Gibt es dieses Mal die ersten Titanwurz-Früchte?

Im Juli 2014 erregte die Riesenknolle der Titanwurz im Botanischen Garten der Uni Basel schweizweit Aufsehen. Nun wächst ihre Blüte – ab Samstag, 20. September, kann man sie vor Ort betrachten.

Im Juli 2014 erregte die Riesenknolle der Titanwurz im Botanischen Garten der Uni Basel schweizweit Aufsehen. Nun wächst ihre Blüte – ab Samstag, 20. September, kann man sie vor Ort betrachten.

Die Titanwurz gehört zur Familie der Aronstabgewächse. Heimisch ist sie auf Sumatra. Ihre Blüte und ihre Knolle können enorme Grössen erreichen. Die Knolle des Exemplars, das im Besitz des Botanischen Gartens der Universität Basel ist, hat jedenfalls ein beachtliches Gewicht: Betrug es im Jahr 2012 bereits 30 Kilogramm, so brachte es diesen Juli bei der Umtopfung gar 45 Kilogramm auf die Waage.

Zurzeit entwickelt die Basler Titanwurz ihre dritte Blüte. Zuvor blühte sie bereits in den Jahren 2011 und 2012. Dabei zog sie jeweils viele Schaulustige an.

2012 betrug die Länge der Blume 2,30 Meter. Heinz Schneider vom Botanischen Institut der Uni Basel erwartet, dass die Blume dieses Jahr angesichts des günstigen Wetters und optimaler Gewächshausbedingungen noch länger wird. «Die Hüllenblätter der Knospe», so Schneider, «waren jedenfalls bereits zehn Zentimeter länger als 2012.»

Pollen aus Bayreuth

Zur Fruchtbildung ist die Pflanze auf fremde Titanwurz-Pollen angewiesen. 2012 hatte man in Basel mit der Bestäubung von Hand keinen Erfolg. Schneider vermutet, dass die Qualität der Pollen ungenügend gewesen sei.

Diesmal kommen Pollen einer Titanwurz zum Einsatz, die am 1. August 2014 im Botanischen Garten Bayreuth geblüht hat. Laut Heinz Schneider sind die Aussichten gut, dass es dieses Mal die ersten Titanwurz-Früchte in der Schweiz gibt.

Ab Samstag, dem 20. September 2014, kann der Titanwurz im Gewächshaus besichtigt werden. Zudem lässt sich das Wachstum der Blüte auch mit der Webcam des Botanischen Gartens verfolgen. Die Blüte dürfte sich Ende September ganz öffnen.
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Titanwurz-Besichtigung: Botanischer Garten, Schönbeinstrasse 6, 4056 Basel, täglich 14–18 Uhr, Eintritt 5 Franken. Schulklassen und Kinder bis 12 frei. Sonderöffnungszeiten: sobald sich die Blüte öffnet.

Konversation

  1. Für die Verantwortlichen und Hüter des stinkenden Riesenknollen – genannt Titanwurz – mag diese Pflanze ein Glück sein, lässt sich damit doch offensichtlich viel Aufmerksamkeit herstellen. Allerdings ist der Event ziemlich tröge und gibt bereits nach dem 4. Jahr nicht mehr viel her. Ein Topf mit einer Pflanze. Und igitt: Es stinkt.

    Trotzdem ergibt das „Pseudoereignis“ immer noch ein paar Einschaltquoten und offensichtlich auch genügend Publikum, welches bereit ist 5.- Franken zu bezahlen. Wofür eigentlich?

    Die restlichen Pflanzen des Botanischen Gartens der Universität kann man ganzjährig gratis anschauen und bewundern. Aber durch die Eventisierung und durch die mediale Erhöhung des einen Aronstabgewächses marginalisiert und banalisiert man alle anderen Pflanzen. Der Rest ist offensichtlich nicht sehenswert.

    Klar, Natur und der normale Pflanzenbestand und das Gedeihen und Werden von Pflanzen ist an und für sich nicht medial spektakulär und nur für den stillen Beobachter und Spezialisten interessant und ein Erlebnis. Die inszenierte Überhöhung der Titanwurz ist, auch wenn man das abschlaffende Interesse mit neuen suggestiven Ereignissen ködert – wird der Titanwurz Früchte produzieren? – wird die Sache nicht besser.

    Offensichtlich betreiben die Verantwortlichen hier eine einträgliche und banale Geld- und Aufmerksamkeitsmaschine.

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    1. Warum wundern Sie sich? Wir leben doch im Kapitalismus! Da wird alles materiell verwertet was irgendwie möglich ist.

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