch die Rechnung. 700 Unterschriften in kürzester Zeit – es gibt wenig Themen, die solchen Widerstand auslösen.

Die Dornacher Bevölkerung fühlt sich bedroht – und die Bedrohung ist unsichtbar. Vor Kurzem ebnete der Gemeinderat den Weg für eine neue Mobilfunkantenne mitten im Herz von Dornach, nahe der Haltestelle «Ortsmuseum». Und es formierte sich innerhalb kürzester Zeit eine Protestbewegung.

Gemeindepräsident Christian Schlatter ist ob des Widerstands überrascht: «Das Thema vermag trotz technischer Fortschritte nach wie vor grosse Kreise der Bevölkerung zu mobilisieren.» Dabei ging es dem Gemeinderat nur um einen Grundsatzentscheid. Der Telefonie-Anbieter Sunrise machte eine Anfrage für die Installation, ein konkretes Bauvorhaben liegt nicht vor.

Der Gemeinderat wollte es sich also lediglich offenhalten, auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes eine Antenne bauen zu lassen.

Beachtliches Signal an die Gemeindepolitiker

 «Soll eine neue Antenne montiert werden, macht der Gemeinderat dies bevorzugt auf gemeindeeigenen Gebäuden, damit die Kontrolle bestehen bleibt», sagt Schlatter. Da alle die neue Technik nutzten, gäbe es auch keine grossen Proteste, glaubte der Gemeinderat.

Doch die Bevölkerung hat ihren eigenen Willen. In der 6000-Seelen-Gemeinde wurden innert kürzester Zeit 700 Unterschriften für eine Petition gesammelt, die den Gemeinderat von seinen Plänen abbringen soll. Der Dornacher Musiklehrer Christian Ginat hat die Unterschriften überreicht – nun muss die Gemeinde reagieren.

In Dornach gibt es bis jetzt nur eine Handyantenne unmittelbar im Wohnquartier.

In Dornach gibt es bis jetzt nur eine Handyantenne unmittelbar im Wohnquartier. (Bild: Screenshot/Bakom)

In Dornach gibt es bis jetzt nur eine Mobilfunk-Antenne unmittelbar im Wohnquartier (am Steinmattweg, nahe Apfelsee). Und Proteste gabs schon vor 13 Jahren, als Orange eine Antenne auf dem ehemaligen Swissmetall-Areal bauen wollte.

Die damalige Beschwerdeführerin Rita Lutz erinnert sich an den Behördenmarathon: Zuerst gings ans Verwaltungsgericht Solothurn, dann ans Bundesgericht – alles ohne Erfolg. Die Antenne wurde am Ende doch gebaut.

Ein Moratorium – vorerst

Gemeindepräsident Schlatter geht davon aus, dass es aufgrund der Petition vorerst keine Antenne auf dem Dach der Gemeindeverwaltung geben wird. Er hofft, dass es bis zum möglichen Bau einer Antenne eine Art Moratorium gibt. Schlatter: «Da bis in rund zwei Jahren die Ortsplanrevision angegangen werden soll, soll bis dahin keine Baubewilligung erteilt werden.»

Die Thematik will Schlatter im Rahmen der Gesamtplanung diskutieren. Dann könne man besser planen, welche Standorte sinnvoll sind und welche nicht.

Konversation

  1. Die Intensität der Strahlung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung zum Sender ab. Wer sich sorgen um die Gesundheit macht soll nicht Angst vor den Handymasten auf den Dächern haben, sondern vor den Geräten in seiner Nähe.

    Zudem: Je weiter der Mast entfernt ist, desto stärker muss das Handy senden um ihn zu erreichen. Im ungünstigsten Fall erhalten die Kläger am Ende ohne den Mast sogar noch die stärkere Strahlung von den Handys ihere Nachbarn ab.

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  2. Mobilfunkantennen-Gegner sind Sektierer.
    Das ist wie bei den Impfgegnern. Argumente sind zwecklos.
    Lustigerweise haben die meisten von Ihnen selber ein Mobiltelefon, kämpfen aber gegen Antennen in ihrer Umgebung mit der Folge dass ihe Telefon so richtig aufdrehen muss.
    Feldstärkemässig sind übrigens Eisenbahnwagen am besten: Metallkiste mit metallbedapften Fenstern und hundert Mobiltelefone drin die alle voll aufdrehen und stehende Wellen erzeugen.

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