Gefordert: Peter Kaupp

Es ist wieder Pilzsaison. Wer selber «pilzeln» geht und sich nicht sehr gut auskennt, zeigt seine Funde am besten einem Pilzkontolleur.

Peter Kaupp weiss, welche Pilze geniessbar sind und welche nicht. (Bild: Nils Fisch)

Wenn es auf den Herbst zugeht, locken sie die Sammler in die Wälder: die Pilze. Doch Pilzbestimmung will gelernt sein. Wer sicher sein will, dass die gesammelten Pilze nicht ungeniessbar wird, lässt seine Funde am besten vom Experten kontrollieren.

Sein Beruf ist seine Leidenschaft. Peter Kaupp (53) ist Pilzkontrolleur des Kantons Basel-Stadt, seit über 20 Jahren. Wie lange genau, weiss er selber nicht einmal mehr. «Hier kann ich beratend tätig sein und mein Wissen weitergeben. Das macht mir Freude», sagt der Basler, der seit vier Jahren im Zürcher Oberland zu Hause ist. Wenn es keine Pilze zu kontrollieren gibt, macht er Lebensmittelkontrollen.

Natürlich geht er auch selber oft «in die Pilze» und bringt immer wieder welche mit. «Diese Naturverbundenheit gefällt mir besonders an meinem Beruf», sagt er. Viel mehr Freude als das Essen von Pilzen macht ihm jedoch ihre Bestimmung. Einer seiner Lieblingspilze ist der ­Weisse Trüffel aus dem Piemont.

Pilzbestimmung ist Erfahrungssache

Seine eigenen Streifzüge durch den Wald würden vor ­allem der Weiterbildung dienen. Denn man müsse immer auf dem neusten Stand sein. «Das sichere Bestimmen von Pilzen ist Erfahrungssache», sagt der Pilzexperte. Selten entdecke man auch eine neue Art. «Und es kommt natürlich auch vor, dass ich einen Pilz nicht bestimmen kann.»

In der Region Basel gibt es die üblichen Pilze wie Steinpilze, Eierschwämme und Herbsttrompeten. Die meisten Basler würden aber ihre Pilze im Schwarzwald suchen, sagt Kaupp. Aufgabe der Pilzkontrolleure sei es, in erster ­Linie zu bestimmen, ob man einen Pilz essen könne oder nicht. Die behördlichen Mengenbeschränkungen zu kennen, sei dagegen ­Sache der Sammler. «Wir raten jedoch, nur so viel zu sammeln, wie man auch essen kann», sagt Kaupp. Und: «Wenn jemand eine geschützte Art bringt, machen wir ihn darauf aufmerksam.» Denn auch Naturschutz gehört zu den Aufgaben der Pilzkontrolleure.

Bilder können täuschen

Auch Pilzkurse und -exkursionen leitet Kaupp, und er freue sich, wenn er die Leute später wiedersehe, wenn sie ihre Funde auf die Pilzkontrolle bringen. Auf den Exkur­sionen gehe es auch darum, das nachhaltige Pilzeln zu vermitteln. «Das Wichtigste aber ist zu wissen, welche ­Pilze hochgiftig oder gar tödlich sind», sagt Kaupp.
Zum Bestimmen der Pilze empfehle es sich, eine Beschreibung, nicht bloss ein Bild herbeizuziehen. Denn Bilder können täuschen. «Unseriös und gar gefährlich sind die Apps, die es mittlerweile gibt», warnt Kaupp. Man geht also lieber einmal mehr in die Pilzkontrolle als einmal weniger.

Artikelgeschichte

Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 14.09.12

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