Ex-Kunsthalle-Chef Peter Wyss übernimmt Schützenhaus

Peter Wyss wird nach drei Jahren wieder Beizer: Im Januar übernimmt der ehemalige Kunsthalle-Chef das Restaurant Schützenhaus.

Herausforderung: Peter Wyss vor seiner neuen Wirkungsstätte. (Bild: Stefan Bohrer)

Peter Wyss ist nach seiner Kunsthalle-Zeit eine wichtige Figur im Stadtbild geblieben. Jetzt hofft er, seine Gäste als Pächter des Schützenhauses an den Rand des Stadtzentrums locken zu können. Zuerst aber macht er einen Ausflug aufs Land.

Was tut wohl Peter Wyss als nächstes? Seit drei Jahren kursiert diese Frage in der Gastro-Szene. Seit Peter Wyss als Kunsthalle-Wirt das Handtuch warf und dort nur noch als Stammgast anzutreffen war. Das Leben geniesse er, sagte er immer gern. Mehr liess er sich nicht entlocken.

Bei jedem Lokal, das einen neuen Pächter suchte, kam Peter Wyss ins Gerede der oft ahnungslosen Beizengänger. Die Hoffnung war gross, ihm wieder als Wirt begegnen zu können. Er winkte immer ab. Und immer waren es andere, meist unbekannte Namen, die präsentiert wurden. Jetzt gelingt Peter Wyss einen Coup, mit dem niemand gerechnet hätte: Er wird Beizer des Restaurant Schützenhaus. Ab dem 5. Januar hat er das Sagen.

Staubiges Image

Das Schützenhaus ist nicht gerade ein Ort, wo sich jüngere Leute zu einem Rendez-vous treffen. Das Image der Beiz ist staubig, das Interieur eher düster. Gern treffen sich ältere Quartierbewohner zu einem Kaffee. Oder Leute, die mit dem Auto unterwegs sind und keine Lust auf das Parkplatzsuchen in der Stadt haben. Pluspunkt ist der Garten, der naturgemäss nur bei schönem Wetter Gäste anlockt, diese aber zwingt, auf eher stilfreien Stühlen zu sitzen. Und jetzt also Gastro-König Wyss.

Er werde nicht auf einen Schlag alles ändern, sagt er gegenüber der TagesWoche, sondern das Restaurant zunächst so lassen, wie es die Gesellschaft der Feuerschützen und die SV Group als seine Vorgänger geprägt haben.

«Es muss wachsen, Veränderungen müssen fliessend geschehen.» Er freue sich, nach drei Jahren wieder wirten zu können in diesem «irrsinnig tollen Restaurant, diesem Klassiker».

Klassisch soll auch die Karte daher kommen. Wienerschnitzel, Schwartenmagen, Leberli. Und die Raucher, für die sich Peter Wyss immer einsetzt? Er lässt sich nicht auf die Äste raus. Will nichts von Verein Fümoar sagen oder Raucherabteil. Sondern bloss: «Ich werde die Raucher berücksichtigen.»

Einarbeiten im Heyer

Genau zwei Monate also dauert es noch, bis Wyss wieder im vertrauten Element ist. Mit Händeschütteln, Schulterklopfen (sanft), einem Schwatz und oft Neuigkeiten zu dies und jenem. Dinge, die er auch im Schlaf könnte.

Trotzdem, so glaubt er, brauche er nach drei Jahren Beizer-Abstinenz Übung. «Einarbeiten» müsse er sich. Und das wird er tun – weit weg von der Stadt im Restaurant Heyer in Biel-Benken: Vom 17. November an wird er dort als «Ferienaufsicht» walten. Für zwei Wochen. «Das tönt doch gut!»

 

 

 

Konversation

  1. Ein grosses Lob an den verantwortlichen der Feuerschützen der Peter Wyss überzeugen konnte.

    Endlich kann man wieder nach Jahren im Schützenhaus essen gehen.
    Ein grosses Lob an den verantwortlichen der Feuerschützen der Peter Wyss überzeugen konnte, dem Schützenhaus fehlte das Flair und die Seele wie zu Zeiten von Herrn Marugg.

    Seit dem Abgang von Herrn Marugg ist die Seele des Schützenhauses verloren gegangen. Ich bin überzeugt das dies Peter wieder schaffen wird dem Restaurant eine Seele zu geben !

    Ich freue mich auf mein erstes Essen im „Schluuch“ seit 25 Jahren.

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  2. Damit verliert Basel einen seiner besten Kolumnisten. Und gewinnt einen hoffentlich erfolgreichen Schützenhausbeizer (an den letzten erinnert sich kaum mehr jemand). Offen bleibt die Frage, weshalb Wyss die Kunsthalle verlassen hat, um angeblich „kürzer zu treten“, um nun eine der zur Zeit schwierigsten Herausforderungen in der Basler Gastronomie zu schultern? TagesWoche, übernehmen Sie!

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