Gefordert: Georg Denzer

Wettertechnisch ging der diesjährige Frühling vor die Hunde. Das bekommen auch die Spargeln von Georg Denzer zu spüren.

Ein schlechtes Spargeljahr: Wie bei anderen Spargelproduzenten in der Region sorgt der nasse Frühling auch bei Landwirt Georg Denzer für Verspätung beim Spargelstich. (Bild: Basile Bornand)

Weit hinter dem Hof der Familie Denzer steht ein einsamer Maibaum im Feld. Sonst deutet weit und breit wenig auf den Frühling hin, sieht man von den paar Vögeln ab, die liebesbedürftig umherbalzen. Mitteleuropa wartet auf die Sonne. So auch die Spargeln von Georg Denzer (30).

Der Gärtnermeister schaut ein wenig ratlos auf die unter Wasser liegenden Felder und die Tunnel, unter denen die Spargeln derzeit wachsen sollten. «Die Saison ist noch nicht vorbei, aber der April war der schlechteste, den wir je hatten.» Konkret bedeutet das einen Verlust von 2,5 bis 3 Tonnen Spargeln. Die Hauptphase für den Spargelverkauf dauert noch bis Mitte Mai. Denzer lächelt, sagt dann: «Das ist schon Geld, das fehlt.»

Vier Generationen Landwirtschaft

Vor sieben Jahren kehrte Georg Denzer zurück in den Familienbetrieb nach Fischingen im Markgräflerland. Das ist bei Denzers Tradition. Schon sein Urgrossvater rammte hier den Spaten in die Erde. Mittlerweile wachsen auf diesen Feldern Äpfel, Birnen, Kirschen und Erdbeeren. Weintrauben im Herbst und seit zehn Jahren auch Spargeln im Frühling. Es sei denn, es handle sich um das Jahr 2013, denn da spielt das Wetter nicht mit. Als Vergleich: Im Normalfall sticht man hier 300 bis 400 Tonnen Spargeln pro Hektar, 500 bis 600 Kilo Spargeln am Tag. Als Denzers in der zweiten Aprilwoche zustachen, holten sie aus dem gesamten Feld nur 5 bis 10 Kilo. «Das geht derzeit allen so», sagt Denzer.

Dabei liegt hier im südbadischen Fischingen, von wo aus man hinter den Reben die Konturen des Messeturms von Basel sieht, wertvolle Erde. «Der Boden in der Spargelstrasse bei Freiburg (D) ist sandiger und macht den Spargelanbau leichter. Hier im Süden ist er schwerer, bringt aber die besseren Spargeln.» Denzer sagt das nicht ohne Stolz. Sein Blick fällt dann auf die blühenden Kirschbäume und ein Storchenpaar, das leichtfüssig über die Felder stolziert. Da lächelt er wieder und meint, er könne jetzt nur hoffen. Auf Sonne, auf Wärme, auf den Mai. Und falls aus den Spargeln nichts wird, gibt es ja noch die Kirschen und die Erdbeeren.

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Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 10.05.13

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