Hunderte demonstrierten am Abend in der Basler Innenstadt

Die Räumung des Migrol-Areals hat ein Nachspiel. Mit einem Protestmarsch zeigten gegen 400 Demonstranten ihren Unmut über die Vorgänge im Hafen. Die Wut richtete sich auch gegen die offiziellen Zwischennutzer der Brache (mit Video).

Rauchpetarden und Knallkörper waren auch dabei, hielten sich aber im Masse. (Bild: Livio Marc Stoeckli)

Die Räumung des Migrol-Areals hat ein Nachspiel. Mit einem Protestmarsch zeigten gegen 400 Demonstranten ihren Unmut über die Vorgänge im Hafen. Die Wut richtete sich auch gegen die offiziellen Zwischennutzer der Brache.

Nur wenige Stunden nachdem das Migrol-Areal im Kleinhüninger Hafen geräumt wurde, versammelten sich mehrere Hundert Personen am Claraplatz. Danach zogen sie mit Transparenten und lauter Musik durch die Stadt, am Spiegelhof vorbei bis zur Heuwaage und wieder zurück.

Die Stimmung war aggressiver als noch am Nachmittag. Ein Teil der Leute war vermummt, es wurden Böller und Leuchtfackeln gezündet. Die Polizei war präsent, hielt sich aber im Hintergrund, auch als die Gruppe Halt machte beim Untersuchungsgefängnis Waaghof, wo einige der Protestierenden vom Nachmittag noch einsassen.

Vandalenakte gegen Ladybar

Der Protest richtete sich auch gegen die von der Regierung für die Bespielung des Migrol-Areals gewählten Zwischennutzer des Vereins Shift Mode. Deutlich machten das die Teilnehmer auf ihren Transparenten wie auf Graffiti – vor allem aber während eines kurzen Zwischenhalts vor der Kleinbasler Ladybar, wo Vitrinen und Leuchtreklamen an der Aussenfassade eingeschlagen wurden. Die Ladybar wird von den Shift-Mode-Machern Tom Brunner und Katja Reichenstein betrieben.

Schliesslich löste sich die Demonstration ohne weitere Zwischenfälle bei der Dreirosenbrücke auf. 

Artikelgeschichte

4.6.2014, 10.00: Text nach Hinweis eines Kommentierenden angepasst (Wasserwurf).

Konversation

  1. Sehr geehrte alle,

    irgendwie sah ich mich übers Wochenende veranlasst, der Geschichte dieses Themas mal auf den Grund zu gehen, die Berichterstattungen dazu zu lesen und – ich muss zugeben – nach der gestrigen, ungewollten Begegnung mit den Demonstrierenden, ich sehr überrascht bin. Einerseits musste ich zuerst mal andere Medien konsultieren, um mir ein objektives Bild über das Thema verschaffen zu können. Andererseits hat es mich innerlich aufgeschreckt, dass die bei mir in der Nachbarschaft liegende Ladybar durch die Wagenleute in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach etwas Recherche im Netz stellte ich fest, dass der Wagenplatz wie auch die Ladybar dieselben Konzerte anbieten, schliesslich auch die gleichen Discjockey’s beherbergen. Ich war auch aus reiner Neugier bereits an ein-zwei dieser Konzerte in der Ladybar, Eintritt gab’s zum Beispiel nicht. Wie das bei den Wagenplatz-Konzerten gehandhabt wird, lässt sich aus meinen Recherchen nicht schliessen. Fakt ist jedoch, dass es sich um zwei Akteure handelt, welche in dieser Stadt die gleichen Interessen verfolgen. Ich frage mich, wie es dazu kommt, dass sich nun schon Kulturveranstalter gegenseitig bekämpfen und zu Massnahmen gegriffen, wo ich mich dann schon frage, wie Herrn Regierungspräsident Morin eine solche „Duldung“ gegenüber uns rechtschaffenden Bürger legitimieren kann? Ebenfalls kann ich nicht nachvollziehen, wie eine Beatrice Oeri eine unabhängige Zeitung herausgeben will, welche sich aber einer äusserst einseitiger Berichterstattung bedient? Wir bekommen meiner Ansicht nach bereits täglich schlecht aufgearbeitete Berichterstattungen vorgeführt, welche Handhabung mittlerweile als Sympathieträger des Wagenplatzes gedeutet werden kann. Wo bleiben die anderen, mitschuldigen oder auch nicht schuldigen Player dieses Zoff’s, wie die Regierung oder der neue Verein, der hier längst hätte Klarheit schaffen sollen?

    Ich wär echt froh um etwas mehr Transparenz von allen Seiten!

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    1. Helfen Sie mir ein bisschen nach: Weshalb war die Berichterstattung der TagesWoche aus Ihrer Sicht einseitig? Welche Infos/Meinungen haben Ihnen gefehlt?

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  2. Eine Demonstration sollte dem Gewinn der Aufmerksamkeit für ein Projekt, ein Problem dienen.

    Das Thema des Wagenplatzes wurde bereits etliche male diskutiert, die Aufmerksamkeit haben diese Leute.

    Es ist von mir ausgesehen, absolut unnötig uns Anwohner der Innenstadt mit dieser Demonstration zu belästigen, das mitführen der Boxen brachte einiges an Emissionen mit sich und dass die Trams blockiert waren, respektive es Vandalenakte gab macht die ganze Sache nicht besser….

    Micht falsch verstehen, man soll Demonstrieren dürfen, aber nur dann, wenn es auch einen Sinn macht und man Aufmerksamkeit auf ein sonst nicht beachtetes Problem lenken kann. Dies war hier definitiv nicht der Fall…

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  3. «von diensthabenden Beamten aus Fenstern mit Wasser begossen»? es war aber kein wasser, das da niederprasselte, sondern ein scherbenregen, verursacht durch eingeworfene fenster …

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    1. Sind Sie sicher? Ich stand ein gutes Stück weg, aber es sah aus wie eine Ladung H20, die da geflogen kam. Ich hab den Text jedenfalls angepasst.

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  4. „Diese Räumung von 2 Büdchen wahr wohl sinnlos? Gesundheitliche Risiken einzugehen an Personen und Polizisten ist Blödsinn. Deeskalation? Die Behörden und die Regierung stellen ab auf Fachleute, die eher unter Déformation professionelle leiden, weil sie entscheidungsschwach sind?“

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  5. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn die Jungen zurückschlagen. Sie waren lange zurückhaltend. Wenn die Wut gesteigert werden soll, dann nur weiter so wie gestern, wie auf der Voltamatte, wie am Schiessplatz, wie jedes Mal halt, wenn was entstehen könnte, wo diese jungen Menschen, die was anderes wollen als Konsum, ihre Ideen ausleben könnten.

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