Israelitische Gemeinde streicht Angebote

Seit gestern ist klar: Basel übernimmt die Sicherheitskosten der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) definitiv nicht. Deswegen muss die jüdische Gemeinschaft nun ihr Angebot kürzen.

Ohne Sicherheitskräfte bleibt das Synagogengelände geschlossen. Die jüdische Gemeinde muss daher bei ihren Angeboten sparen.

Ab sofort sollen auf dem Synagogengelände keine Führungen mehr stattfinden. «Wir reagieren damit unmittelbar auf den Beschluss des Grossen Rats und möchten so ein Zeichen setzen», sagt IGB-Präsident Guy Rueff, «Es ist bedauerlich, dass dieser Schritt notwendig ist.» Gestern entschied der Grosse Rat, dass die Israelitische Gemeinde weiterhin selber für ihre Sicherheit aufkommen muss.

Die Gemeinde stehe vor der Wahl zwischen einem tieferen Sicherheitsstandard und einem erneut defizitären Budget. Einsparungen bei den Veranstaltungen seien aber so oder so unvermeidbar. «Das betrifft neben den Führungen auch Jugendanlässe, Vorträge oder Sitzungen zu Randzeiten», sagt Rueff.

Ein Hoffnungsschimmer sei die laufende Debatte im Nationalrat. Dort berät aktuell eine Kommission darüber, ob der Bund die Sicherheitskosten für gefährdete Minderheitengruppen übernehmen muss. Ob die IGB tatsächlich auf diesem Weg unterstützt wird, bleibt bis zur nächsten Generalversammlung aber unklar.

Konversation

  1. Man müsste die Synagoge ins Joggeli verlegen oder gar die Israelitisch Gemeinde in einen Fußballclub umwandeln, dann wären die Sicherheitskosten kein Problem mehr. Wenn dann noch eine Horde, unter Artenschutz gestellte, ULTRA Orthodoxe Fanatiker vorzuweisen währen, würde das die Basler Regierung noch spendabler machen.

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  2. Dass keine Führungen mehr auf dem Synagogengelände durchgeführt werden sollen, ist schon rein aus historischen Gründen, der christlich-jüdischen Vergangenheit dieser Region, bedauerlich.

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  3. Echt? Weil die Gójim die Sicherheitskosten nicht übernehmen, dürfen sie nun nicht mehr in die Synagoge? Ich dachte immer, dass diese Führungen dem Austausch und dem gegenseitigen Verständnis dienen sollten. Die Reaktion der IGB ist wirklich sehr sehr schwach. Im übrigen bin ich dafür, dass die Sicherheitskosten vom Staat getragen werden. Bedrohte Bevölkerungsgruppen haben ein Recht auf staatlichen Schutz.

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    1. Duri Marsson. Es ist sicher nicht so, dass wir jetzt als Reaktion auf den Entscheid einfach die Synagogenführungen absagen. So eine Führung ist halt von den Sicherheitskosten her sehr teuer und wir wollen ja alle Besucher unserer schönen Synagoge so gut es geht schützen. Wir werden sicher weiterhin Führungen anbieten. Leider ist das aber nicht mehr in der Form möglich wie bis anhin. Wir sprechen vor allem von internen Aktivitäten, die Synagogenführungen sind halt ein Teil der öffentlich ist.

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