Fähre hat sich bei starker Strömung losgerissen

Am Donnerstagabend hat sich die vollbesetzte Klingental-Fähre während der Fahrt losgerissen. Die Fähre trieb führungslos auf dem Rhein und konnte kurz vor dem Dreiländereck von der Feuerwehr gestoppt werden.

Rettungsaktion auf dem Rhein. Mit vereinten Kräften bringt die Feuerwehr die Fähre in Sicherheit. (Bild: Simon Jäggi)

Am Donnerstagabend hat sich die vollbesetzte Klingental-Fähre während der Fahrt losgerissen. Die Fähre trieb führungslos auf dem Rhein und konnte kurz vor dem Dreiländereck von der Feuerwehr gestoppt werden.

Das Unglück ereignete sich kurz nach 21.30 Uhr. Während einer Überfahrt riss das Zugseil der Klingental-Fähre bei der Kaserne. Das Boot mit einem knappen Dutzend Passagieren an Bord trieb daraufhin während zehn Minuten führungslos in starker Strömung den Rhein hinab.

Ein kleineres Feuerwehrboot versuchte erfolglos die Fähre zu stoppen. Kurz vor dem Dreiländereck gelang es schliesslich dem grossen Feuerlöschboot sich der Fähre in den Weg zu stellen und diese so aufzuhalten. Es war keine Minute zu früh: Ein rheinaufwärtsfahrendes Frachtschiff war nur noch wenige hundert Meter von der Fähre entfernt.

Fähre war wohl zu schnell unterwegs

Das Feuerlöschboot schleppte die Fähre in das Hafenbecken hinter dem Dreiländereck. Während ein sichtlich erschrockener «Fährimaa» das Boot befestigte, transportierte unterdessen das Feuerlöschboot die Passagiere wieder zurück in die Stadt. Zum Hergang des Unglücks wollte der Fährimaa selber keine Auskunft geben.

Markus Manz, Materialchef der «Fähri-Stiftung» schildert den Hergang gegenüber der TagesWoche folgendermassen: «Wir gehen davon aus, dass die Fähre zu rasch übersetzt hat.» Bei dieser Strömung sei das rasche Übersetzen eigentlich verboten.

Fehlverhalten vermutet

Das Seil habe eine maximale Zuglast, erklärte Manz weiter. «Wir vermuten, dass diese auf Grund eines Fehlverhaltens überschritten worden ist.» Die genaue Ursache müsse in den kommenden Tagen geklärt werden.

Die Klingental-Fähre ist die erste Kunststoff-Fähre der Stadt und wurde erst vor einem knappen Jahr in Betrieb genommen.

Gemäss BZ Basel bleibt die Klingentalfähre vorerst ausser Betrieb, dies bis die Ursache des Seilrisses geklärt werden kann.

Konversation

  1. führen bekanntlich zu Glücksgefühl. Der 1000 mal hin und her fahrende Fährenmeister hat einmal etwas erlebt. Ist doch schön. Die Fähre ist ja nicht gekentert, und sie hätte bis nach Rotterdam treiben können, ohne dass jemand ernsthaft in Gefahr ist. Also alles halb so schlimm. Und der Fährensteuermann hat diese kleine Ausfahrt sicherlich am Ende mit Glücksgefühlen genossen. Endlich in Freiheit! Ok, vielleicht hat etwas nachgeholfen, und noch zusätzlich das Ruder quer gestellt, und die Füsse ins Wasser gehalten. Das kann natürlich jedes Seil zum Reissen bringen….

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  2. Dein Menschenverstand in allen Ehren, aber führe dir doch erstmal die elementarsten physikalischen Grundlagen zu Gemüte!?

    Je schneller die Fähren fahren, desto schräger liegt sei im Wasser und desto grösser ist somit die Angriffsfläche welche das vorbeifliessende Wasser hat.
    Das dabei die Belastung auf das Seil steigt ist numal so. Mit deinem Auto fährst du ja sicherlich auch langsamer durch die Kurve als auf ner geraden Strecke, und genauso muss auch bei der Fähre die Geschwindigkeit den Strömungsverhältnissen angepasst werden.

    Obs er nun zu schnell war oder ein Materialfehler vorlag weiss keiner von uns und wird sich noch zeigen.

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  3. Das Zuggewicht eines Fähren-Gierseils muss doch auf Höchstlast berechnet sein, genauso wie das Seil einer Gondelbahn. Es kann doch nicht sein, dass man jetzt mutmasst, der Fährimaa könnte zu schnell unterwegs gewesen sein. Angenommen, die Fähre wäre vollbesetzt gewesen, dann wäre ja gut und gerne noch 2 Tonnen Gewicht hinzugekommen. Vielleicht hat man ja bei der Berechnung schlicht und einfach die extrem starke Strömung nicht oder zu wenig mit berücksichtigt. Genauso gut könnte man mutmassen, dass das Gierseil am Führungsseil über den Rhein hängen blieb und deshalb gerissen ist – bzw. die ganze Anlage schlecht gewartet war – und das liegt ja wohl nicht in der Kompetenz des Fährimaas…

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  4. Ich bleibe dabei: hier wird versucht, den Fährimaa zum Bauernopfer zu machen. Angenommen, alle 4 Fähren wären zu schnell unterwegs gewesen – bzw. sie hätten die Fähre zu stark quer gestellt – dann wären 4 Seile gerissen, es hätte evtl. sogar Tote gegeben? Da lachen ja die Hühner! Hört doch auf! Eine solche Anlage MUSS für den worst case gesichert sein. Das Gierseil einer Fähre darf doch nicht reissen, weil der Fährimaa zu schnell(!) fuhr…. bitte schaltet den gesunden Menschenverstand ein!

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  5. Es hat sich an jenem Abend gezeigt, dass man nur warten muss bis einem das „Glück“ vor den Sucher springt. zb. Ein halbe Stunde vorher auf der 3Rosenbrücke war alles noch in Butter, Nichts Besonderes auf den Videoaufnahmen.

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  6. Es ist doch völlig Sinnlos, wenn hier nun Laien über den Drahtseildurchmesser spekulieren.

    Ich lese aus Willys Beitrag den unausgesprochenen Vorwurf heraus: „das Seil ist (angeblich) dünner, da wurde doch auf Kosten der Sicherheit gespart.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Drahtseil hat die nötigen Infos. Dicker heisst nicht stabiler.

    @angelo:
    Es macht es doch keinen Sinn, ein absolut überdimensioniertes Seil da dranzupropfen, nur um auch bei Hochwasser superschnelle Überfahrten machen zu können.
    Es gibt wie auch im Beitrag geschrieben eine Höchstlast(vollbesetzte Fähre bei Wassergeschwindigkeit x und Fährgeschwindigkeit y) die das Seil aushält.
    Da man auf x keinen Einfluss hat, muss der Fährmann eben zusehen, das er y anpasst. Kann sein, dass er das verbockt hat(benötigt sicherlich einiges an Erfahrung die Wassergeschwindigkeit abschätzen zu können) oder genauso gut kann auch ein technischer Defekt die Ursache sein.

    Ich finde da eher den Kommentar von diesem Herrn Manz unpassend, dass er ohne genaueres zu Wissen, erstmal den Fährmann beschuldigt…

    Ich entschuldige mich vorab für die hochdeutsche Schreibweise „Fährmann“ (mit und ohne Anführungszeichen)

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  7. Bin überrascht über die vielen Kommentare, keiner schreibt zum Glück wurde niemand verletzt, oder getötet.
    Wie kleinlich manch einer doch über andere urteilen, ‚Nobody is perfect‘, und das ist auch gut so
    Bitte unbedingt dem Hineiis von Willy Dingeldein recherchieren, dies nimmt mich wirklich wunder, ob da was drann ist mit dem Seil.

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  8. „unbaslerischer Teutonismus“
    Einfach nur Grossartig! %)

    Ich stimme dann eher dem Herrn Raz zu.
    Fehler passieren nunmal im Eifer des Gefechts und ich kann da nichts Schlimmes dran finden.
    Wenn ich mir die Kommentarspalte der Tageswoche so ansehe, scheint leider eher das echauffierte Rummotzen über Kleinigkeiten eine Basler Tugend zu sein. Kann nicht mehr lange dauern bis Herr Buschweiler wieder ankommt. Oder hat er nicht schon kommentiert? Naja, kommt sicherlich noch

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  9. Den unbaslerischen Teutonismus «Butter bei die Fische» mal aussen vor: Vielleicht sollten sich Journalisten einfach von der Zwangsvorstellung befreien, dass die Geschwindigkeit das A und O des Journalismus ist. Warum nicht ein bisschen länger recherchieren, ein bisschen länger formulieren, und dann zwar eine Stunde später aber dafür einen richtig guten Bericht veröffentlichen? Wenn das Rennen um den Primeur unbedingt sein muss kann ja schnell ein vorläufige kurze Notiz, als solche gekennzeichnet, platziert werden.

    Zur konkreten Frage: Wie wär’s z. B. so in der Richtung «Das Gierseil ist gerissen und die Fähre trieb den Rhein hinunter. Der Fährimaa konnte mit dem Paddel die Fähre soweit manövrieren, dass sie nicht gegen ein Hindernis getrieben wurde, bevor die Feuerwehr mit dem Löschboot angerauscht kam (für den Quotenpepp) und die Fähre in den Schlepptau nahm.» Und dann noch, bis wohin sie runtertrieb und was danach geschah. Und alles ganz unaufgeregt formuliert.

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  10. Bei allem Sinn für Kritik möchte ich hier für Simon Jäggi eine Lanze brechen. Um 21:30 Uhr reisst sich eine Fähre los, um 22:34 geht ein erster Text online, zu dem ein falsches Bild gezeigt wird, was ein Fehler und aller Rügen wert ist. Aber unser Journalist ist vor Ort, schiesst Fotos und stellt um 23:30 eine verlängerte Version des Textes mit eigenen Bildern aufs Netz.

    Ich arbeite lange genug aktuell nach Fussballspielen, um zu wissen, dass in dieser schnellen Textproduktion nicht immer jede Formulierung perfekt sitzt und manch ein Tippfehler geschieht. Auch dafür lassen wir uns gerne und völlig zu Recht die Ohren lang ziehen, ohne dass uns deswegen ein Zacken aus der Krone fällt.

    Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wie soll eine Fähre umschrieben werden, deren Fährimaa zwar ohne Anführungszeichen aber dafür mit einem Paddel gegen die Strömung, die derzeit ja nicht ohne ist, ankämpft? Ist das dann eine «kontrolliert den Strom hinuntergondelnde Fähre»?

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