Festhalten: Für so etwas hat das Baselbiet wieder Geld

Soll keiner sagen, das Baselbiet sei nicht innovativ. Für seine Velofahrer hat der Kanton sogar eine Idee aus Kopenhagen geklaut.

Baselland testet ein Geländer: Die «Alternative zum Fussabstellen» gibts in Münchenstein und in Muttenz an jeweils einer Kreuzung. (Bild: Pro Velo)

Die Velostadt Kopenhagen macht eigentlich nur tolle Sachen. Braucht es dafür noch Beispiele? Eigentlich nein.

Okay, na gut, wie Sie wünschen. Aber nur eines: Das ist ein Mistkübel am Strassenrand. Zum Abfallentsorgen. Während der Velofahrt. Extra angewinkelt aufgestellt, damit man schwupps seinen Müll reinwerfen kann.

Das hat schon was. Da würde ich persönlich jetzt doch auch dafür sorgen, dass ich bei meiner täglichen Velofahrt etwas zum Werfen dabeihabe. Einfach so, fürs Vergnügen.

Auch der eine oder andere Baselbieter Staatsangestellte war mal in Kopenhagen. Prompt haben die dort etwas Tolles entdeckt: ein Geländer, an dem sich Velofahrende festhalten können, wenn sie an einer Ampel anhalten müssen.

Genial! Endlich entfällt das mühsame Fussabstellen an der Ampel. «Das wollen wir nun auch in der Region ausprobieren», sagt der Leiter Verkehrsinfrastruktur im Baselbiet, Urs Roth, dem «Regionaljournal Basel». Ein «kleiner Beitrag, vielleicht aber mit grosser Wirkung», sagt er.

Über den Betrag, den der Sparkanton für diesen Versuch auf den Tisch legen muss, hat Roth dann auch noch gesprochen. Nun hören sich 12’000 Franken für ein paar Stangen bei zwei Kreuzungen in diesem Kanton schon nach etwas viel Geld an. Aber eines muss man als Nicht-Basler dazu freilich wissen: Den Arm zur Seite ausstrecken und sich festhalten, um nicht auf eigenen Füssen stehen zu müssen, das ist im Baselbiet nun mal so etwas wie ein Grundbedürfnis. So gesehen musste der Kanton bei diesem Sonderangebot einfach zugreifen.

Konversation

  1. Wenn Mans schaut wieviele Millionen der Umbau einer Kreuzung zu einem Kreisel kostet oder der Austausch einer Lichtsignalanlage, dann ist das ein Klacks. Diese Stangen gibt es auch Ina siatischen Grossstädten zusammen mit Überdachungen an Kreuzungen für die Velo- und Mofafahrer, damit sie von der Sonne geschützt resp. bei Regen nicht nass werden.

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  2. na ja: etwas Ironie ist hier schon angebracht!
    Nur will BL-Buser und Co. hunderte von Millionen für mehr Strassen ausgeben, obwohl das nur noch mehr Verkehr bringt. Deshalb ist velofahren eine echte Alternative und sollte in jeder Hinsicht gefördert werden. Zumal das nur ein Bruchteil der Kosten verursacht.

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  3. Wers nich gemerkt hat: Das ist begabte Schreibe voller ironischer Seitenhiebe… Und leider auch wahr, was er da wie den Nagel auf den Kopf trifft. Nämlich, wie Ideologen mit Furz-Ideen ihre Ideologie zementieren wollen. Was sage ich: «Zement»? Nein, Steuergeld…!

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  4. Vielleicht war es auch ein Geistesblitz von Philippo Leutenegger. Der ist ja bekannt für seine spontanen Ideen. Man denke nur an die luftigen Sonnenschirme auf dem Sechseläutenplatz…

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