Kein Informatik-Talent mehr verpassen: Jetzt kommen Scouts in die Basler Schulen

Die digitale Revolution ist nicht aufzuhalten, doch der Schweiz mangelt es an Fachkräften. Talente gäbe es genug, ist der Förderverein ICT-Scouts überzeugt und sucht diese bei den ganz Jungen. Zum Beispiel am Samstag in Pratteln.

Ganz besonders im Visier der Talentscouts: Weibliche Informatik-Talente.

(Bild: APEin besonderes Augenmerk richten die ICT-Scouts auf /Elaine Thompson)

Die digitale Revolution ist nicht aufzuhalten, doch der Schweiz mangelt es an Fachkräften. Talente gäbe es genug, ist der Förderverein ICT-Scouts überzeugt und sucht diese bei den ganz Jungen. Zum Beispiel am Samstag in Pratteln.

In der Schweiz fehlen bis 2020 Prognosen zufolge 25’000 Fachkräfte auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT). Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft schreitet dennoch voran. Um dem gerecht zu werden, hat Rolf Schaub, Leiter der IT-Ausbildung an der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule Muttenz (GIBM), das Projekt ICT Scouts & Campus auf die Beine gestellt.

Die Initianten sind überzeugt: «Es gibt genügend ICT-Talente.» Warum es dennoch an Fachkräften mangelt, sei zum grössten Teil ein hausgemachtes Problem: «Kenntnismangel, Vorurteile, Missinformation und die daraus folgende Unterbindung und Verschwendung von wertvollen Talenten.»

Info-Kampagnen haben eine schwer einschätzbare Streuwirkung, bisherige Werbestrategien waren nur mässig erfolgreich. Deshalb gehen künftig fachlich und pädagogisch geschulte Scouts auf Talentsuche – ähnlich wie im Sport, einfach im Rahmen des Informatikunterrichts an der Volksschule statt etwa auf Fussballplätzen.

Geeignete Schülerinnen und Schüler können so in ein Campus­-Programm einsteigen. Dort werden sie in einem schulbegleitenden Freizeitprogramm gefördert und bis zum Übertritt in die nächste Ausbildungsetappe (zum Beispiel Informatik-Lehre) begleitet. «So wollen und werden wir erreichen, dass der Schweizer Wirtschaft künftig kein einziges ICT-Nachwuchs-Talent mehr durch die Latten geht», sagt Dominik Strobel, einer der Projektleiter bei ICT-Scouts.

Frauenquote von 50 Prozent anvisiert

Bemerkenswert an dieser Talentsuche: Einerseits, dass Schülerinnen und Schüler bereits in sehr jungem Alter ausgewählt werden, nämlich im siebten Schuljahr. Und die Frauenquote von 50 Prozent. Diese soll dem tiefen Frauenanteil im ICT-Bereich entgegenwirken, der momentan bei 8 Prozent liegt. 

Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich auch unabhängig von der Talentsuche beim Förderprogramm anmelden und beim Freizeitprogramm mitwirken. Dazu gibt es immer wieder Informationsveranstaltungen. So etwa am Samstag, 25. Juni, von 9 bis 17 Uhr, am Standort Pratteln der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule Muttenz.

Das Projekt wird vom Bund subventioniert. Auch er will die Schweizer Wirtschaft während der digitalen Revolution im Rennen halten. Zumal schon heute im ICT-Sektor Arbeitskräftemangel herrscht. Firmen können übrigens Mitglied von ICT Scouts & Campus werden und so auf qualifizierten Nachwuchs setzen.
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ICT-Campus. Samstag, 25. Juni 2016, 9-17 Uhr am Standort Pratteln der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule Muttenz.

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