Köppel sorgt mit Auftritt in der Aula für Unmut

Roger Köppel referiert in der Aula der Universität Basel über Trump und den Brexit. SP-Grossrätin Sarah Wyss stört sich daran und fordert nun von der Regierung eine Stellungnahme.

Sinniert in der Aula der Universität über Trump und den Brexit: SVP-Nationalrat und Journalist Roger Köppel.

(Bild: Keystone/Manuel Lopez )

Roger Köppel referiert in der Aula der Universität Basel über Trump und den Brexit. SP-Grossrätin Sarah Wyss stört sich daran und fordert nun von der Regierung eine Stellungnahme.

Roger Köppel hat heute Donnerstagabend einen grossen Auftritt in Basel. Der Chefredaktor der «Weltwoche» und SVP-Nationalrat hält einen Vortrag zum Thema «Trump, Brexit und die Folgen für die Schweiz». Seine Rede hält Köppel nicht einfach irgendwo, sondern an einem prominenten Ort: in der Aula des Kollegienhauses der Universität Basel.

Eingeladen hat ihn aber nicht die Uni Basel, vielmehr hat die «Weltwoche» die Aula als externe Veranstalterin gemietet. Gemäss der «Schweiz am Sonntag» kommt es immer wieder vor, dass Hörsäle ausserhalb der Lehrveranstaltungen von Externen gebucht werden können (pro Stunde kostet das 312.50 Franken).

Dass Köppel in der Uni Basel auftreten kann, kommt nicht übrall gut an. SP-Grossrätin Sarah Wyss hat eine Interpellation im Grossen Rat dazu eingereicht. Sie will von der Regierung wissen, wie die Uni Basel die externen Vermietungen handhabt und wie die Regierung die Durchführung dieser Veranstaltung von Köppel «an einem öffentlichen Ort wie der Universität Basel» einschätzt.

Demo gegen Köppel in St. Gallen

Wyss begrüsst zwar, dass «politische Ansichten, auch umstrittene, in der Universität vorgebracht werden». Doch die Veranstaltung der «Weltwoche» mit Köppel vom 1. Dezember sprenge diesen Rahmen. «Die ‹Weltwoche› ist nun Gastgeberin in den Räumen der Universität. Sie lädt zu ihrer eigenen Veranstaltung. Die Universität darf nur noch die Räumlichkeiten und ihren guten Namen zur Verfügung stellen», schreibt Wyss.

Mit seinen Referaten polarisiert Köppel immer wieder, so haben 2014 in St. Gallen rund 30 Personen gegen den «Weltwoche»-Chefredaktor demonstriert. Damals hielt er ein Referat über die Auswirkungen des Ja zur Masseneinwanderungsinitiative. Nun regt sich auch in Basel Widerstand. Die Juso Basel-Stadt hat mit einer Plakataktion an der Uni auf ihren Unmut gegenüber Köppels Auftritt Aufmerksam gemacht.

Konversation

  1. Sehr geehrter Standbye

    Keine Zeit und keine Lust, von Morgens bis Abends in der Kommentarspalte zu sitzen. Wenn du / Sie eine Abhandlung lesen wollen, dann gibt es die in der UB. Oder auf JSTOR. Etc. Etc. Etc. Ich schreibe nicht eine neunmalkluge Proseminar-Arbeit in den Kommentaren, nur weil jemand meint, ich sei neunmalklug.

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  2. Diese Vorlage ist ja so steil, dass man beinahe Selbstironie vermutet – vielen Dank dafür! Ich sage nur, ganz 9malklug: q.e.d. (weisst ja sicher besser als ich, wie man das ausbuchstabiert).

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  3. Herr Köppels Problem ist seine schwache Blase. Deshalb muss er seine Reden im Schermen der Aula – geheizt mit unseren Steuerspenden – organisieren.
    Die Weltwoche, die seinen Seich veröffentlicht, ist immer exakt horizontal zu halten, da sonst der Seich an der Seite rausläuft.
    Was nun die Vermutung der eventuell allfälligen Verletzung der Rassismus-Strafnorm angeht: Herr Köppel oder seine Knechte müssen ja nur die Türe der Aula schliessen und esist bereits kein öffentlicher Auftritt mehr.

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  4. ganz gerne seh ich mir die thematik jeweils auch aus der chrott-perspektive an:
    okay, jede/r kann den saal mieten und den plauderi stellen, sofern der keine strafrechtlich relevanten sprüche klopft.
    fragt sich: nur vor ort – oder wie lange vorher und nachher sollte so ein jemand denn soweit vertretbare positionen öffentlich besprechen?
    nehmen wir einen von eric webers afd- oder pepita-clowns – tragbar? oder den häuptling vom ku klux clan – alles easy, solange er die gröbste propaganda nicht ausgerechnet in der aula durchzieht?

    bref: das universitäre raum-bewirtschaftungssystem gehört inhaltlich überdacht und klar geregelt.
    jede/r darf den grössten hafenkäse fast überall öffentlich verbraten (wie figura zeigt mit vorliebe medial) – warum grad an der uni.

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  5. Schlicht: Die „Sauberkeit“ und die „Schönheit“.

    Deshalb kann man nicht „unsauber“ beleidigen und selbstverständlich auch nicht „unschön“: Es sei denn, man ist „Geronto-Slam-Poet“ und wohnt geistig in Salzburg.

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  6. Wir könnten natürlich – universaliter – Flat aus dem Althochdeutschen wieder in unsere Zeit verpflanzen.

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  7. @ Georg… Das war von mir Rhetorisch/Ironisch gemeint ! Mit Ihren Konkrten Hinweisen haben Sie allerdings recht- nur zu recht wie ich zugeben muss…
    auf der anderen Seite ists Tasache dass basel vom Rest der schweiz nicht annähernd
    gnug Wertgeschätzt- gemocht wird !…
    Es wird also höchste Zeit Europa Neu zu Ordnen und die „Alemannische Republik Dreiland“ sage mer vum Hörnli bis meinetwegen nach Strassburg,zu Gründen…
    Maqn wird doch noch oder wiedereinmal träumen dürfen- und bei der Gelegenheit wiedereinmal Markus Kutters „Kopfgeburt einer Nation – das Dreyeckland“ aus dem Buchregal rausnehmen und Gründlich Neu und wiederlesen !!

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  8. Sehr geehrter Herr Hürlimann,

    Danke für die Replik.
    Ich streite nicht den Sachverhalt bezüglich Gut ab – aber Joesters Anwürfe sind doch etwas happiger.
    Klar – die Berichterstattung und Themengewichtung in der Wewo ist z.T. voraussagbar – aber das gilt auch für die Tawo.
    Man muss ja als Medienmacher nicht lügen – man kann auch nur den Teil der Wahrheit präsentieren, der einem zupass kommt. Die „Wahrheit“ ist selbst dann konstruiert, wenn ich sie ehrlich rüberbringen möchte – weil ja mein Augenmerk immer subjektiv ist. Aber das brauche ich Ihnen nicht zu erzählen…
    Deshalb lese ich nebst der Wewo auch die WoZ. Das hilft beim Relativieren (und ich muss zugeben, dass ich die Berichterstattung der WoZ als sehr sachlich und fair empfinde).

    Bezüglich Ihres dritten Abschnittes gehe ich mit Ihnen völlig überein.
    Ich hatte irgendwo ‚mal ein Inserat für Köppels Referat gesehen – und dann wieder vergessen.
    Dank Sarah Wyss‘ sinnfreier Aktion haben Köppels Spekulationen eine Aufmerksamkeit erhalten, die sie nicht verdienten.
    Da Wyss‘ Anliegen die Redefreiheit ritzt und in den weiten des Internets verpuffen wird, profitieren zwei Seiten von der ganzen Aktion: Roger Köppel – und Sarah Wyss.

    Den Anlass gestern habe ich mir geschenkt: Trump ist weder im Amt noch hat er die ganze Regierung bestellt – und Köppel will schon wissen, wie sich das auf Europa auswirkt.
    Das ist genau der faktenfreie Spekulier-Journalismus, der mich nur noch langweilt.

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