Hafenareal sucht Zwischennutzer

Die Basler Kantons- und Hafenverwaltung gibt am Klybeckquai 1,3 Kilometer für Zwischennutzungen frei. Bis zum 9. Februar kann jedermann und -frau Projektideen einreichen. Bereits im Frühsommer sollen am Ufer erste Begegnungszonen entstehen.

So könnte die Rheinpromenade beim Klybeckquai schon im Frühling 2012 aussehen. (Bild: zVg)

Die Basler Kantons- und Hafenverwaltung gibt am Klybeckquai 1,3 Kilometer für Zwischennutzungen frei. Bis zum 9. Februar kann jedermann und -frau Projektideen einreichen. Bereits im Frühsommer sollen am Ufer erste Begegnungszonen entstehen.

Wie die TagesWoche angekündigt hat, suchen der Kanton Basel-Stadt und die Hafenverwaltung  Ideen für Zwischennutzungen im Rheinhafen. Jetzt sind die Details für die Projekteingaben bekannt.

Durch die neuen Bedürfnisse der Hafenwirtschaft und Verlagerungen entstehen Brachflächen entlang des Klybeckquais. Diese sollen sukzessive der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nachdem das nt/Areal zunehmend in das neue Quartier Erlenmatt verwandelt wird, eröffnen sich damit im Hafen neue Perspektiven für Freiraum-Aktivisten. Bespielt werden Flächen zwischen der Dreirosenbrücke und der Wiese, auf einer Länge von 1,3 Kilometern. Hinzu kommen Industriebrachen (etwa ex-Esso), die sich landeinwärts auftun.

Kulturelle, soziale aber auch gewerbliche Nutzung möglich

Welche Projekteingaben sind erwünscht? Thomas Waltert vom Planungsamt erklärt, dass eine Mischnutzung von Gewerbe, Kultur und Freizeit wünschenswert wäre. «Von der Bocciabahn, Grillstation oder der Buvette bis zu einem Containerpark oder einem Schulgarten ist alles denkbar», sagt Waltert. Die Zwischennutzungen könnten temporär angelegt sein, aber auch mehrere Jahre betragen. Bewerben dürfen sich sowohl Einzelpersonen wie auch Gruppen, Vereine oder potentielle Arealverwalter. Waltert betont aber, dass Bewerber für einen gegenseitigen Austausch bereit sein müssen. Man wolle für alle Beteiligten – gerade auch für die Bevölkerung – die bestmöglichen Lösungen herausholen.    

Stefan Doessegger vom Präsidialdepartement ergänzt, dass die Stadt mit den Zwischennutzungen nicht zwingend Erträge generieren müsse. Die Jury werde bei den eingereichten Projekten auch die soziale Relevanz beurteilen.

Die Stadt trägt ihren Teil zur Aufwertung bei: Für mehrere hunderttausend Franken wird die Rheinpromenade auf diesem Abschnitt neu gestaltet, Pflanzungen und Sitzgelegenheiten sollen ermöglicht werden, einige Bahngleise stillgelegt. Auch ist vorgesehen, die Infrastruktur der neuen Nutzung anzupassen, sprich das Areal mit Wasser- und Stromanschlüssen besser zu erschliessen.

Acht bis zehn Projekteingaben kommen in die engere Auswahl. Eine mehrköpfige Jury wird die Ideen, die bis 9. Februar eingereicht werden können, prüfen – ab April sollen erste Projekte umgesetzt werden. 

Informationsveranstaltung und Begehung: 10. Januar, 12.15 Uhr. Einsendeschluss für Projektideen: 9. Februar. Weitere Informationen, Visualisierungen, Formulare

Konversation

  1. Eine Stadt lernt aus ihrer Vergangenheit und etabliert das Thema Zwischennutzung als festen Faktor im größten Stadtumwandlungsprozess ihrer Geschichte. Das ist schlau und kann ein produktives Wechselspiel mit der planerischen Entwicklung des Bereiches eingehen. Hoffentlich bleibt genug übrig von dem offenen und anpassungsfähigen Prozessdesign das nun gezeigt wird, um dieses Wechselspiel einzugehen und auch nach weiter vorne zu schauen: Die nächste Generation von „Zwischennutzern“ ist anders. Sie ist schneller, flüchtiger, politischer. Sie lebt zwischen virtuellem Raum und realem, vernetzt und raumgreifend. Und man sollte sie nicht erst bei der nächsten Stadtteilumwandlung in 30 Jahren entdecken.

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  2. Das kann eine richtig gute Sache werden an einer tollen Lage, vorausgesetzt, man wählt einen guten Mix aus den Bewerbern, der dann letztlich auch quartier-kompatibel sein muss.

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