Gefordert: Catalin Cozma

Roger Federers Pizzaioli: Mit einem Sieg an den Swiss Indoors würde Roger Federer diesen Mann ins Schwitzen bringen.

pizzajolo (Bild: pizzajolo)

Die grösste Ehre wäre es für Catalin Cozma (28), dem Ex-Boxer Mike Tyson eine selbst gebackene Pizza zu servieren.

Am liebsten eine Eigenkreation mit Lachs oder Zucchetti, wie er sie im Restaurant «Dario da Pippo» in Pratteln täglich für das Mittagsmenü erfindet. Der Pizzaiolo macht sich aber auch gern für Sportler an den Teig, die Rackets statt Fäuste brauchen – und im besten Fall aus dem Baselbiet stammen.

Zwar hat es Roger Federer bisher nie selber ins «Dario da Pippo» verschlagen, aus der Ferne bringt er den Piz­zaiolo Catalin Cozma jedoch regelmässig ins Schwitzen: Seit Federer beim Swiss-Indoors-Finale vor fünf Jahren zum ersten Mal als Gewinner vom Platz ging, bestellen die Verantwortlichen nach dessen Turniersiegen jeweils vierzig Pizzen für die Ballbuben und -mädchen in die St. Jakobshalle – im Auftrag des Tennisstars und auf dessen Rechnung. Wobei diese immer eher be­scheiden ausfalle, wie Catalin Cozma sagt: «Federer bestellt ausschliesslich Margheritas.» Der Pizzaiolo ahnt auch, was es mit der Zurückhaltung auf sich hat: Eine Pizza Margherita habe mit 600 Kalorien etwa 400 Kalorien weniger als eine mit Schinken oder Pilzen. Und da es sich bei den Beschenkten um mögliche Nachwuchstalente handle, sei es wohl besser, jetzt schon auf die Linie zu achten. Schliesslich hat Roger Federer selber einmal Bälle für John McEnroe und Boris Becker eingesammelt und weiss, was man tun muss, um nach oben zu kommen – und dass es nicht schaden kann, auch als Star auf dem Boden zu bleiben und die Ballbuben und -mädchen für ihren Einsatz zu belohnen.

Für Catalin Cozma bedeutet das wiederum viel Arbeit. Doch er nimmt es gelassen. Am 6. November werde er einfach genug Teig vorbereiten und mit einem Auge das Finale schauen, sofern Federer auf dem Platz steht. «Im Fall eines Sieges würde ich meinen Chef zum ersten Mal in die St. Jakobshalle begleiten und mit ihm die Pizzen ausliefern», sagt der Pizzaiolo. Wenn es mit Mike Tyson schon nicht klappe, wolle er immerhin Federer einmal eine eigene Pizza servieren. Der esse stets fleissig mit. Und falls es in diesem Jahr nicht so weit komme, müsse er den Teig eben am nächsten Tag für das Mittagsmenü verwenden, sagt Cozma. Dann aber für selbst erfundene Pizzen mit mehr als 600 Kalorien.

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Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 28/10/11

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